Nach Rücktritt als FDP-Chef

Westerwelle: Ich litt unter Phantomschmerzen

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Außenminister Guido Westerwelle hat offensichtlich viel nachgedacht.

Berlin - Zwei Jahre nach seinem Rücktritt als FDP-Chef reflektiert Außenminister Guido Westerwelle seine Rolle in der Partei, seine Fehler, seinen Alkoholkonsum und spricht über Phantomschmerzen.

Für Guido Westerwelle war der Verlust des FDP-Vorsitzes vor knapp zwei Jahren eine schmerzhafte Angelegenheit: "Natürlich hat man eine Zeit lang auch Phantomschmerzen", sagte der Außenminister in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" vom Freitag. Man fühle sich wie ein Beifahrer im Auto, der mit den Füßen selbst Gas geben oder bremsen wolle. Westerwelle hatte sich im Frühjahr 2011 nach zehn Jahren auf starken innerparteilichen Druck hin vom FDP-Vorsitz zurückgezogen. Sein Nachfolger wurde Philipp Rösler. "Die Partei war mit mir durch und ich mit dem Parteivorsitz. So einfach ist das", meinte Westerwelle, der im Bundestagswahlkampf aber wieder eine führende Rolle für die FDP spielen will.

Auch über seine Fehler sprach der 51-Jährige ganz offen: "Mir fallen viele Fehler in meinem Leben ein. In der Politik und auch außerhalb. (...) Aber mit den wirklich wichtigen Entscheidungen meines Lebens, auch den politischen, bin ich im Reinen." Westerwelle gab auch zu, dass er sich die Regierungsverantwortung etwas einfacher vorgestellt hatte. Gleich zu Beginn, am Tag nach der Wahl, hatte er sich mit der Pressekonferenz selbst ein Bein gestellt. "Ich war völlig übermüdet nach einer Siegesfeier, die bis vier Uhr morgens ging und bei der nicht nur Endorphine im Spiel waren, sondern auch Dinge, die man in Promille misst", plauderte der Außenminister aus dem Nähkästchen.

In dieser Verfassung - also mit Restalkohol im Blut - habe er dann falsch reagiert, als ein BBC-Reporter ihn mehrfach aufforderte, doch eine Stellungnahme auf Englisch abzugeben. Westerwelle forderte den Journalisten damals recht unfreundlich auf, seine Fragen doch auf Deutsch zu stellen. "Das hat mich ein Jahr lang geärgert", gesteht er ein. Dann fügt er hinzu: "Seitdem lache ich darüber."

mm/dpa

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