Abgabefrist rückt näher

Steuererklärung 2018: Diese Sonderausgaben sollten Sie unbedingt geltend machen

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Wer bei seiner Steuererklärung privat getätigte Aufwendungen angibt, kann viel Geld zurückbekommen. 

Für viele Deutsche rückt die Abgabe der Steuererklärung immer näher. Um Geld vom Finanzamt zurückzuerhalten, empfiehlt es sich, auch Sonderausgaben anzugeben.

Wenn die Abgabefrist der Steuererklärung näher rückt, werden in deutschen Haushalten wieder die Unterlagen gewälzt. Schließlich müssen alte Belege herausgekramt werden, um Mehraufwendungen von der Steuer absetzen zu können. 

Steuererklärung 2018: Was sind Sonderausgaben - und wo trage ich sie ein?

Neben Werbungskosten gibt es auch sogenannte Sonderausgaben, die Sie als steuermindernde Sammelposten in Ihrer Einkommenssteuererklärung angeben können. Hierunter fallen diverse Ausgaben, die privat, also zum Eigenbedarf getätigtwurden und die weder zu Betriebsausgaben noch beruflich veranlassten Werbungskosten zählen

Außerdem wichtig zu wissen: Sonderausgaben können immer nur in dem Jahr, in dem sie getätigt wurden, steuerlich verrechnet werden.

Die Sonderausgaben, die Sie eintragen können, werden wiederum in zwei Gruppen aufgeteilt: 

  • Vorsorgeaufwendungen
  • andere Sonderausgaben

Erfahren Sie hierSteuererklärung 2018: Warum Sie die Belege dennoch besser aufbewahren.

Steuererklärung 2018: Wann der Sonderausgaben-Pauschbetrag greift

Zu den Vorsorgeaufwendungen zählen etwa Beiträge zur Basis-Krankenversicherung und Pflegepflichtversicherung sowie auch zur privaten Altersvorsorge.

Weitere sonstige Vorsorgeaufwendungen sind:

  • Arbeitslosen-,
  • Erwerbs-,
  • Risikolebens-,
  • Haftpflicht-,
  • Unfall-,
  • Berufsunfähigkeits-,
  • Renten- und Kapitallebensversicherungen

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Doch Vorsicht: Hier greift der Sonderausgaben-Pauschbetrag nicht, da sonstige Vorsorgeaufwendungen grundsätzlich bis zu einem Höchstbetrag von 23.712 Euro bzw. 47.424 Euro (bei zusammen veranlagten Ehepaaren oder Lebenspartnern) abziehbar sind. Außerdem wird rentenversicherungspflichtigen Arbeitnehmern der abziehbare Anteil der Vorsorgeaufwendungen um den steuerfreien Anteil gekürzt, den der Arbeitgeber in die Rentenversicherung einzahlt.

Der Sonderausgaben-Pauschbetrag wird vom Finanzamt dagegen automatisch mit 36 Euro für Ledige und 72 Euro für Verheiratete pro Kalenderjahr veranschlagt. Somit müssen Sie hierfür nicht extra einen Antrag einreichen. Allerdings ist die Voraussetzung, dass Sie den Pauschbetrag in Anspruch nehmen können, dass Sie auch eine Einkommenssteuererklärung abgeben.

Allerdings fallen darunter nur die anderen Sonderausgaben, da sie unbeschränkt abziehbar sind. Dazu zählen laut den Paragrafen 10 bis 10g des Einkommenssteuergesetzes wie folgt: 

  • Kirchensteuer
  • Spenden
  • Kinderbetreuungskosten
  • Schulgeld
  • Unterhaltsleistungen (an Ex-Partner)
  • Kosten für eine Erstausbildung bzw. ein Erststudium
  • Beiträge zum Riester-Vertrag
  • Unterhaltszahlungen an den Expartner

Doch Vorsicht: Oftmals haben viele Haushalte deutliche höhere Sonderausgaben. Diese können Sie zwar absetzen, müssen aber in unterschiedlichen Formularen eingetragen und eventuell mit den entsprechenden Belegen versehen werden:

  • Kirchensteuer und Spenden: im Mantelbogen auf Seite 2
  • Sozialversicherungsbeiträge / Beiträge für Altersvorsorge: in der Anlage Vorsorgeaufwand auf Seite 1
  • Riester-Sparer: in Anlage AV
  • Kinderbetreuungskosten: in Anlage Kind

Hinzu kommt, dass nicht alle Sonderausgaben gleichermaßen in voller Höhe von der Steuer abgesetzt werden können. Während dies bei der Kirchensteuer komplett möglich ist, können Sie zum Beispiel Studienkosten nur bis zu einem jährlichen Höchstbetrag von 6.000 Euro geltend machen.

Auch bei den Aufwendungen für Kinderbetreuung können Sie nur zwei Drittel, maximal aber 4.000 Euro je Kind und Kalenderjahr als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. Ein Verlustvortrag wie bei Werbungskosten ist dagegen nicht möglich.

Lesen Sie auch: So geben Sie die  Steuererklärung 2018 rückwirkend ab - und kriegen viel Geld zurück.

jp

Steuererklärung 2018 kompakt: Änderungen, Frist und rückwirkend abgeben

Grundsätzlich galt bislang der 31. Mai als letzter Abgabetermin. Doch im Rahmen des "Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens" haben Arbeitnehmer in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bis zum 31. Juli Zeit. Allerdings nur, wenn Sie Ihre Steuererklärung authentifiziert elektronisch über Elster an das Finanzamt überweisen. Falls Sie allerdings nicht dazu verpflichtet sind, können Sie sich auch vier Jahre Zeit lassen und rückwirkend die Steuererklärung abgeben. Oftmals erhalten Sie dann mehr Geld zurück.
Grundsätzlich galt bislang der 31. Mai als letzter Abgabetermin. Doch im Rahmen des "Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens" haben Arbeitnehmer in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bis zum 31. Juli Zeit. Allerdings nur, wenn Sie Ihre Steuererklärung authentifiziert elektronisch über Elster an das Finanzamt übermitteln. Falls Sie allerdings nicht dazu verpflichtet sind, können Sie sich auch vier Jahre Zeit lassen und rückwirkend die Steuererklärung abgeben. Oftmals erhalten Sie dann mehr Geld zurück. © dpa / Hans-Jürgen Wiedl
Mit Frei- und Pauschbeträgen lässt sich viel Geld bei der Steuererklärung sparen. Diese werden in der Steuererklärung in der Anlage N separat angegeben. Unter Pauschbeträge werden Werbungskosten und Sonderausgaben gezählt. Unter Freibeträge fallen die "außergewöhnlichen Belastungen", wie der Kinderfreibetrag, Entlastungsbetrag, Ausbildungsfreibetrag, Pflege-und/oder Behindertenpauschbetrag. Diese erhalten Sie allerdings erst, wenn Sie die jeweilige Einkommenssumme überschritten haben. Nachweise sind nicht mehr nötig.
Mit Frei- und Pauschbeträgen lässt sich viel Geld bei der Steuererklärung sparen. Diese werden in der Steuererklärung in der Anlage N separat angegeben. Unter Pauschbeträge werden Werbungskosten und Sonderausgaben gezählt. Unter Freibeträge fallen die "außergewöhnlichen Belastungen", wie der Kinderfreibetrag, Entlastungsbetrag, Ausbildungsfreibetrag, Pflege-und/oder Behindertenpauschbetrag. Diese erhalten Sie allerdings erst, wenn Sie die jeweilige Einkommenssumme überschritten haben. Nachweise sind nicht mehr nötig. © dpa /Jens Wolf
Frischgebackene Ehepaare haben bei einer ersten gemeinsamen Steuererklärung viele Vorteile zu Unverheirateten - schließlich profitieren sie davon, dass sie je nach Einkommen zwischen drei Steuerklassen-Kombinationen wählen können. Außerdem greift hier das Ehegattensplitting, wenn sie unterschiedlich verdienen. Hierbei wird das Einkommen des Ehepaares zusammen veranlagt, die Summe halbiert und aus dieser die Einkommenssteuer errechnet. Anschließend wird sie verdoppelt. So gilt das Ehepaar steuerlich als eine Person.
Frischgebackene Ehepaare haben bei einer ersten gemeinsamen Steuererklärung viele Vorteile zu Unverheirateten – schließlich profitieren sie davon, dass sie je nach Einkommen zwischen drei Steuerklassen-Kombinationen wählen können. Außerdem greift hier das Ehegattensplitting, wenn sie unterschiedlich verdienen. Hierbei wird das Einkommen des Ehepaares zusammen veranlagt, die Summe halbiert und aus dieser die Einkommenssteuer errechnet. Anschließend wird sie verdoppelt. So gilt das Ehepaar steuerlich als eine Person. © pixabay / Takmeomeo
Kinder kosten viel Geld - doch Familien werden bei der Steuererklärung berücksichtigt. Schließlich erhalten Sie Kindergeld, sogar, wenn Ihr Kind noch volljährig und in Ausbildung ist. Zudem profitieren Sie vom Kinderfreibetrag, der 2018 auf 7.428 Euro gestiegen ist. Außerdem können Eltern Betreuungskosten (maximal 4.000 Euro) unter Anlage Kind von der Steuer absetzen. Schließlich können Sie bereits vor der Steuererklärung Steuern sparen, wenn Sie Ihre bis zum 30. November des laufenden Jahres Auskünfte über etwaige Kosten in Bezug auf Ihre Kinder auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung angeben.
Kinder kosten viel Geld – doch Familien werden bei der Steuererklärung berücksichtigt. Schließlich erhalten Sie Kindergeld. Sogar, wenn Ihr Kind noch volljährig und in Ausbildung ist. Zudem profitieren Sie vom Kinderfreibetrag, der 2018 auf 7.428 Euro gestiegen ist. Außerdem können Eltern Betreuungskosten (maximal 4.000 Euro) unter Anlage "Kind" von der Steuer absetzen. Schließlich können Sie bereits vor der Steuererklärung Steuern sparen, wenn Sie Ihre bis zum 30. November des laufenden Jahres Auskünfte über etwaige Kosten in Bezug auf Ihre Kinder auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung angeben. © iStockphoto
Bereits als Student macht es Sinn, eine Steuererklärung abzugeben. Zwar sind Studenten gesetzlich nicht dazu verpflichtet, doch so lassen sich ein paar Euros sparen. Besonders dann, wenn Sie über den Grundfreibetrag von 8.652 Euro kommen oder Ihr Zweitstudium, zum Beispiel einen Master, beginnen. Die Steuererklärung können Sie vier Jahre rückwirkend machen und Werbungskosten, also Arbeitsmaterialien, PC & Co. sowie Sonderausgaben wie Fahrtkosten, Studienreisen oder Miete absetzen.
Bereits als Student ergibt es Sinn, eine Steuererklärung abzugeben. Zwar sind Studenten gesetzlich nicht dazu verpflichtet, doch so lassen sich ein paar Euro sparen. Besonders dann, wenn Sie über den Grundfreibetrag von 8.652 Euro kommen oder Ihr Zweitstudium, zum Beispiel einen Master, beginnen. Die Steuererklärung können Sie vier Jahre rückwirkend machen und Werbungskosten, also Arbeitsmaterialien, PC & Co. sowie Sonderausgaben wie Fahrtkosten, Studienreisen oder Miete absetzen. © pixabay / janeb13
ElsterOnline, ElsterFormular oder Wiso: Es gibt einige Steuerprogramme, die die Steuererklärung erleichtern sollen. Mit diesen haben Sie die Möglichkeit, die Steuererklärung elektronisch zu machen und online an das Finanzamt zu übermitteln. Die Softwares sind alle ähnlich aufgebaut und teilweise kostenlos. Sie werden in den Programmen Schritt für Schritt durch die Steuererklärung geführt. Allerdings bemängeln manche Nutzer, dass die Steuer-Programme für Einsteiger anfangs unübersichtlich sein können.
ElsterOnline, ElsterFormular oder Wiso: Es gibt einige Steuerprogramme, die die Steuererklärung erleichtern sollen. Mit diesen haben Sie die Möglichkeit, die Steuererklärung elektronisch zu machen und online an das Finanzamt zu übermitteln. Die Programme sind alle ähnlich aufgebaut und teilweise kostenlos. Sie werden Schritt für Schritt durch die Steuererklärung geführt. Allerdings bemängeln manche Nutzer, dass die Steuer-Programme für Einsteiger anfangs unübersichtlich sein können. © pixabay / Simon
Sie haben die Frist verpasst? Dann sollten Sie sich schnell an Ihr zuständiges Finanzamt wenden und auf die Milde des jeweiligen Beamten hoffen. Wenn Sie sich allerdings still halten, dem droht ein satter Verspätungszuschlag. Dieser kann schon mal bis zu zehn Prozent der Steuersumme (maximal 25.000 Euro) ausmachen. Das liegt wiederum im Ermessen des Finanzamtes, dass dann eine Steuerschätzung vornimmt. Zudem entbindet es sie nicht, die Steuererklärung nachzuholen.
Sie haben die Frist verpasst? Dann sollten Sie sich schnell an Ihr zuständiges Finanzamt wenden und auf die Milde des jeweiligen Beamten hoffen. Wenn Sie sich allerdings still halten, dem droht ein satter Verspätungszuschlag. Dieser kann schon mal bis zu zehn Prozent der Steuersumme (maximal 25.000 Euro) ausmachen. Das liegt wiederum im Ermessen des Finanzamtes, dass dann eine Steuerschätzung vornimmt. Zudem entbindet es sie nicht, die Steuererklärung nachzuholen. © iStockphoto

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