Auch Seitenhieb gegen Merkel

Üble Beleidigungen: Varoufakis geht auf Schäuble los

Wirft den Europäern mangelnde Weitsicht in Finanzentscheidungen vor: Yanis Varoufakis
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Wirft den Europäern mangelnde Weitsicht in Finanzentscheidungen vor: Yanis Varoufakis

Athen - Der ehemalige Finanzminister Griechenlands beleidigt Wolfgang Schäuble in einem Interview und gibt zu, Europa mit dem "Grexit" erpresst zu haben. Auch Kanzlerin Merkel bekommt ihr Fett weg.

Ein Mann der leisen Töne war er nie. Doch seit Yanis Varoufakis von seinem Amt als griechischer Finanzminister zurückgetreten ist, lässt er kein gutes Haar mehr an den Hauptprotagonisten der "Griechenland-Rettung". Sein ziemlich bester Feind dabei ist Wolfgang Schäuble. Der deutsche Finanzminister, mit dem sich Varoufakis sechs Monate lang harte Kämpfe lieferte, ehe er im Juli 2015 entnervt zurücktrat.

Im Interview mit dem griechischen Portal „Athens Live“ knöpft er sich laut Krautreporter.de Schäuble ein weiteres Mal vor: "Er ist wirklich komplett unfähig. Das Schlimmste daran ist, dass ihm das egal ist. Er benutzt, seine finanzielle Macht, um seine politischen Ziele zu erreichen." Soweit, so gut, doch dann wirds deftig: „Obwohl er der mächtigste Finanzminister in Europa ist, habe ich ihn als inkompetenten, kleinen Mann empfunden, der von Wirtschaft keine Ahnung hat.“

"Viel Lärm um nichts"

In dem Interview gibt Varoufakis auch zu Europa erpresst zu haben. Ein Austritt aus dem Euro sei nie eine wirkliche Option gewesen, meint der 55-Jährige. "Es war viel Lärm um nichts. Hinter verschlossenen Türen war unsere Übereinkunft mit Ministerpräsident Tsipras, dass wir ihnen mit dem Grexit drohen würden." Doch: „Ein Austritt Griechenlands aus dem Euroraum hätte die Europäer eine Billion Euro gekostet“, so Varoufakis. Er sei also nie eine Option gewesen. 

Die aktuelle Lage in Griechenland bewertet er durch die aufgezwungenen Sparauflagen äußerst kritisch. "Was derzeit geschieht, wird zu einer sehr schlechten Entwicklung führen, es ist nicht nachhaltig." Der EU und Bundeskanzlerin Angela Merkel fehle es an Kraft, um einen durchdachten, langfristigen Plan auszuarbeiten. Doch von Merkel wisse man ja: "Ihr Horizont ist drei Monate. Sie sieht nicht über diese drei Monate hinaus, nur darauf, was sie die nächsten drei Monate tun wird, und dann die nächsten drei Monate und die nächsten drei Monate", sagt Varoufakis. Ein Mann der leisen Töne wird er wohl nie werden.

mke

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