Wulff nimmt Tochter statt Frau nach Israel mit

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Bundespräsident Christian Wulff und seine Tochter Annalena.

Berlin - Bundespräsident Christian Wulff reist in Begleitung seiner Tochter Annalena zum Staatsbesuch nach Israel. Damit will er deutlich machen, dass auch die junge Generation die Erinnerung an den Holocaust wach halten muss.

Die 17-Jährige wird während des viertägigen Besuchs anstelle von Wulffs Ehefrau Bettina an der Seite des Staatsoberhaupts sein. Die 12. Auslandsreise des Bundespräsidenten beginnt an diesem Samstag und endet am Dienstag mit einem Besuch in den Palästinensischen Gebieten.

Annalena, die hübsche Tochter des Bundespräsidenten

Annalena, die hübsche Tochter des Bundespräsidenten

Bundespräsident Christian Wulff mit  seiner Tochter Annalena (17) bei einer Veranstaltung in Berlin. Annalena wurde 1993 geboren. Sie stammt aus Wulffs erster Ehe mit Christiane Vogt. © dpa
Bundespräsident Christian Wulff nach seiner Wahl zusammen mit seiner Tochter Annalena (l) und seiner Frau Bettina im Bundestag. © dpa
Bundespräsident Christian Wulff verlässt nach seiner Wahl zusammen mit seiner Tochter Annalena (l) und seiner Frau Bettina den Bundestag. © dpa
Bettina (links) und Annalena Wulff bei der Wahl des Bundespräsidenten im Bundestag. © dpa
Der rot-grüne Bundespräsidenten-Kandidat Joachim Gauck (l-r), Wulffs Frau Bettina und seine Tochter bei der Wahl des Bundespräsidenten. © dpa
Bundespräsident Christian Wulff nach seiner Wahl zusammen mit seiner Tochter Annalena (l) und seiner Frau Bettina im Bundestag. © dpa
Bundespräsident Christian Wulff (2.v.l.) dreht sich zusammen mit seiner Frau Bettina und seiner Tochter Annalena nach einem Fototermin um, um in das Schloss Bellevue in Berlin zu gehen. Rechts: Der zurückgetretene Präsident Horst Köhler. © dpa
1996 machte Christian Wulff, damals CDU-Chef von Niedersachsen, Wahlkampf mit der kleinen Annalena. © dpa

“Ich bin fest davon überzeugt, dass die intensive Pflege unserer gemeinsamen Beziehungen Aufgabe aller Generationen ist“, begründete Wulff am Freitag die Entscheidung, seine Tochter aus erster Ehe im offiziellen Besuchsprogramm mitzunehmen. Annalena besucht ein Gymnasium in Osnabrück und will 2012 das Abitur machen. Sie wird ihren Vater auch am Sonntag in der Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem begleiten. Sie ist das erste Mal in Israel.

Zu Wulffs Delegation aus Deutschland gehören Wirtschaftsvertreter und eine Gruppe von Jugendlichen. Sie werden mit Gleichaltrigen in Israel zusammenkommen. Auch Christina Rau, die Witwe des ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau (1931-2006), reist mit Wulff in ihrer Eigenschaft als Kuratoriumsmitglied der Stiftung Deutsch-Israelisches Zukunftsforum.

Christian Wulff und seine Vorgänger

Das waren die deutschen Bundespräsidenten

Bundespräsident Christian Wulff (CDU, rechts unten) war das zehnte Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland. Ein Überblick über unsere Präsidenten: © dpa
THEODOR HEUSS (1949-59, FDP): Der schwäbische Liberale setzte in Amtsführung und Reden Maßstäbe für seine Nachfolger. Mit seiner humorvoll-väterlichen Art gewann “Papa Heuss“ schnell Sympathien. © dpa
Im Ausland  - wie hier bei einem Besuch bei Hans Speidel (l.) im NATO-Hauptquartier in Frankreich -  half der schwäbische Literat Heuss, Vorurteile gegen die Deutschen abzubauen. 1954 wurde er mit 88,2 Prozent der Stimmen wiedergewählt - das beste aller Ergebnisse bisher. © dpa
Im Parlamentarischen Rat hatte Heuss vielen Bestimmungen des Grundgesetzes seinen Stempel aufgedrückt. Heuss starb 1963 fast 80-jährig in Stuttgart. Hier besucht Bundespräsident Horst Köhler (r.) mit Heuss' Enkel Ludwig Theodor Heuss das Denkmal seines Vorgängers in Brackenheim. © dpa
HEINRICH LÜBKE (1959-69, CDU): Der damalige Bundeslandwirtschaftsminister kam als Verlegenheitskandidat ins Amt, nachdem Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) eigene Pläne für die Heuss-Nachfolge aufgegeben hatte. © dpa
Lübke galt als Pflichtmensch und eigenwillig. Im Inland wurde seine ungelenke Redeweise belächelt. CDU-Kanzler Ludwig Erhard missfiel, dass Lübke mit SPD-Vize Herbert Wehner die große Koalition einfädelte. Hier sind (v.l.) die späteren Bundeskanzler Willy Brandt, Helmut Schmidt und SPD-Vize-Vorsitzender Herbert Wehner vor der Bildung der Großen Koalition 1966 zu sehen. © dpa
Viele Reisen in die Dritte Welt verschafften dem Fürsprecher der Entwicklungsländer besonders in Afrika hohes Ansehen. Als Besucher und Fürsprecher der Entwicklungsländer Der gebürtige Sauerländer starb 1972 mit 78 Jahren in Bonn. © dpa
GUSTAV HEINEMANN (1969-74, SPD): Mit Heinemann kam erstmals ein Sozialdemokrat an die Staatsspitze. 1974 verzichtete Heinemann auf eine zweite Kandidatur. Zwei Jahre danach starb er im Alter von 76 Jahren in Essen. © dpa
Die Wahl des Bundesjustizministers zum Staatsoberhaupt mit Hilfe der FDP-Stimmen ebnete der sozial-liberalen Koalition im selben Jahr den Weg. Es bedurfte allerdings dreier Wahlgänge dafür. Neun Stunden lang tagte die Bundesversammlung. Dannach gab es Händeschütteln: Heinemann (l.) mit SPD-Fraktionsvorsitzenem Helmut Schmidt. © dpa
Die Wahl des früheren Bundesjustizministers Heinemann mit Stimmen der SPD und FDP galt in dessen Worten als "ein Stück Machtwechsel". Wenige Monate später löste die sozialliberale Koalition die Große Koalition in Bonn ab. Heinemann verstand sich als "Bürgerpräsident" und suchte stets den Kontakt mit den einfachen Leuten. © dpa
Der überzeugte Pazifist Heinemann fühlte sich besonders der “Verankerung der Demokratie“ in seinem “schwierigen“ Vaterland verpflichtet.  Hier hält Kofi Annan die Laudatio auf den Vorsitzenden von Transparancy International", Peter Eigen, der 2007 den Gustav-Heinemann-Preis für sein Engagement gegen Korruption erhielt. © dpa
WALTER SCHEEL (1974-79, FDP): Der nach Heuss zweite Liberale im Amt war zuvor Außenminister. Zur Heiterkeit der rheinischen Frohnatur gesellte sich Härte in der Sache. © dpa
Der Rheinländer Scheel war wegen seiner leutseligen Art populär - er schaffte 1974 mit dem Volkslied "Hoch auf dem gelben Wagen" sogar einen Platz in der Top Ten der Musikcharts. 1976 verweigerte er einem Gesetz zur Abschaffung der Gewissensprüfung bei Kriegsdienstverweigerern seine Unterschrift. © dpa
Im “deutschen Herbst“ 1977 brandmarkte Scheel Sympathisanten und Helfer der Terroristen öffentlich als “mitschuldig“. Weil sich die politischen Mehrheiten geändert hatten, blieb es bei einer Amtszeit. © dpa
KARL CARSTENS (1979-84, CDU): Der im Vergleich zu Scheel eher spröde Norddeutsche wurde erst als Wanderer durch Deutschland in weiten Kreisen populär. Politisch trat er für konservative Werte und Tugenden ein. © dpa
Der Jurist Carstens (Mitte, nach seiner Wahl) war anfangs Feindseligkeiten wegen seiner früheren Mitgliedschaft in der NSDAP ausgesetzt. Der gebürtige Bremer starb 1992 mit fast 78 Jahren in Meckenheim bei Bonn. © dpa
RICHARD VON WEIZSÄCKER (1984-94, CDU): Der frühere CDU-Bürgermeister von Berlin hatte bei beiden Kandidaturen keine SPD-Konkurrenz. © dpa
Von Weizsäcker, der erste gesamtdeutsche Präsident, Spross einer württembergischen Familie, beeinflusste wie kaum ein anderer durch seine vielbeachteten Reden das politische Klima. Wegen seiner Weltgewandtheit und seines perfekten Auftretens hatte er den Spitznamen "König Richard". © dpa
Als eine Art “Gewissen der Nation“ erinnerte von Weizsäcker an die historische Schuld der Deutschen und nannte den 8. Mai 1945 einen “Tag der Befreiung“. Hier steht Weizsäcker (l.), damals  - 1982 - Bügermeister von Berlin mit US-Präsident Ronald Reagan und Bundeskanzler Helmut Schmidt am Checkpoint Charly.
Mit den Parteien legte sich der populäre Präsident an, als er sie “machtversessen“ nannte. Nach der Wiedervereinigung mahnte er als Staatsoberhaupt aller Deutschen an, teilen zu lernen. Auch im Ruhestand genießt Weizsäcker weiterhin hohes Ansehen.
ROMAN HERZOG (1994-99, CDU): Der volksnahe Christdemokrat und ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts wollte seinen Landsleuten unverblümt “Wahrheit und Klarheit“ vermitteln. © dpa
Der Landshuter verlangte 1997 in seiner Berliner Rede (Foto) mit Blick auf den Reformstau: "Durch Deutschland muss ein Ruck gehen". © dpa
Außenpolitisch erkannte Herzog früh die Notwendigkeit eines “Dialogs zwischen den Kulturen“. Eine Wiederwahl hatte der Bayer von Anfang an nicht im Sinn. © dpa
JOHANNES RAU (1999-2004, SPD): Abseits der Politik war der wegen seiner Bibelfestigkeit “Bruder Johannes“ genannte Präsident ein leidenschaftlicher Witze- und Anekdotenerzähler. © dpa
Gemäß seinem Lebensmotto "Versöhnen statt spalten" trat der Ex-Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen für das Zusammenleben von Deutschen und Ausländern ein. Als historisch gilt seine Rede vor dem israelischen Parlament, in der er um Vergebung für die Verbrechen des Holocaust bat. © dpa
Der mit Christina, einer Enkelin von Gustav Heinemann, verheiratete Rau starb 2006 mit 74 Jahren in Berlin. © dpa
Horst Köhler (2004 bis 2010, CDU): Der ehemalige Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) gehörte der CDU an. © dpa
Als erster Bundespräsident ist er aber ein Seiteneinsteiger, der nicht dem politischen Establishment entstammt. © dpa
2009 wurde der bei den Bürgern äußerst beliebte Köhler wiedergewählt. Hier hält er bei der Eröffnung der Eishockey-WM 2010 in Gelsenkirchen ein Trikot mit seinem Namen hoch. © dpa
2005 folgte Köhler der Bitte des damaligen SPD-Kanzlers Gerhard Schröder und löste den Bundestag für Neuwahlen auf. Als unbequem für die spätere große Koalition erwies sich “Super-Horst“, als er Gesetzen die Unterschrift verweigerte und sich in die aktuelle Politik einmischte.
Spätestens als er die internationalen Finanzmärkte “Monster“ schimpfte, war der heute 67-Jährige das Image des marktradikalen Wirtschaftsfachmanns los. © dpa
Sein Rücktritt am 31. Mai 2010 wegen seiner missverständlichen und stark kritisierten Äußerungen zum Afghanistan-Einsatz kam völlig überraschend. © dpa
Christian Wulff (CDU) war der zehnte Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland. © dpa
Wulff wurde am 30. Juni 2010 im dritten Wahlgang von der Bundesversammlung gegen Joachim Gauck zum Bundespräsidenten gewählt. © dpa
Von 2003 bis 2010 war Christian Wulff Ministerpräsident des Landes Niedersachsen und von 1994 bis 2008 Vorsitzender der niedersächsischen CDU. Im dritten Anlauf schaffte er es 2003, Ministerpräsident zu werden. © dpa
Seit 2008 ist Christtan Wulff  in zweiter Ehe mit der Medienreferentin Bettina Wulff (geborene Körner) verheiratet. Sie haben einen gemeinsamen Sohn, der 2008 geboren wurde. Bettina Körner brachte als Alleinerziehende einen 2003 geborenen Sohn aus einer vorigen Beziehung mit in die Ehe. © dpa
Wulff war 17. Februar 2012 nach weniger als zwei Jahren im Amt unter massivem Druck zurückgetreten. Gegen ihn ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Vorteilsannahme. © dapd
Am 18. März 2012 wählte die Bundesversammlung Joachim Gauck zum elften Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland. © dpa

Wulff wird am Sonntag in Jerusalem mit Staatspräsident Shimon Peres sprechen und die Spitzenvertreter von Regierung und Opposition treffen. Die Geburtskirche in Betlehem will Wulff am Dienstag vor dem Gespräch mit Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas besuchen. Zuletzt war Bundespräsident Rau im Jahr 2000 die Palästinenser- Gebiete gereist.

Der Bundespräsident sieht seine Reise knapp fünf Monate nach seinem Amtsantritt als Zeichen des deutschen Engagements für das Existenzrecht Israels. “Die Verantwortung für Israel ist, wie auch der Kampf gegen Antisemitismus und die Pflege der Beziehungen zur jüdischen Gemeinde, ein Eckpfeiler deutscher Politik“, sagte Wulff am Freitag.

Er reist auf Einladung von Peres. Es war der Wunsch von Peres und Wulff, sich möglichst bald nach der Amtsübernahme des neuen Bundespräsidenten zu treffen. Peres war im Januar in Berlin gewesen und hatte als erstes israelisches Staatsoberhaupt im Bundestag bei der Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus gesprochen.

Größere Redeauftritte von Wulff sind in Israel nicht geplant. Ein späterer Staatsbesuch wird in seinem Amt für möglich gehalten. Wulff ist der fünfte Bundespräsident, der Israel offiziell besucht. Richard von Weizsäcker war 1985 der erste gewesen. Johannes Rau hielt 2000 als erstes deutsches Staatsoberhaupt eine Rede in einem Raum der Knesset. Horst Köhler sprach 2005 als erster Bundespräsident auf Deutsch vor dem Parlament in Jerusalem.

dpa

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