Tiere

Der Fuchs vor meiner Tür - Niedlich oder gefährlich?

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Füchse haben keine Angst vor dem Leben in der Stadt - im Gegenteil, sie sind Kulturfolger und fühlen sich dort oft bald zu Hause.

Füchse sind Wildtiere. Aber sie leben oft auch in der Stadt, manchmal ganz in der Nähe der Menschen. Nicht jedem ist das ganz geheuer. Schließlich haben sie den Ruf, Tollwut zu verbreiten und vom Fuchsbandwurm befallen zu sein. Ein bisschen Vorsicht schadet nie.

Hamburg - Einem Fuchs im Wald zu begegnen, ist nicht so einfach. Dagegen ist er immer häufiger in der Stadt anzutreffen. Oft wagt er sich dann in den nächsten Garten oder sogar bis vor die Terrassentür. Menschen begegnen ihm mit gemischten Gefühlen.

Die einen freuen sich, einen Fuchs in unmittelbarer Nähe beobachten zu können, die anderen haben möglicherweise Angst davor, er könnte mit Tollwut infiziert sein oder vom Fuchsbandwurm befallen. Die Risiken sind überschaubar, betont Yvonne Nottebrock von Vier Pfoten - Stiftung für Tierschutz in Hamburg.

Was suchen Füchse in der Stadt?

Der Fuchs ist ein typischer Kulturfolger. In Städten finden die Tiere leicht Nahrung wie Ratten, Mäuse, Tauben, aber auch in den Abfällen des Menschen. Hinzu kommt, dass die Temperaturen dort in der Regel angenehmer sind. Insgesamt sind die Lebensbedingungen für Füchse Nottebrock zufolge in Städten oft besser als im Wald oder in landwirtschaftlichen Regionen. Füchse fühlen sich in der Stadt deshalb wohl.

Ist es problematisch, wenn Füchse in der Nähe von Menschen wohnen?

Vier Pfoten sieht im Zusammenleben mit diesen Wildtieren keine Gefahren. Die Nähe zwischen Mensch und Fuchs verläuft in der Regel reibungslos. Nach Nottebrocks Beobachtung freuen sich die meisten Menschen, wenn sie die Möglichkeit haben, diese Tierart beobachten zu können. Viele schätzten sie außerdem als nützlich ein, weil sie Ratten und Mäuse jagen oder auch kranke und tote Tiere beseitigen.

Wie lassen sich Füchse vom eigenen Garten fernhalten?

Zäune nützen nicht viel, weil Füchse sie leicht überwinden können oder sich unten hindurchzwängen. Andererseits kann ein Fuchs nach Einschätzung der Tierschützer wenig Schaden anrichten. Wer sich dennoch daran stört, ihn im Garten oder sogar auf der Terrasse zu treffen, sollte verhindern, dass er dort Nahrungsquellen entdeckt. Lärm und Licht schrecken die Tiere ab. Auch wenn Menschen sich regelmäßig dort bewegen, halten Füchse Abstand. Liegt ein Fuchsbau im Garten, sollten die Tiere zur Zeit der Jungenaufzucht nicht vertrieben werden.

Wie sollen sich Menschen verhalten, die zufällig einem Fuchs im Garten begegnen?

Füchse sind nicht aggressiv. Es besteht laut Nottebrock keine Gefahr für Menschen. Die Tiere haben eine natürliche Scheu und versuchen den Kontakt mit Menschen zu vermeiden, solange sie sich nicht an Menschen gewöhnt haben, weil sie regelmäßig gefüttert wurden.

Inwieweit ist Tollwut noch ein Problem?

Tollwut war auch in Deutschland ein großes Problem, es gilt seit 2008 aber als frei davon.

Wie stark sind Füchse mit dem Kleinen Fuchsbandwurm befallen?

Das ist regional sehr unterschiedlich. In Mitteleuropa ist das nach Nottebrocks Angaben beispielsweise im Kanton Thurgau in der Schweiz und in Deutschland auf der Schwäbischen Alb ein größeres Problem als anderswo. Die Gefahr, sich mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren, gilt aber als gering. In den Gegenden mit hohem Befall sollten zum Schutz die klassischen Hygieneregeln befolgt werden, also Hände nach der Gartenarbeit, Spaziergängen oder dem Kontakt mit Tieren gründlich waschen. Zur Sicherheit gilt das auch für Obst und Gemüse.

Kann der Fuchsbandwurm Haustiere befallen?

Der Fuchsbandwurm kann auch bei Hunden und Katzen vorkommen - wenn diese die Zwischenwirte des Wurms, also infizierte Nagetiere wie Mäuse gefressen haben. Daher ist eine regelmäßige Entwurmung und Hygiene im Umgang mit Haustieren wichtig.

Können Menschen Fuchsbandwurmeier zum Beispiel mit Erdbeeren aufnehmen?

Bislang gibt es Nottebrock zufolge keinen eindeutigen Beleg, dass das Sammeln und Essen von Beeren oder Pilzen die Infektionsgefahr vergrößert. Ein erhöhtes Risiko gilt dagegen eher für Landwirte, Hundehalter und Personen aus dem Forst- und Jagdbereich, weil sie im Alltag immer wieder mit Pflanzen, Tieren und Erde in Berührung kommen. Trotzdem sollten selbst gesammelte Pilze und Früchte vor dem Verzehr immer gründlich gewaschen werden. Beim Erhitzen auf über 60 Grad werden Fuchsbandwurmeier außerdem abgetötet.

Ist Kot von Füchsen ein Gesundheitsrisiko?

Fuchskot sollte vor allem aus dem Bereich entfernt werden, in dem Kinder spielen, so wie Hundekot auch. Und genau wie diesen empfiehlt es sich, den Fuchskot am besten mit einer Plastiktüte aufzunehmen, um jedes Infektionsrisiko auszuschließen, und ihn dann in der Mülltonne zu beseitigen.

dpa

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