Zweiter Timoschenko-Prozess erneut vertagt

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Ein Foto der früheren ukrainischen Ministerpräsidentin Julia Timoschenko hängt in Charkiw, Ukraine, vor dem Krankenhaus, in dem sie behandelt wird.

Kiew - Ein neuer umstrittener Prozess gegen die inhaftierte ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko ist erneut vertagt worden - ein Gesundheitsgutachten fehlt.

Richter Konstantin Sadowski legte in der ostukrainischen Stadt Charkow die nächste Verhandlung auf den 23. Juli fest, wie Medien aus der Ex-Sowjetrepublik berichteten. Timoschenko drohen wegen Veruntreuung und Steuerhinterziehung zwölf weitere Jahre Haft. Ihre Gegner warfen dem behandelnden Neurologen Lutz Harms von der Berliner Charité vor, er attestiere Timoschenko gegen Geld schlechte Gesundheit.

Lange Haftstrafe: Julia Timoschenko im Porträt

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Die 51-Jährige leidet an einem Bandscheibenvorfall. Der vom Gericht bestellte Amtsarzt braucht nach eigenen Angaben mehr Zeit für ein Gutachten. Der Prozess war deswegen schon einmal Ende Juni vertagt worden. Die Staatsanwaltschaft schloss Gerichtsverhandlungen in Abwesenheit der Oppositionsführerin nicht länger aus. Trotz eines Verbots protestierten vor dem Gerichtsgebäude auch mehrere hundert Anhänger Timoschenkos.

Die Vorwürfe in dem neuen Verfahren stammen aus den 1990er Jahren, als Timoschenko Chefin eines Energieunternehmens war. Die Politikerin war in einem ersten, international kritisierten Prozess im Oktober 2011 wegen Amtsmissbrauchs bereits zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Der Berufungsprozess soll an diesem Donnerstag fortgesetzt werden.

In Kiew demonstrierten unterdessen Mitglieder der Charkower Ärztevereinigung vor der deutschen Botschaft gegen Timoschenkos Behandlung durch ausländische Spezialisten. Auf Flugblättern bezweifelten sie den Therapieerfolg ihrer deutschen Kollegen.

dpa

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