Zelaya bestätigt Rückkehr-Pläne nach Honduras

Manuel Zelaya (Mitte) spricht in Washington vor Journalisten über seine Rückkehrpläne nach Honduras. Links: Argentiniens Präsidentin Cristina Fernandez.
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Manuel Zelaya (Mitte) spricht in Washington vor Journalisten über seine Rückkehrpläne nach Honduras. Links: Argentiniens Präsidentin Cristina Fernandez.

Tegucigalpa - Trotz eindringlicher Warnungen hat sich der gestürzte honduranische Präsident Manuel Zelaya für eine sofortige Rückkehr nach Honduras entschieden.

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Honduras droht ein Blutvergießen

Das bestätigte Zelaya, nachdem sich die Organisation der Amerikanischen Staaten ( OAS ) endgültig gegen die Interims-Regierung in Tegucigapla gestellt und Honduras' Mitgliedschaft in dem Staatenbund suspendiert hatte. Wann Zelaya in Honduras eintreffen würde, stand am Sonntagnachmittag noch nicht fest. Wegen der allseits befürchteten Zusammenstöße zwischen seinen Anhängern und Gegnern rief Zelaya dazu auf, die Ruhe zu bewahren und keine Gewalt anzuwenden.

“Ich bitte darum, Ruhe und Gewaltlosigkeit zu wahren“, sagte der Honduraner in Washington vor seiner Abreise. “Niemand soll auch nur eine einzige Waffe anwenden. Die Waffe, die wir haben, ist die mächtigste, und das ist das Recht der Völker, sich selbst zu verteidigen.“

Begleitet wird der vor einer Woche entmachtete Politiker vom Präsidenten der UN-Vollversammlung, dem Nicaraguaner Miguel d'Escoto. Eine zweite Delegation, gebildet von den Präsidenten befreundeter Länder, werde gleichzeitig nach El Salvador reisen. Die Interims- Regierung unter Roberto Micheletti hat Zelaya mit Festnahme gedroht, sollte er seinen Fuß auf honduranischen Boden setzen. Um den inzwischen geschlossenen Flughafen in der Hauptstadt Tegucigalpa wurden am Sonntag Einheiten der Streitkräfte zusammengezogen.

Keine Landegenehmigung für Zelaya

Bereits am Samstagnachmittag waren um den Flughafen der Hauptstadt Einheiten der Streitkräfte aufmarschiert. Es wurde befürchtet, dass es zu Unruhen kommen könnte. Die Anhänger und Gegner Zelayas stehen einander unversöhnlich gegenüber. Außenminister Enrique Ortez teilte am Sonntag mit, dass einem Flugzeug mit Zelaya an Bord in Honduras keine Landegenehmigung erteilt werde. “Ich habe angeordnet, dass man ihm die Rückkehr nicht erlauben darf, geschehe was geschehe.“

Die Generalversammlung des amerikanischen Staatenbundes beschloss am Samstagabend (Ortszeit), die Mitgliedschaft des mittelamerikanischen Staates auszusetzen. Die Interimsregierung in Tegucigalpa hatte sich geweigert, Zelaya wieder an die Macht in Honduras zurückkehren zu lassen und ihrerseits angekündigt, die OAS zu verlassen.

OAS-Generalsekretär warnt vor Zuspitzung

OAS -Generalsekretär José Miguel Insulza warnte vor einer Zuspitzung der Lage in Honduras. Auch er riet Zelaya, von einer Rückkehr nach Honduras vorerst Abstand zu nehmen. “Es gibt Risiken und es existiert das Risiko, festgenommen zu werden“, sagte Insulza am Samstagabend in Washington . “Es könnte zu Unruhen kommen, das ist keine sichere Rückkehr“, sagte Insulza.´

Zuvor hatte der Vorsitzende der honduranischen Bischofskonferenz, Kardinal Óscar Rodríguez Madriaga, Zelaya aufgefordert, zu diesem Zeitpunkt nicht zurückzukehren. Es bestehe die Gefahr, dass es in dem mittelamerikanischen Land zu einem Blutbad kommen könne, sagte er im Fernsehen. Die katholische steht ebenso wie die evangelische Kirche in dem Konflikt an der Seite der neuen Interims-Regierung, die Zelaya entmachtet hatte.

Bei der Diskussion in der OAS -Generalversammlung über einen Ausschluss von Honduras aus dem Staatenbund hatte auch der Sekretär des kanadischen Außenministeriums, Peter Kent , Zelaya von einer Rückkehr zum jetzigen Zeitpunkt abgeraten.

dpa

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