UN will mehr deutsche Soldaten für Friedensmissionen

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UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bei einem Deutschland-Besuch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Berlin - Mehr Einsatz für die Internationale Gemeinschaft ist von Berlin gefordert:  UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat an Deutschland appelliert, zusätzliche Soldaten für internationale Friedenseinsätze zur Verfügung zu stellen.

“Wir hoffen auf eine stärkere deutsche Unterstützung“, sagte er in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

Als nichtständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat habe Deutschland für die nächsten zwei Jahre ohnehin eine größere Verantwortung für die internationale Sicherheit und die Durchsetzung der Menschenrechte übernommen.

Die Vereinten Nationen seien dankbar für die über 200 Soldaten, die die Bundesregierung für Missionen wie im Libanon oder im Sudan bereitgestellt habe. Insgesamt gebe es aber 120 000 solcher UN-Einsatzkräfte in 15 Missionen weltweit. Der Bedarf an weiteren Soldaten nehme ständig zu.

Ban stellte zudem den weiteren Ausbau des UN-Standorts in Bonn in Aussicht. “Natürlich erwarten wir, dass dort auch mit großzügiger deutscher Unterstützung weitere UN-Agenturen angesiedelt werden können“, betonte er. Als drittgrößter Beitragszahler habe Deutschland schon jetzt einen erheblichen Anteil an der Arbeit der Weltorganisation.

Besorgt zeigte sich der UN-Generalsekretär über die anhaltende Bedrohung der Schifffahrtsrouten im Golf von Aden durch somalische Piraten. Um mit diesem Konflikt fertig zu werden, müsse die internationale Gemeinschaft daran gehen, die staatlichen Institutionen in Somalia wieder zu stärken. Eine solche Strategie allein werde aber wahrscheinlich nicht ausreichen. Notwendig sei deshalb der bessere Austausch von Informationen zwischen den von den Überfällen besonders betroffenen Ländern. Erforderlich sei weiter der Aufbau eines einheitlichen Justizsystems zur Aburteilung festgenommener Piraten.

Ban ließ offen, ob er sich nach Ende seiner ersten fünfjährigen Amtszeit im Dezember 2011 zur Wiederwahl stellen wird. Es sei noch zu früh, über ein zweites Mandat nachzudenken, da er noch mit einer Reihe von internationalen Problemen beschäftigt sei, erklärte der frühere südkoreanische Außenminister. Er werde seine ganze Energie in nächster Zeit darauf konzentrieren, bevor er sich seiner persönlichen Zukunft zuwende.

dpa

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