Wehrbeauftragter: Es gab keine Meuterei an Bord der "Gorch Fock“

Berlin - Der Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus hat die Meutereivorwürfe gegen Besatzungsmitglieder der “Gorch Fock“ sowie Zweifel am Ausbildungskonzept des deutschen Segelschulschiffs zurückgewiesen.

“Es gab keine Meuterei“, sagte Königshaus dem Nachrichtensender N24 zu den Vorgängen an Bord des Dreimasters nach dem tödlichen Sturz einer Offizieranwärterin aus der Takelage Anfang November. Es habe lediglich Vorwürfe gegenüber den Seekadetten gegeben, die “in diese Richtung gingen“. So habe die Schiffsführung nicht gutgeheißen, dass Seekadetten nach dem Unfall nicht zum Tagesbetrieb übergehen und insbesondere nicht zum Klettern in der Takelage veranlasst werden wollten.

Wenig Verständnis zeigte Königshaus für die Beschwerden von Seekadetten über einen rauhen Umgangston und mangelnden persönlichen Komfort an Bord des Schiffes. Damit müssten die angehenden Offiziere klarkommen. Grundlegende Zweifel an der Seekadettenausbildung auf der “Gorch Fock“ hält der Wehrbeauftragte für unangebracht: “Es geht jetzt nur darum, ob nach dem tödlichen Unfall die richtigen Maßnahmen getroffen wurden. Das Konzept selbst, das Schiff selbst - alles dies steht hier überhaupt nicht infrage.“ Der vorübergehende Ausbildungsstopp auf der “Gorch Fock“ habe lediglich einer Deeskalation der aufgeheizten Stimmung an Bord gedient.

dapd

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