Wikileaks: Westerwelle glaubt nicht an "Spion" aus FDP

Berlin - FDP-Chef Guido Westerwelle bezweifelt, dass ein FDP-Informant die Amerikaner im Herbst 2009 über Interna aus den schwarz-gelben Koalitionsverhandlungen informiert hat.

“Ich glaube diese Geschichte so nicht“, sagte der deutsche Außenminister am Montag in Berlin. “Ich habe unverändert in die gesamte Mitarbeiterschaft der FDP ein ganz großes Vertrauen“, betonte er. Dies gelte erst recht für die Mitarbeiter, die bei den Koalitionsverhandlungen zwischen Union und FDP dabei gewesen seien.

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Der “Spiegel“ berichtet unter Berufung auf bislang geheime US-Dokumente, ein FDP-Mitglied habe die Amerikaner über Inhalte aus den Koalitionsgesprächen informiert. Das Nachrichtenmagazin zitiert aus Dokumenten der amerikanischen Botschaft in Berlin, wonach es sich bei dem Informanten um einen “jungen, aufstrebenden Parteigänger“ gehandelt habe. Der Mann soll bei den Verhandlungen Protokollant für die FDP gewesen sein. Die US-Dokumente waren über den Internetdienst Wikileaks öffentlich geworden.

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Westerwelle bezeichnete die Veröffentlichung der US-Depeschen als einen “bedauerlichen Vorgang“. Der Schaden lasse sich wegen der großen Menge vertraulicher Informationen, die nun öffentlich wurden, nur schwer abschätzen. Er könne nur hoffen, dass die Sicherheit Deutschlands und der Verbündeten nicht beeinträchtigt werde. Er habe das Auswärtige Amt angewiesen, das Material dahingehend inhaltlich zu analysieren. Das deutsch-amerikanische Verhältnis sieht Westerwelle nicht beeinträchtigt: “Wir arbeiten mit der amerikanischen Regierung eng und freundschaftlich zusammen. Und das wird auch so bleiben.“

dpa

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