Zeitung: WikiLeaks hat US-Folter-Dokumente

London - Die Internetplattform WikiLeaks ist laut einer Zeitung im Besitz von 400.000 geheimen Dokumenten der USA zum Irak-Krieg, die von Folter und Kriegsverbrechen zeugen.

Das berichtet die britische Tageszeitung “Guardian“ am Freitag auf ihrer Online-Seite. Auch andere internationale Medien hätten Einblick in die Papiere gehabt, hieß es weiter.

Bei dem “Leck“ handele es sich um dieselbe Quelle, die bereits im Juli mehr als 90 000 geheime US-Dokumente zum Afghanistan-Krieg öffentlich gemacht habe, schrieb das Blatt.

US-Behörden hätten es unterlassen, Hunderten von Berichten über Missbrauch, Folter, Vergewaltigung und Mord nachzugehen, in die irakische Polizisten und Soldaten verwickelt gewesen seien, schrieb der “Guardian“ weiter.

Es gebe zudem Informationen über eine US-Helikopter-Besatzung, die irakische Aufständische getötet habe, obwohl diese versucht hätten, sich zu ergeben.

Die geheimen Dokumente zeugten von bisher unbekannten Zwischenfällen, bei denen mehr als 15 000 Zivilisten getötet worden seien. Amerikanische und britische Regierungsstellen hätten immer bestritten, dass es offizielle Statistiken über zivile Opfer gegeben habe, schreibt der “Guardian“. Aus den Unterlagen gehe die Zahl von 109 000 Toten hervor, von denen mehr als 66 000 getötet worden seien, ohne in Kampfhandlungen verwickelt gewesen zu sein.

dpa

Rubriklistenbild: © AP

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