Nach Parteitag

Neuer AfD-Chef Chrupalla im ZDF-Interview: Erst gerät er ins Stocken - dann es kommt noch schlimmer

Der neue AfD-Chef Tino Chrupalla geriet in einem ZDF-Interview ins Kreuzfeuer: Der Moderator führte den Politiker in dem Beitrag fast schon vor.

  • Tino Chrupalla ist neben Jörg Meuthen neuer Partei-Chef der AfD
  • Er wurde beim AfD-Parteitag gewählt und ersetzt Alexander Gauland
  • Doch schon in seinem ersten Interview geriet er ins Schwitzen

Braunschweig - Die AfD hat einen neuen Partei-Chef. Neben Jörg Meuthen ersetzt nun Tino Chrupalla den scheidenden Alexander Gauland. Er wurde beim AfD-Parteitag gewählt, auch mit Unterstützung durch den sogenannten „Flügel“ unter der Führung von Björn Höcke. Generell gilt Chrupalla als gemäßigt. Doch schon direkt nach der Wahl geriet der Partei-Chef bei einem ZDF-Interview mächtig ins Schwitzen. Der Moderator Theo Koll führte den Politiker geradezu vor:

Es ging eher sachte los: Auf Kolls Frage, ob Chrupallas Wahlerfolg ein Zeichen für die Stärke des „Flügels“ innerhalb der AfD sei, antwortete der Politiker staatsmännisch: „Wir haben mehrere Strömungen in der Partei, dazu gehört auch der Flügel“, und sagte weiter: „Wenn man hier gewählt werden möchte, und das hat auch dieser Parteitag gezeigt, muss man lagerübergreifend Positionen vertreten können und das tue ich“.

ZDF-Mann führt AfD-Chef Tino vor: Begriff nicht benutzt? 

Hier konnte sich der neue Parteichef gekonnt positionieren. Weniger leicht war dies allerdings bei einer anderen Frage Kolls. Der Moderator sprach Chrupalla auf seine radikale Wortwahl an - speziell darauf, dass der neue Parteichef das Wort „Umvolkung“ verwendet hatte. 

Chrupalla leugnet daraufhin, dass er diesen Begriff je benutzt habe: „Das will ich ganz klar dementieren.“ Das bringt ihn in eine problematische Lage, denn: Der ZDF-Mann weist den Partei-Chef darauf hin, dass er über Video-Material verfüge, das belege, wie Chrupalla das Wort „Umvolkung“ verwendet.

Der AfD-Mann gerät daraufhin kurz ins Stottern und ändert dann einfach seine Verteidigungstaktik: Für ihn sei der Begriff nicht rechtsextrem. Doch auch diese Taktik geht nicht wirklich gut auf. Koll bezieht sich auf den Verfassungsschutzbericht, der die Wortwahl als Sprache der Nationalsozialisten ausweise. 

Daraufhin geht Chrupalla in den Gegenangriff: Der Verfassungsschutz agiere politisch und wolle die AfD schädigen und diffamieren. Doch Koll lässt nicht locker und stellt fest, dass „Umvolkung“ historisch betrachtet definitiv ein Begriff sei, der in der Sprache der Nationalsozialisten verankert sei. Chrupalla wiederholt seine Kritik am Verfassungsschutz und meint: „Mir ist nicht ganz klar, worauf Sie hinaus wollen“. 

Inhaltlich lässt Koll nicht mit sich diskutieren und fragt einfach weiter, ob Chrupalla das Wort bewusst gesetzt habe, oder ob ihm die Bedeutung des Begriffs schlicht nicht bewusst gewesen sei. „Habe ihn nicht bewusst gesetzt“, meint der AfD-Mann schließlich.

Tino Chrupalla (AfD) im Interview: ZDF-Mann Theo Koll lässt nicht locker

Da er hier nicht weiter kommt, fragt Koll schließlich wegen eines anderen Vorfalls nach. Hier war bei einer AfD-Veranstaltung im Jahr 2018 über die in den Nürnberger Prozessen verurteilten Kriegsverbrecher der NS-Zeit gesagt worden: „Jungs, die am Galgen in Nürnberg geendet sind.“ Koll hält Chrupalla, der bei der Veranstaltung anwesend war, vor, dass er dieser Ausführung nicht widersprochen habe.

Das ZDF spielt Videomaterial von der Veranstaltung ein. Darin gibt Chrupalla den Ausführungen des entsprechenden Redners teilweise Recht. Im ZDF-Interview bleibt der frisch gewählte AfD-Chef aber hart und weist die Anschuldigungen zurück - er habe widersprochen, meint er. Zumindest der Video-Ausschnitt des ZDF belegt das nicht. Deutlich sind Chrupallas Worte „da gebe ich Ihnen teilweise Recht“ zu hören. Doch Chrupalla bleibt bei seiner Darstellung. Koll beendet daraufhin das Interview.

Beim Deutschen Feuerwehrverband könnten Äußerungen gegen die AfD dem Präsidenten Hartmut Ziebs zum Verhängnis geworden sein. Der DFV hat jetzt seinen Rücktritt bekannt gegeben. 

Rubriklistenbild: © Screenshot: ZDF

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