USA wollen Soldaten aus Deutschland abziehen

+
US-Soldaten stehen in der US-Airbase in Wiesbaden-Erbenheim vor der Nationalflagge.

Fort Bliss/USA - Die USA ziehen als Teil von Sparmaßnahmen und des Umbaus der Streitkräfte zwei Kampfbrigaden aus Europa ab. Auch aus Deutschland werden ungefähr tausend Solaten abgezogen.

ie USA wollen offenbar tausende Soldaten aus Deutschland abziehen. Dabei soll es sich um zwei Kampfbrigaden handeln. Diese Einheiten bestehen üblicherweise aus 3.000 bis 4.000 Mann. Ein Abzug von zwei Brigaden und den sie unterstützenden nicht kämpfenden Truppen würde damit auf eine Verringerung um etwa 10.000 bis 15.000 Soldaten hinauslaufen. Offizielle Angaben zu den möglicherweise betroffenen Standorten lagen zunächst nicht vor.

Eine ranghohe Gewährsperson im US-Verteidigungsministerium in Washington bestätigte der Nachrichtenagentur AP, dass dem Plan zufolge eine Brigade in Deutschland und eine in Italien verbleiben sollten. Bislang sind drei der vier noch in Europa stationierten US-Kampfbrigaden in Deutschland ansässig. Der Abzug von einer dieser Einheiten wurde schon im vergangenen Jahr beschlossen, der Zeitpunkt war aber noch unklar.

USS George Washington: Die Macht der Amis auf See

USS George Washington: Die Macht der Amis auf See

Nach dem Artillerieangriff Nordkoreas auf Südkorea schicken die USA den atombetriebenen Flugzeugträger “USS George Washington“ ins Gelbe Meer. © dpa
Der Flugzeugträger trägt den Namen des ersten Präsidenten der USA, George Washington (1789 bis 1797). © dpa
Die USS George Washington kann bis zu 85 Flugzeuge transportieren. © dpa
Hier startet ein US-Kampfflugzeug vom Flugdeck. © dpa
Auf dem Schiff sind über 6000 Soldaten stationiert. 3200 Mann gehören zur Schiffsbesatzung. Hinzu kommen 2480 Mann Flugzeugpersonal. © dpa
Die USS George Washington ist seit 1992 im Dienst. Sie hat bereits mehrere bedeutende Einsätze gehabt. © dpa
1996 nahm der Flugzeugträger an der Operation "Decisive Endeavor" zur Unterstützung der NATO-Truppen in Bosnien/Herzegowina teil. © dpa
1996 und 2000 beteiligte die USS George Washington sich auch an der Operation "Southern Watch" zur Überwachung der Flugverbotszonen im Irak. © dpa
Am 11. September 2001 wurde die USS George Washington nach den Terroranschlägen in den Hafen von New York City beordert, um die Stadt zu schützen. © dpa
Von 2003 bis 2004 nahm der Flugzeugträger am Irak-Krieg teil. © dpa
Nach dem Bombardement des südkoreanischen Yeonpyeong durch Nordkorea am 23. November 2010 wurde der Flugzeugträger ins Gelbe Meer geschickt. © dpa
Ein AWACS-Aufklärungsflugzeug startet vom Flugdeck der "USS George Washington". © dpa

Generalleutnant Mark P. Hertling, der kommandierende General des US-Heeres in Europa, erklärte, die US-Einheiten in Europa seien in die Gespräche mit einbezogen gewesen. Angaben zu den Einheiten oder den betroffenen Standorten könne er aber nicht machen.

US-Verteidigungsminister Leon Panetta hatte am Donnerstag auf dem Weg zu einem Besuch des Stützpunkts Fort Bliss in Texas erklärt, die USA würden zwei Kampfbrigaden aus Europa abziehen. Künftig sollten die Einheiten nicht nur in Europa, sondern auch in Afrika und Lateinamerika innerhalb eines Rotationsverfahrens regelmäßig den Standort wechseln, sagte Panetta. Dies sei Teil der Sparmaßnahmen und des Umbaus der Streitkräfte.

In der vergangenen Woche hatte das Pentagon seine neue Militärstrategie vorgestellt, mit der in den kommenden zehn Jahren Hunderte Milliarden Dollar eingespart werden sollen. Dabei erklärte Panetta, die Streitkräfte würden kleiner und ihre Präsenz in Europa werde sich „entwickeln“. Was dies genau bedeutet, sagte er nicht.

In einem Bericht der „Washington Post“ hieß es, um die Präsenz der verbleibenden zwei Brigaden zu verstärken, würden Heereseinheiten regelmäßig zu Manövern in Europa eingesetzt. Dies sei den NATO-Verbündeten in vertraulichen Gesprächen mitgeteilt worden. „Tatsächlich werden sie unter der neuen Strategie wohl mehr von den Amerikanern sehen, denn die Brigaden, die dort waren, haben in Afghanistan gekämpft und waren nicht einmal dort (in Europa)“, wurde Panetta zitiert. Künftig werde es zwei Brigaden „plus diese große Rotationspräsenz“ geben.

dapd

Kommentare