Westerwelle: Taliban-Programm braucht weltweite Hilfe

London - Außenminister Guido Westerwelle (FDP) macht den Erfolg des geplanten Aussteigerprogramms für Taliban in Afghanistan von weltweiter Unterstützung abhängig.

Wenn die gesamte Völkergemeinschaft von Afghanistan über Pakistan und China bis zu den USA diesen Strategiewechsel unterstütze, könne er gelingen. “Dann haben wir auch eine richtig faire Chance“, sagte Westerwelle am Donnerstag am Rande der Londoner Afghanistan-Konferenz dem ZDF-“heute journal“ in einem aufgezeichneten Interview.

Das sind die Taliban

Der Begriff Taliban (“Koranschüler“) hat sich als Bezeichnung für die islamistischen Aufständischen in Afghanistan eingebürgert. © dpa
Die “Gotteskrieger“ kämpfen für einen Abzug der ausländischen Soldaten und den Sturz der Regierung Karsai. © AP
Sie wollen wieder ihr Islamisches Emirat Afghanistan errichten. © AP
Bis 2001 hatten sie die Macht über das Land am Hindukusch. © AP
Maßstab aller Ordnung ist für die Taliban eine besonders strenge Auslegung der Scharia, des islamischen Rechts. Foto: Afghanische Frau in einem Burka-Schleier. © dpa
Gegründet wurde die Bewegung von Absolventen pakistanischer und afghanischer Koranschulen. © AP
Die Taliban sind Sunniten, wie die Mitglieder aller derzeit international operierender islamistischer Terrorgruppen. © AP
Die Taliban konnten sich unter ihrem Anführer Mullah Omar nach dem Sturz ihres Regimes wieder zu einer schlagkräftigen Guerillatruppe formieren. © AP
Trotz mehr als 100 000 ausländischer Soldaten im Land sind sie seit einigen Monaten stark wie nie zuvor. © AP
Schätzungen über die Zahl ihrer Kämpfer reichen bis zu mehreren zehntausend. © AP
Anschläge und Angriffe werden oft vom benachbarten Pakistan aus gesteuert. © AP
Dabei nehmen die Taliban keine Rücksicht auf Unbeteiligte und sind für die meisten zivilen Opfer in dem Konflikt verantwortlich. © AP

Westerwelle wies Kritik der Deutschen Polizeigewerkschaft zurück, die Arbeit deutscher Ausbilder mit angehenden afghanischen Polizisten beschränke sich auf einen “Crashkurs“. “Es geht zunächst überhaupt erst darum, dass eine erste eigene, selbsttragende Sicherheit in Afghanistan möglich wird und deshalb setzen wir auf die Ausbildung“, sagte der Außenminister. Künftig sollen 200 deutsche Ausbilder afghanische Sicherheitskräfte schulen.

Deutschland will zu dem in London vereinbarten Aussteigerprogramm für radikalislamische Kämpfer jedes Jahr 50 Millionen Euro beisteuern. Auf der Konferenz wurde zudem eine Aufstockung der afghanischen Polizei- und Armeekräfte beschlossen.

dpa

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