Mit Mineralöl belastet

Veganes Hackfleisch im Ökotest: Nur vier schneiden mit „gut“ ab

Die vegetarische und vegane Ernährung bekommt immer mehr Anhänger. Deshalb werden auch vegane Ersatzprodukte beliebter. Aber nicht alle überzeugen im Ökotest.

Vegane Ersatzprodukte sind kein Lebensmittel mehr, das nur in Reformhäusern oder Bio-Supermärkten zu finden ist. Vom Fleisch- und Wursthersteller Rügenwalder Mühle bis zu Discountern wie Lidl, Aldi und Penny sind viele Unternehmen und Marken auf den Veggie-Trend aufgesprungen. Gerade veganes Hackfleisch ist eine gute Möglichkeit für Vegetarier und Veganer, auf typische Fleischgerichte wie Burger, Bolognese oder Chili con Carne* nicht verzichten zu müssen.

Ökotest prüft 20 Veggie-Hack-Produkte

Ökotest hat in seiner März-Ausgabe 20 Fleischersatz-Produkte unter die Lupe genommen. Erschreckendes Ergebnis: Nur vier davon sind mit der Note „gut“ empfehlenswert. Die Bestnote „sehr gut“ erreicht kein Ersatzprodukt. Etwa ein Drittel des Veggie-Hacks fällt mit Note „mangelhaft“ oder „ungenügend“ durch. Viele Produkte sind mit Mineralöl verunreinigt, enthalten umstrittene Zusatzstoffe oder zu viel Salz. Kritik hagelt es zudem für die Verwendung von künstlichen und natürlichen Aromen in vielen veganen Hacksorten. Diese sind laut Ökotest überflüssig.

Weiterlesen: Machen Sie diesen Fehler, wenn Sie Ihr Hackfleisch braten? Er verdirbt den Geschmack.

Veganes Hack im Ökotest: Viele Produkte mit Mineralöl verunreinigt

Genauer gesagt wurden vom prüfenden Labor gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH) gefunden. Diese können sich im menschlichen Fettgewebe und der Leber anreichern. Wie Ökotest berichtet, wurden in Tierversuchen Organschäden durch MOSH festgestellt. Welche Folgen die Aufnahme für den menschlichen Körper hat, ist noch nicht geklärt. In vier Fällen war der Gehalt von Mineralöl im Veggie-Hack sogar „stark erhöht“, weshalb es Abstriche bei der Bewertung von Ökotest gab. Darunter auch Produkte bekannter Marken wie Aldi Nord und Süd sowie Edeka.

Bleibt die Frage, wie die Mineralölbestandteile in den Fleischersatz gelangen. Eine mögliche Erklärung ist die Verwendung des Rohstoffs Kokosöl, das laut Ökotest wie auch andere Speiseöle häufig mit Mineralölkohlenwasserstoffen verunreinigt ist. Eine andere Vermutung liegt darin, dass in der Produktion Schmieröle eingesetzt werden.

Das sind die Verlierer im Ökotest:

HerstellerProduktMittlerer LadenpreisUrteil
Aldi Nord/Aldi SüdMein Veggie Tag The Wonder Hack2,15 Euro pro 200 gungenügend
Für Sie nur das BesteIn den Spuren der Natur Vegi Gehacktes3,88 Euro pro 200 gungenügend
TofutownViana 1/2 Pfund Veggie Hack Spicy2,95 Euro pro 200 gungenügend
Penny Food for Future Veganes Hack2,49 Euro pro 275 gmangelhaft
IgloGreen Cuisine Vegetarisches Hack3,99 Euro pro 230 gmangelhaft
EdekaNo Meat Just Hack, Veganes Hack2,99 Euro pro 275 gmangelhaft

Auch interessant: Spaghetti im Test: Erschreckende Ergebnisse – von Glyphosat bis Schimmelpilzgift.

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Veganes Hackfleisch bei Ökotest: Das sind die Testsieger

In Bezug auf den Geschmack hatten die Tester kaum etwas zu bemängeln. Die Ersatzprodukte basieren auf unterschiedlichen Basen, wie Soja, Tofu, Pilze oder Getreide, die jeweils unterschiedliche Geschmacksnoten und verschiedenes Mundgefühl mit sich bringen. Positiv wird bei den Produkten auch bewertet, dass sie viel pflanzliches Eiweiß enthalten, das zu einer gesunden Ernährung beiträgt. Außerdem enthalten die pflanzlichen Ersatzprodukte Ballaststoffe, die die Darmflora gesund halten. Auffällig: Der Fettgehalt schwankt extrem je nach Produkt: Er reicht von 1,5 bis 18 Gramm Fett pro 100 Gramm Veggie-Hack. Außerdem interessant: Alle vier Testsieger mit Note „gut“ sind Bio-Produkte:

  • „Like Meat Like Hack aus Soja“ von Like Meat (3,32 Euro/200 g)
  • „Tofu Hack“ von Lord Tofu (3,01 Euro/200 g)
  • „Quality Bio-Tofu-Hack“ von Real (2,21 Euro/200 g)
  • „Premium Seitan Veggie Hack“ von Beryn (5 Euro/200 g)

Quelle: Ökotest (Vollständige Ergebnisse hinter Bezahlschranke)

(mad) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Lesen Sie auch: Aufback­brötchen bei Stiftung Warentest: Bio-Hersteller bekommt nur Note „ausreichend“.

Wie gesund leben Vegetarier und Veganer?

Weder Fisch noch Fleisch: Viele Menschen setzen auf einen vegetarischen Ernährungsstil. Foto: Robijn Page/Westend61/dpa-tmn
Weder Fisch noch Fleisch: Viele Menschen setzen auf einen vegetarischen Ernährungsstil. Foto: Robijn Page/Westend61/dpa-tmn © Robijn Page
Lecker kochen mit Tofu, gegrilltem Gemüse und Avocado: Pflanzenbetonte Kost ist laut Experten die Basis für eine gesunde Ernährung. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Lecker kochen mit Tofu, gegrilltem Gemüse und Avocado: Pflanzenbetonte Kost ist laut Experten die Basis für eine gesunde Ernährung. Foto: Christin Klose/dpa-tmn © Christin Klose
Sieht aus wie Fleisch, ist es aber nicht: Ersatzprodukte auf pflanzlicher Basis haben Konjunktur. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Sieht aus wie Fleisch, ist es aber nicht: Ersatzprodukte auf pflanzlicher Basis haben Konjunktur. Foto: Christin Klose/dpa-tmn © Christin Klose
Astrid Donalies arbeitet bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Foto: Fotostudio Lichtblick/dpa-tmn
Astrid Donalies arbeitet bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Foto: Fotostudio Lichtblick/dpa-tmn © Fotostudio Lichtblick
Dagmar von Cramm ist Ökotrophologin und Kochbuchautorin. Foto: Dagmar von Cramm/dpa-tmn
Dagmar von Cramm ist Ökotrophologin und Kochbuchautorin. Foto: Dagmar von Cramm/dpa-tmn © ---

Rubriklistenbild: © MANUEL GEISSER via www.imago-images.de

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