Arzneimittel mit Budesonid

Ärztin informiert vor Monaten über wirksames Corona-Medikament und fühlt sich ignoriert: „Liegt es daran, dass ich jung bin?“

Mit Kortisonspray gegen Corona: Eine Ärztin aus Österreich twittert, dass sie positive Effekte der Behandlung bereits seit Beginn der Pandemie beobachtet.
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Mit Kortisonspray gegen Corona: Eine Ärztin aus Österreich twittert, dass sie positive Effekte der Behandlung bereits seit Beginn der Pandemie beobachtet.

Eine Medizinerin aus Österreich behandelte über 1.000 Corona-Patienten mit einer Nasenspray-Substanz, doch ihr Bericht stößt auf taube Ohren. Jetzt macht sie sich Luft.

Eine im April veröffentlichte Studie zeigt: Das synthetische Glukokortikoid Budesonid ist wirksam gegen Coronaviren. Britische Forscher der University of Oxford hatten in einer Untersuchung gezeigt, dass das Inhalieren des Arzneistoffes die Häufigkeit von schweren Verläufen um 90 Prozent gesenkt* hatte. Allerdings umfasste die Studie nur 146 Erwachsene, die entweder eine Standardtherapie erhielten oder zweimal täglich das Budesonid-haltige Inhalationsspray verabreicht bekamen.

Als Grund für den antiviralen Effekt von Budesonid-haltigem Spray sehen die Mediziner in erster Linie, dass Glukokortikoide wie Budesonid die Replikation von Sars-CoV-2 in Atemwegsgewebe hemmen. Dies hätten Laborstudien gezeigt, wie das Ärzteblatt informiert. Diesen Effekt macht sich seit Anbeginn der Pandemie auch Allgemeinmedizinern Dr. Lisa-M. Kellermayr zunutze. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 hat sie eine vierstellige Zahl an Covid-PatientInnen zu Hause behandelt und betreut, wie sie auf ihrem Twitter-Kanal postet – auch mit Budesonid.

„Bin ich zu weiblich?“: Junge Ärztin fühlt sich von Politik und Krankenkassen nicht gehört

Relativ rasch zeigte sich, dass PatientInnen von der Substanz Budesonid deutlich profitieren. Patienten, die wir recht frühzeitig damit behandelt haben wurden rasch besser, riefen nur selten in den nächsten Tagen noch mal an und wurden kaum spitalspflichtig. Patienten die mit anderen Substanzen anbehandelt waren – auch Asthmasprays! – hatten oftmals schwierigere Verläufe. Das ist einfach extrem aufgefallen“, twitterte die junge Ärztin. Doch auch nachdem sie ihre Erkenntnisse während einer Online-Bezirksärztefortbildung am 31. Oktober 2020 veröffentlicht hat, hatte dies nicht den von ihr gewünschten Effekt, dass sich das Wissen schnell verbreitete – obwohl die Fortbildung aufgezeichnet wurde und der Youtube-Link hundertfach geteilt wurde. Astrazenca wandte sich sogar an die Ärztin mit dem Hinweis, dass sie Budesonid-Präparate nicht ohne Weiteres empfehlen dürfe, da es keine offizielle Zulassung, keine Studien und keine Empfehlungen von Fachgesellschaften gäbe.

Kellermayr empfiehlt Budesonid-Präparate jedoch trotzdem, weil sie hundertfach mit eigenen Augen gesehen habe, wie sehr dieses Medikament helfe. „Und ich werde es weiter empfehlen“, schreibt die Ärztin auf ihrem Twitterkanal. Was sie stutzig macht: Erst als Karl Lauterbach über die Effekte berichtete und eine Studie mit geringer Teilnehmeranzahl veröffentlicht wurde, berichteten die Medien im großen Stil. Die Allgemeinärztin zeigt sich irritiert auf Twitter: „Liebe Firma @AstraZeneca, liebe Krankenkassen, lieber @rudi_anschober: Wir haben in Österreich Covid-PatientInnen zu HUNDERTEN BIS TAUSENDEN (!!!!!) mit Budesonid behandelt! (...) Das Wissen haben wir seit einem halben Jahr, die Daten sind da, wir müssten sie einfach nur zusammenfügen. Wird mir jemand zuhören? Oder bin ich a) zu weiblich b) zu jung c) habe zu wenig Titel d) alle Antworten sind richtig?“.

Weiterlesen: Booster-Impfung gegen Virusmutation: So wollen Hersteller die Schutzwirkung gegenüber neuen Virusvarianten erhöhen*.

(jg) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
Ende 2019 wurde zum ersten Mal über das Coronavirus Sars-CoV-2 berichtet. Zuerst nur in China diagnostiziert, breitete sich die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit Covid-19 weltweit aus. Die Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit etwa 1.900.000 Todesopfer gefordert. Auf der Darstellung oben ist eine menschliche Zelle (grün) zu sehen, die mit Coronaviren (gelb) infiziert ist.  © Niaid/dpa
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa/dpaweb-mm
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Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
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Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene.
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa/dpaweb
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Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. © dpa
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren.
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. © picture alliance / Science Photo
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt.
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

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