Zuwanderungspolitik per Punktesystem?

Berlin - Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat die Bundesregierung angesichts des erwarteten Rückgangs der Bevölkerung zu einer einfacheren Zuwanderungspraxis aufgefordert.

“Deutschland muss sich künftig viel stärker als attraktives Einwanderungsland positionieren“, sagte DIHK-Geschäftsführer Achim Dercks der “Rheinischen Post“ (Freitag).

Dazu gehöre, dass die Politik gezielter vorgehe und zugleich für bessere Integrationschancen sorge, betonte Dercks. Er schlug die Einführung eines Punktesystems vor. “Im Rahmen eines solchen Systems nach australischem oder kanadischem Vorbild werden Punkte errechnet, deren Anzahl sich insbesondere nach Qualifikation, Berufserfahrung und Sprachkenntnissen des einzelnen Bewerbers richten“, sagte Dercks. So könne die Politik je nach Bedarf unterschiedliche jährliche Zuwanderungszahlen für Fachkräfte festlegen. “Das alles könnte schnell, unbürokratisch und wirtschaftsnah gehen.“

Bisher sind Zuwanderer und Migranten nach Angaben des neuen Ausländerberichts auf dem deutschen Arbeitsmarkt nach wie vor benachteiligt. Im Jahr 2008 war demnach die Arbeitslosenquote von Menschen mit ausländischen Wurzeln doppelt so hoch wie von Menschen ohne Migrationshintergrund. Als wesentliche Gründe werden schlechtere Qualifikationen und fehlende Abschlüsse genannt. Auch werden ihre Abschlüsse in Deutschland oft nicht anerkannt. Die Bundesregierung strebt hier eine Erleichterung an. Von den rund 82 Millionen Einwohnern haben 15,6 Millionen Menschen ausländische Wurzeln. Sie machen rund 19 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. 8,3 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund haben einen deutschen Pass.

dpa

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