Neue Studie: Krebsrisiko bei Zöliakie-Patienten

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Lactose- wie auch glutenfreies Brot findet sich heutzutage häufiger in den Regalen von Geschäften.

Wie kann man sich vor Allergien schützen? Welche Alternativen gibt es, wenn man keine Milch verträgt? Betroffene haben viele Fragen. Diätassistentin und Ernährungsberaterin Jessica Hoffmann beantwortet die häufigsten. 

Fragen zum Thema „Allergien und Unverträglichkeiten“ beantwortet Jessica Hoffmann, Diätassistentin und Ernährungsberaterin am Klinikum der Ludwig-Maximilians- Universität München in Großhadern.

Wer sich trotz Zöliakie nicht glutenfrei ernährt, soll ein höheres Tumorrisiko haben, heißt es. Betrifft das nur Tumore im Verdauungstrakt oder erhöht sich das Krebsrisiko allgemein?

Jessica Hoffmann, Diätassistentin und Ernährungsberaterin am Klinikum der Ludwig-Maximilians- Universität München in Großhadern.

Hoffmann: Lange ist man davon ausgegangen, dass das Krebsrisiko bei Zöliakie-Patienten deutlich erhöht ist – auch bei glutenfreier Kost. Es hat sich jedoch gezeigt, dass dies so nicht stimmt. In einer Studie von 2004 zeigte sich ein nur mäßig erhöhtes Risiko für lymphoproliferative Tumore (Tumore der Immunzellen) und Krebsgeschwüre entlang des Magen-Darm-Trakts. Das Risiko für Brust- und Lungenkrebs war dagegen in allen Untersuchungen geringer. Bei Patienten, die sich streng glutenfrei ernährten, glich sich das Tumorrisiko zudem innerhalb von fünf bis zehn Jahren an das der Gesamtbevölkerung an.

Kann es sein, dass man wegen einer Unverträglichkeit von Getreide an Gewicht zunimmt?

Hoffmann: Ein Zusammenhang ist mir nicht bekannt. Letztlich ist die Energiebilanz entscheidend: Nehmen Sie mehr Energie auf, als sie verbrauchen, nehmen Sie an Gewicht zu. Auch führen Unverträglichkeiten im Allgemeinen eher zu einem Gewichtsverlust, ausgelöst durch Begleiterscheinungen wie Durchfall oder Veränderungen der Darmschleimhaut.

Muss man allergieauslösende Lebensmittel lebenslang meiden oder kann man die Probleme auch einfach mit Antihistaminika bekämpfen?

Hoffmann: Bei leichten Reaktionen können Antihistaminika die Beschwerden zwar lindern. Es ist jedoch gefährlich, sich darauf zu verlassen und es ist auch nicht bei allen Formen effektiv. Sie sollten das mit Ihrem Allergologen besprechen.

Kann eine Lactose-Intoleranz auch wieder verschwinden? Ich hatte zuvor eine starke Intoleranz, bei einem erneuten Allergietest war das Ergebnis aber negativ.

Hoffmann: Eine Intoleranz lässt sich nicht durch einen Allergietest diagnostizieren, sondern durch einen H2-Atemtest. Dieser kann zum einen auch mal ein falschpositives Ergebnis liefern, also eine Intoleranz anzeigen, obwohl gar keine vorliegt. Eine Lactose-Intoleranz kann aber auch tatsächlich vorübergehend auftreten. Wenn es sich bei Ihnen also nicht um eine Allergie handelt, sollten Sie einfach ausprobieren, ob Sie Lactose vertragen.

mm

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