1. kreisbote-de
  2. Politik

Ärztetag beginnt mit Warnung vor Rationierung

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Jörg-Dietrich Hoppee, Präsident der Bundesärztekammer mit Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (auf dem Ärtzetag 2008).
Jörg-Dietrich Hoppee, Präsident der Bundesärztekammer mit Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (auf dem Ärtzetag 2008). © AP

Mainz - Deutschlands Ärzte wollen heute auf dem Ärztetag in Mainz auf Probleme in der medizinischen Versorgung aufmerksam machen. Zu Beginn will der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, ähnlich wie in den Vorjahren beschreiben, wie Medizin wegen knapper Kassen bereits rationiert werde.

Die Ärzte wollen Forderungen an die Politik gegen die beklagten Trends beschließen. Eine zentrale Debatte des viertägigen Ärztetags betrifft die Frage, wie Patientenrechte angesichts der beklagten “Kostendämpfungspolitik“ durchgesetzt werden können.

Mit seiner Forderung nach einer offiziellen Prioritätensetzung war Hoppe bei Gesundheitsministerin Ulla Schmidt ( SPD ) auf Ablehung gestoßen. “Es wird keinen Prioritätenkatalog für Krankheitsbehandlungen geben“, sagte Schmidt, die am Ärztetag wegen einer internationalen Konferenz zur Schweinegrippe erstmals nicht teilnimmt, in einem Interview.

Auch der Chef der KKH-Allianz, Ingo Kailuweit, lehnte die Forderung der Ärztekammer nach solchen Ranglisten ab. “Die Debatte um Priorisierung ist absurd“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur dpa. Es gebe auch keinen Bedarf für mehr Geld. Vielmehr müssten auch die Ärzte sich Reformen stellen und Versäumnisse aufholen.

“Die Qualität in der ärztlichen Versorgung reicht nicht aus“, sagte Kailuweit. “Wir haben viel Fehldiagnostik, unberechtigte stationäre Behandlungen, nicht ausreichende Qualität.“ Er sagte: “Patienten mit den weit verbreiteten chronischen Diagnosen werden zu einem erschreckend hohen Anteil nicht gemäß den Leitlinien behandelt.“

So erhielten etwa mehr als 40 Prozent der Menschen mit koronaren Herzerkrankungen keine blutverdünnenden Mittel und rund jeder dritte mit Herzinsuffizienz keine Betablocker -obwohl Schlaganfällen so vorgebeugt werden kann. “Bei den Ärzten gibt es erheblichen Handlungsbedarf.“

dpa

Auch interessant

Kommentare