Wird Schäuble neuer Eurogruppenchef?

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Wird der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble der neue Eurogruppenchef?

Brüssel - Im Sommer will Eurogruppenchef Juncker sein Amt wohl aufgeben. Für die Nachfolge gibt es angeblich schon einen heißen Kandidaten: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist einem Zeitungsbericht zufolge als künftiger Chef der Eurogruppe im Gespräch. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe bei den anderen Regierungschefs der Euro-Länder bereits für Schäuble als Nachfolger von Jean-Claude Juncker geworben, meldete die „Financial Times Deutschland“ am Freitag unter Berufung auf Quellen in Brüssel und mehreren EU-Hauptstädten. Luxemburgs Ministerpräsident Juncker hatte kürzlich signalisiert, er wolle den Posten des Eurogruppenchefs nach Ablauf seiner Amtszeit im Juni abgeben.

Zu den Nachfolge-Spekulationen wollte man sich in Berlin und Brüssel allerdings nicht äußern. Schäuble selber verwies lediglich auf Junckers Rückzugs-Ankündigung vom Januar. „Mehr habe ich dazu auch nicht gehört.“ Sollte der Luxemburger bei seiner Entscheidung bleiben, „dann wird man sich in absehbarer Zeit (...) mit der Frage beschäftigen müssen“, sagte Schäuble. Es bestehe jedoch kein Grund zur Eile.

Auch die Kanzlerin hielt sich bedeckt. „Dass Herr Schäuble ein herausragender Finanzminister ist, der natürlich auch in der Euro-Gruppe eine wichtige Rolle spielt, kann ich gerne hier noch mal sagen“, erklärte Merkel bei einem Besuch in München. Ansonsten verwies sie darauf, dass in der EU eine Reihe von Personalentscheidungen anstünden - die seien aber noch nicht getroffen. „Deshalb kann zu diesem Thema auch nichts gesagt werden.“

EU-Diplomaten verwiesen auf das informelle Finanzministertreffen, das am Monatsende in Kopenhagen stattfindet. Dort solle über die Spitzenpersonalien debattiert werden. In Brüssel hieß es am Freitag allerdings auch, falls mit Schäuble ein Deutscher neuer Eurogruppenchef werde, habe sein Landsmann Klaus Regling keine Chance, den neuen Krisenfonds für klamme Eurostaaten (ESM) zu führen. Der deutsche Finanzexperte leitet bereits den befristeten Rettungsschirm EFSF und gilt bisher als Favorit für die ESM-Spitze.

Schäuble hatte sich zu Wochenbeginn dafür ausgesprochen, dass der Juncker-Nachfolger aus einem Euro-Staat mit einer „AAA“-Note bei den Ratingagenturen kommen sollte. Das sind außer Deutschland noch Luxemburg, Finnland und die Niederlande. Im Januar hatte Luxemburgs Regierungschef signalisiert, dass er den Posten im Sommer aufgibt. Allerdings gilt auch Junckers Verbleib im Amt noch nicht als ausgeschlossen.

dpa

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