Neue Bundeswehr-Einheit

Von der Leyens Cyber-Truppe nimmt Gestalt an

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Verteidigungsministerin von der Leyen 2015 bei einem Besuch im NATO Cooperative Cyber Defence Centre of Excellence (CoE) in Tallinn.

Berlin - Mehrere tausend Mal werden die Netzwerke des Bundes täglich aus dem Internet attackiert. Verteidigungsministerin von der Leyen stellt nun eine Cyber-Armee zur Verteidigung auf.

Die Verteidigungsministerin hat den ersten Schritt zur Aufstellung einer Cyber-Armee vollzogen. Bei einem feierlichen Empfang im Bendlerblock gründete sie die Abteilung "Cyber/Informationstechnik" im Ministerium.

Im kommenden April soll eine militärische Organisationseinheit folgen, der etwa 13.500 Soldaten und zivile Mitarbeiter angehören werden.

Die neue Einheit mit 130 Mitarbeitern soll die Informationsnetzwerke aber auch die Waffensysteme der Bundeswehr schützen, die digital gesteuert werden. Sie soll aber auch zu Angriffen in der Lage sein. In fünf Jahren soll der Aufbau der Cyber-Truppe abgeschlossen sein. Von der Leyen reagiert damit auf die zunehmenden Attacken auf die Netze des Bundes. Derzeit sind es rund 6500 pro Tag.

'"Großer Schritt in Richtung Zukunft der Bundeswehr"

"Heute ist ein wegweisender Tag", sagte von der Leyen beim Gründungsakt. "Wir machen heute einen großen Schritt in Richtung Zukunft der Bundeswehr." Die Cyber-Abteilung wird der sechste eigenständige Organisationsbereich der Bundeswehr sein. Damit erhalte Deutschland als eines der ersten Länder weltweit "eine Art Teilstreitkraft" für das Internet, sagte von der Leyen.

Bisher gibt es neben Heer, Marine und Luftwaffe den Sanitätsdienst und die Streitkräftebasis, die sich um Logistik kümmert. Das Personal für die Cyber-Truppe soll zu 90 Prozent aus der Streitkräftebasis kommen.

Der Schwerpunkt soll auf Verteidigung liegen. Die Bundeswehr übt allerdings schon seit vielen Jahren auch Cyber-Angriffe. Eine kleine, geheim agierende Einheit in Rheinbach bei Bonn mit derzeit rund 60 Soldaten ist dafür zuständig.

Nach einem Bericht des "Spiegel" hat sie im Herbst 2015 erstmals eine offensive Cyber-Operation durchgeführt. Sie soll sich in die internen Netze eines afghanischen Mobilfunkbetreibers gehackt haben, um Informationen über den Entführungsfall einer deutschen Entwicklungshelferin in dem Land zu erlangen.

dpa

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