Junge Frau erhält Schockdiagnose 

Hautkrebs: Dieser Facebook-Post soll Leben retten

Mit einem Foto auf Facebook möchte eine 35-jährige Mutter vor Hautkrebs warnen. Die Engländerin zeigt dabei ihren Daumen, der am Nagel lila-blau verfärbt ist.  

See that on my thumb? Do you know what it is? Its skin cancer. This grew from nothing in a matter of weeks. I thought it...

Posted by Melanie Williams on Mittwoch, 8. Juli 2015

Auf den ersten Blick sieht es aus, als würde die junge Mutter über ein Missgeschick ein Foto auf Facebook posten. Finger in der Schublade eingezwickt - und schon gibt es einen fiesen Bluterguss am Nagel. Das tut höllisch weh. Doch die 35-Jährige möchte nicht jammern, sondern warnen. Denn der blaue Fleck am Nagel ist kein Bluterguss, keine Pilzinfektion oder Warze - sondern ein bösartiges Melanom.

Als Melanie Williams ihren Daumen einem Arzt zeigte, bekam sie diese unerwartete Diagnose. So schockierend die Nachricht auch ist, Melanie hat nach ihren eigenen Angaben Glück: Der Hautkrebs hatte sich noch nicht im Körper verbreitet und so konnte die bösartige Stelle zusammen mit der Hälfte ihres Daumens durch eine Operation entfernt werden.

Junge Mutter will, dass die Leute früher zum Hautkrebs-Check gehen

Um Mitleid geht es der 35-Jährigen überhaupt nicht, sie möchte einfach nur auf Hautkrebs aufmerksam machen und das Bewusstsein für die Erkrankung schärfen.

"Geht zum Arzt, wenn sich irgendetwas an eurer Haut verändert oder wächst" schreibt Melanie. Für einen Check gibt es ihrer Meinung nach keine Ausreden. Wäre sie nicht zum Hautarzt gegangen, hätte sie möglicher Weise mehr als nur einen Daumen verloren.

Mittlerweile wurde der Facebook-Post von Melanie Willliams mehr als 116.900 Mal geteilt (Stand: 24. Juli, 12.50 Uhr). Sie selbst ist davon überwältigt.

Beim Hautkrebs gibt es eine Reihe von Unterscheidungsmerkmalen. Wer eine kritische Stelle feststellt, sollte immer einen Arzt zu Rate ziehen. Hautkrebs ist tückisch, denn Patienten haben oft keine Beschwerden.

Leberfleck oder Hautkrebs? Die ABCDE-Regel für die Selbstuntersuchung

Pigmentmale, Muttermale oder Leberflecke sind normalerweise harmlos. Doch im Laufe des Lebens können sich Male plötzlich verändern. Je früher Hautkrebs erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen. Infos zur Früherkennung von Hautkrebs hat die Deutsche Krebsgesellschaft auf ihrer Webseite zusammengestellt.

A wie Asymmetrie

Ungleichmäßige, asymmetrische Form. Ein neuer dunkler Hautfleck ist ungleichmäßig geformt, das heißt: nicht gleichmäßig rund, oval oder länglich. Außerdem ist es möglich, dass sich die Form eines bereits vorhandenen Flecks verändert hat.

B wie Begrenzung

Verwaschene, gezackte oder unebene und raue Ränder: Ein dunkler Hautfleck hat verwischte Konturen oder wächst ausgefranst in den gesunden Hautbereich.

C wie colour - (englisch = Farbe)

Unterschiedliche Färbungen, hellere und dunklere Flecken in einem Mal: Achten Sie auf einen Fleck, der nicht gleichmäßig in der Farbe, sondern vermischt ist mit Rosa, Grau oder schwarzen Punkten. Er weist auf ein malignes Melanom hin und sollte grundsätzlich ärztlich untersucht werden. Dasselbe gilt für krustige Auflagen.

D wie Durchmesser

Der Durchmesser ist an der breitesten Stelle größer als fünf Millimeter: Pigmentmale, die größer als fünf Millimeter im Durchmesser sind oder eine Halbkugelform haben, sollten kontrolliert werden.

E wie Evolution

Veränderung eines Pigmentmales innerhalb der letzten drei Monaten sollten von ärztlicher Seite kontrolliert ­werden.

Zusätzliche Faktoren, auf die man laut Krebsgesellschaft achten sollte, sind:

  • Größenzunahme des Leberflecks
  • Formveränderungen des Leberflecks 
  • Juckreiz
  • Blutungen aus einem Mal

Hautkrebs: Deutsche sind Vorsorge-Muffel

Immer mehr Menschen in Deutschland haben Angst vor Hautkrebs. Allerdings gehen nur wenige zur Vorsorge. Seit 2008 hat jeder gesetzlich versicherte Patient ab 35 Jahren Anspruch auf ein Hautkrebs-Screening beim Dermatologen.

Schutz gegen Hautkrebs

Ein Sonnenbrand kann langfristig böse Folgen haben. Deswegen ist es am besten, die pralle Sonne zu meiden und die Haut vor schädlichen Sonnenstrahlen zu schützen. UVB-Strahlen verursachen Sonnenbrand und UVA-Strahlen lassen die Haut frühzeitig altern. Langfristig können beide Hautkrebs verursachen.

Hautkrebs - die unterschätze Gefahr

Sonnen im Liegestuhl
Sonnenanbeter am Strand, Solariumsbesucher oder Bauarbeiter, die in der prallen Mittagssonne schuften - sie alle setzen sich UV-Strahlung aus, die das Hauptrisiko für Hautkrebs ist. Krebserkrankungen sind in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. Der am Dienstag veröffentlichte Arztreport der Barmer GEK belegt das: 2012 waren schätzungsweise 1,56 Millionen Menschen von Krebs betroffen - Tendenz steigend. © dpa-mzv
Hautkrebs
Wie viele Neuerkrankungen gibt es? Jedes Jahr erkranken in Deutschland laut Barmer-Report mehr als 200.000 Menschen neu an Hautkrebs. Die Deutsche Krebshilfe geht sogar von jährlich rund 234.000 Neuerkrankungen aus. Allein mehr als 20.000 Diagnosen betreffen den gefährlichen "schwarzen" Hautkrebs. © dpa-mzv
Schwarzer Hautkrebs
Welche Arten von Hautkrebs gibt es? Die gefährlichste Form ist das maligne Melanom, der sogenannte schwarze Hautkrebs. Er kann sich rasch über das Lymphgefäßsystem oder die Blutbahn im Körper ausbreiten. © dpa
Hautkrebs
Der sogenannte helle Hautkrebs, zu dem das Basalzellkarzinom und das Plattenephithelkarzinom zählen, ist deutlich verbreiteter, bildet aber seltener Metastasen. Kennzeichen sind leichte Verhornungen auf der Haut, vornehmlich an Stellen, die besonders der Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind wie Gesicht und Nacken.   © dpa
Hautkrebs-Screening
2012 starben laut Statistischem Bundesamt 2875 Menschen an einem schwarzen Hautkrebs. Die Prognosen sind Experten zufolge vergleichsweise günstig: Zwei Jahre nach der Erstdiagnose leben noch 97,3 Prozent der Männer und 97,5 Prozent der Frauen. Beim hellen Hautkrebs sind die Prognosen noch etwas günstiger. Grundsätzlich gilt: Wird Hautkrebs früh erkannt, bestehen gute Heilungschancen. © dpa
UV-Strahlung Sonne
Welche Faktoren begünstigen die Entstehung? Hauptrisikofaktor ist die UV-Strahlung der Sonne, die die Haut schädigen und Krebs hervorrufen kann. Auch das künstliche UV-Licht von Solarien erhöht das Hautkrebsrisiko, weshalb zum Beispiel die Deutsche Krebshilfe von Solarienbesuchen abrät. Neben UV-Strahlen beeinflusst nach Angaben des unabhängigen IQWiG-Instituts vor allem das Erbgut, ob jemand erkrankt. © dpa
Sonne in den Bergen
Was sind weitere Risikofaktoren? Menschen mit heller Haut haben ein höheres Risiko als jene mit dunklerer Haut. Auch häufiger und starker Sonnenbrand vor allem im Kindesalter steigert das Risiko, ebenso eine höhere Zahl von Muttermalen und Leberflecken. Hat jemand einen Hautkrebsfall in der eigenen Familie, kann dies das eigene Risiko steigern. Auch manche Chemikalien und bestimmte Medikamente können Hautkrebs fördern. Nicht zuletzt wächst das Hautkrebsrisiko mit zunehmendem Alter. © obs
Solarium
Dürfen Minderjährige ins Solarium? Nein. Seit 2009 ist unter 18-Jährigen die Benutzung von Solarien verboten. 2012 wurden die Vorschriften für Sonnenstudio-Betreiber nochmals verschärft. So gilt unter anderem ein Mindestabstand für Lampen. Das Personal muss jeden Kunden außerdem beraten. © dpa
Hautkrebs erkennen?
Wie kann ich Hautkrebs erkennen? Man sollte auf auffällige Hautstellen achten. Schwarze Melanome etwa können in sehr unterschiedlicher Form auftreten. Sie können zum Beispiel asymmetrisch sein, einen fransigen Rand haben, sich verfärben oder größer werden. Verdächtige Flecken sollten beim Hausarzt oder Dermatologen abgeklärt werden. © dpa
Sonnen
Gibt es eine Früherkennungsuntersuchung? Ja. Ab dem 35. Lebensjahr können sich gesetzlich Versicherte alle zwei Jahre untersuchen lassen. Das Hautkrebs-Screening bezahlt die Kassen. © dpa-mm
Sonnencreme
Wie kann ich Hautkrebs generell vorbeugen? Da wichtigste ist ein guter Sonnenschutz durch entsprechende Kleidung, Mützen und Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, um sich gegen Sonnenbrand zu wappnen. © dpa
Unter dem Sonnenschirm
Im Sommer sollte man sich vor allem mittags und am frühen Nachmittag besser im Schatten aufhalten. Zur Vorsicht raten Experten bei Lebens- und Nahrungsergänzungsmitteln, die mit dem Versprechen angepriesen werden, Hautkrebs vorzubeugen. Dafür gebe es keine zuverlässigen wissenschaftlichen Belege. © dpa-mzv

ml

Rubriklistenbild: © Facebook/ Melanie Williams

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