Zweite Chance für elektronische Gesundheitskarte?

Berlin - Nach jahrelangem Streit und einem pannenreichen Vorlauf haben sich Krankenkassen, Ärzte, Kliniken und Apotheker einem Bericht zufolge auf eine abgespeckte Version der elektronischen Gesundheitskarte verständigt.

Das berichtet die “Hannoversche Allgemeine Zeitung“ unter Berufung auf den Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen. In der Betreibergesellschaft Gematik einigten sich Vertreter der vier Gruppen demnach auf eine neue Version des milliardenteuren IT-Projekts. Zudem wurde der frühere Staatssekretär Klaus Theo Schröder zum Schlichter für künftige Streitfälle ernannt, wie es in dem Bericht heißt. Das Bundesgesundheitsministerium wurde demnach aufgefordert, einen Gesetzentwurf auf den Weg bringen. Die Frage, ob die Ärzte zur Annahme der elektronischen Gesundheitskarte verpflichtet werden, ist laut dem Bericht weiter offen.

Weniger komplexe Version der Karte

Zur Verzögerung bei der Einführung der elektronischen Karte sagte die Vorsitzende des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV), Doris Pfeiffer, die Politik habe “zu schnell zu viel gewollt“. Die elektronische Gesundheitskarte hatte bereits 2006 komplett eingeführt werden sollen. Die Politik versprach sich von Zusatzfunktionen wie dem elektronischen Rezept und der elektronischen Patientenakte eine bessere und preiswertere Versorgung der Patienten. Um das Projekt doch noch zu retten, verständigte man sich dem Bericht zufolge jetzt auf eine weniger komplexe Version: Auf das elektronische Rezept, das die rund 700 Millionen jährlichen Verordnungen auf dem Papier überflüssig machen sollte, wird laut “HAZ“ vorerst verzichtet. Die elektronische Patientenakte soll vertagt werden. Wann die elektronische Gesundheitskarte in den Praxen Einzug hält, ist dem Bericht zufolge noch offen.

DAPD

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesen

Abschaffung von „Obamacare“: Debakel für Trump
Abschaffung von „Obamacare“: Debakel für Trump
Bundesfinanzminister Schäuble vergleicht die Türkei mit der DDR
Bundesfinanzminister Schäuble vergleicht die Türkei mit der DDR
„Linke Saubande“: CSU-Politiker fordern Schließung der Roten Flora 
„Linke Saubande“: CSU-Politiker fordern Schließung der Roten Flora 
Schulz wird konkret: Mit diesen zehn Punkten will er Merkel einholen
Schulz wird konkret: Mit diesen zehn Punkten will er Merkel einholen

Kommentare