CSU will bei Freien Wählern für Wulff werben

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Die CSU will bei den Freien Wählern für Christian Wulff (CDU) als Bundespräsidenten-Kandidat werben.

Berlin - Die CSU will versuchen, die Freien Wähler in Bayern doch noch für die Unterstützung des schwarz-gelben Präsidentschaftskandidaten Christian Wulff zu gewinnen.

Das bestätigte CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich am Dienstag in Berlin. Die Freien Wähler haben in Aussicht gestellt, bei der Wahl des Bundespräsidenten am 30. Juni für den von SPD und Grünen nominierten Kandidaten Joachim Gauck zu stimmen. Eine endgültige Entscheidung steht aber noch aus.

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Vor einem Jahr hatten die Freien Wähler hingegen noch Horst Köhler unterstützt. Ohne ihre Stimmen wäre der Kandidat von Union und FDP damals zumindest im ersten Wahlgang wahrscheinlich gescheitert. In die Bundesversammlung am 30. Juni dürfen sie erneut zehn Vertreter entsenden. Presseberichten zufolge erwägt Wulff selbst, bei seiner bundesweiten Werbe-Tour in Bayern auch mit den Freien Wählern zu reden. Am 26. Juni ist außerdem ein Auftritt auf einem kleinen Parteitag der CSU in Nürnberg geplant.

Altmaier: “Es gibt keinen Grund, Gespräche zu führen“

Am Dienstagnachmittag wollte sich Wulff zuerst bei der Bundestagsfraktion der FDP und dann bei der Unionsfraktion vorstellen. Fraktionsgeschäftsführer Peter Altmaier äußerte sich “sehr optimistisch“, dass die Wahlleute von CDU und CSU in der Bundesversammlung geschlossen für den Kandidaten votieren werden.

Auf Abweichler gebe es keinerlei Hinweise, betonte der CDU-Politiker. Er verwahrte sich gegen Spekulationen, die Bundestagsabgeordneten von CDU und CSU könnten vor der Wahl in Einzelgesprächen unter Druck gesetzt werden. “Es gibt überhaupt keinen Grund, Gespräche zu führen“, versicherte der CDU-Politiker. Er rechne damit, dass die Fraktion Wulff am Nachmittag sehr geschlossen ihre Unterstützung bekunden werde.

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Altmaier wertete es als “sehr positives Zeichen“, dass die Liberalen Wulff eingeladen hätten. Da der niedersächsische Ministerpräsident der gemeinsame Kandidat der Koalition sei, gehe er davon, dass die Stimmung in der FDP-Fraktion ähnlich positiv sein werde.

Die “mediale Aufregung“ um die Wahl des Staatsoberhauptes sei zwar verständlich, er sei aber überzeugt, dass sich die Debatte am Ende beruhigen werde. Die Erfahrung zeige, dass die Geschlossenheit wachse, je näher der Wahltermin heranrücke, so dass das Ergebnis am Ende in der Regel ziemlich genau der Stärke derjeweiligen Lager entspreche.

Lengsfeld ruft zur Wahl von Gauck auf

Ungerührt reagierte Altmaier auf die Ankündigung der CDU-Politikerin Vera Lengsfeld, für Gauck zu werben. Lengsfeld sei zwar Mitglied der CDU, aber kein Mitglied der Bundesversammlung, sagte er. “Insofern sehe ich diese Debatte sehr gelassen.“ Die frühere Bürgerrechtlerin hatte zuvor erklärt, Gauck verkörpere “die Sehnsucht vieler Deutscher nach Beendigung machtpolitischer Spielchen“. Deshalb werde sie für ihn werben.

apn

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