Forschungsergebnisse

Geburtsmonat hat Einfluss auf die spätere Krankheitsgeschichte

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Ob Sie im Mai oder Oktober geboren sind, hat Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.

Der Geburtsmonat bestimmt über das Leben - zumindest war das bei Horoskopen bisher so. Doch laut Forschern entscheidet er auch über bestimmte Krankheitsrisiken.

Mit den Auswirkungen des Geburtsmonats über das Leben beschäftigt sich normalerweise die Astrologie. Mittlerweile erkennen aber auch Forscher einen Einfluss auf die Gesundheit an.

Schon seit einigen Jahren gibt es wissenschaftliche Untersuchungen zu Geburtsmonat und der damit einhergehenden Lebensqualität. Eine Studie der Columbia-Universität in New York will nun einen Zusammenhang zwischen Krankheitsrisiken und dem Monat, in dem jemand geboren ist, hergestellt haben. Zum Beispiel sei die Wahrscheinlichkeit von Asthma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder ADHS bei einer Geburt zu gewissen Jahreszeiten erhöht.

Wieso hat der Geburtsmonat Einfluss auf spätere chronische Krankheiten?

Als Grundlage für die Studie dient eine Untersuchung der Universität Alicante, die mehr als 29.000 Menschen auf 27 verschiedene chronische Krankheiten prüfte – abhängig von ihrem Geburtsmonat.

Professor Jose Antonio Quesada, der an dieser Forschung teilnahm, erklärte express.co.uk: "In dieser Studie haben wir einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Geburtsmonat und dem Auftreten verschiedener chronischer Krankheiten und langfristiger gesundheitlicher Probleme nachgewiesen."

Das liege daran, dass zu unterschiedlichen Jahreszeiten auch eine unterschiedliche UV-Strahlung herrsche, die den Vitamin-D-Spiegel beeinflusse. Zudem seien Schwangere – und somit auch ihre Föten – in den Wintermonaten häufiger Viren ausgesetzt, die Einfluss auf die spätere Gesundheit hätten.

Letztendlich bedürfe es aber noch weiteren Studien, um die Zusammenhänger besser festmachen zu können.

Geburtsmonat wirkt sich bei Männern und Frauen unterschiedlich aus

Interessanterweise enthüllte die Studie auch Unterschiede bei der Anfälligkeit für Krankheiten bezüglich des Geschlechtes – so sind im Juni geborene Männer der Wahrscheinlichkeit nach zu einem Drittel weniger von Depressionen betroffen und werden zu einem Fünftel weniger von Schmerzen im unteren Rückenbereich heimgesucht.

Frauen, die im Juni geboren wurden, haben ein geringeres Risiko (33 Prozent), an Migräne zu leiden und zu 35 Prozent weniger Beschwerden in den Wechseljahren.

Sehen Sie in der Zusammenfassung, welche Geburtsmonate von welchen Krankheiten betroffen sind

Die Forscher der spanischen Studie stellten eine Liste mit den Krankheitsrisiken bezüglich der Geburtsmonate zusammen – aufgeteilt in Männer und Frauen.

Januar 

Männer: Verstopfung, Magengeschwüre, Untere Rückenschmerzen

Frauen: Migräne, Probleme in den Wechseljahren, Herzinfarkt

Februar 

Männer: Schilddrüsenerkrankungen, Herzerkrankungen, Arthritis

Frauen: Arthritis, Schilddrüsenerkrankungen, Blutgerinsel

März 

Männer: Katarakte (Trübung der Augenlinse), Herzprobleme, Asthma

Frauen: Arthritis, Rheuma, Verstopfung

April 

Männer: Asthma, Osteoporose, Schilddrüsenerkrankungen

Frauen: Osteoporose, Tumore, Bronchitis

Mai 

Männer: Depressionen, Asthma, Diabetes

Frauen: Chronische Allergien, Osteoporose, Verstopfung

Juni 

Männer: Herzleiden, Katarakte, chronische Bronchitis

Frauen: Inkontinenz, Arthritis, Rheuma

Juli 

Männer: Arthritis, Asthma, Tumore

Frauen: Chronische Nackenschmerzen, Asthma, Tumore

August 

Männer: Asthma, Osteoporose, Schilddrüsenerkrankungen

Frauen: Blutgerinsel, Arthritis, Rheuma

September  

Männer: Asthma, Osteoporose, Schilddrüsenerkrankungen

Frauen: Osteoporose, Schilddrüsenerkrankungen, bösartige Tumore

Oktober 

Männer: Schilddrüsenerkrankungen, Osteoporose, Migräne

Frauen: Hohes Cholesterin, Osteoporose, Blutarmut

November 

Männer: Chronische Hautkrankheiten, Herzleiden, Schilddrüsenerkrankungen

Frauen: Verstopfung, Herzinfarkt, Krampfadern

Dezember 

Männer: Katarakte, Depressionen, Herzleiden

Frauen: Chronische Bronchitis, Asthma, Blutgerinsel

Treten diese chronischen Krankheiten wirklich bei jedem auf?

Dass diese Krankheiten tatsächlich auftreten, ist nicht in Stein gemeißelt. Die Forscher betonen lediglich, eine statistische Wahrscheinlichkeit zwischen Geburtsmonat und später auftretenden, chronischen Krankheiten erkannt zu haben. Ob dies auch wirklich eintrifft, entscheidet immer noch der Einzelfall.

Neben dem Geburtsmonat hat auch das Trinkverhalten der Mutter während der Schwangerschaft Einfluss auf das Baby - erfahren Sie hier, wie ein Glas Wein das Aussehen Ihres Kindes verändert. Lesen Sie außerdem sieben kuriose Fakten zur Schwangerschaft.

Von Franziska Kaindl

Sport nach der Geburt: Darauf sollten Mütter achten 

Kinderwagen schieben und dabei ins Schwitzen kommen: Darum geht es bei Mutter-Kind-Kursen wie "Laufmamalauf". Foto: Laufmamalauf
Kinderwagen schieben und dabei ins Schwitzen kommen: Darum geht es bei Mutter-Kind-Kursen wie "Laufmamalauf".  © Laufmamalauf
Beim Kangatraining kommen die Mütter ins Schwitzen: Rückenstärkung, Haltungskorrektur und Muskelaufbau für die Beine werden hier zum Beispiel trainiert. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert
Beim Kangatraining kommen die Mütter ins Schwitzen: Rückenstärkung, Haltungskorrektur und Muskelaufbau für die Beine werden hier zum Beispiel trainiert. © Klaus-Dietmar Gabbert
Katja Ohly-Nauber (links) und Illdiko Gössl haben beide das Konzept von "Laufmamalauf" entworfen. Mittlerweile werden die Sportkurse deutschlandweit angeboten. Foto: Laufmamalauf/Caro Hoene
Katja Ohly-Nauber (links) und Illdiko Gössl haben beide das Konzept von "Laufmamalauf" entworfen. Mittlerweile werden die Sportkurse deutschlandweit angeboten.  © Caro Hoene
Petra Schweers ist Hebamme und Kangatrainerin aus Berlin. Foto: Petra Schweers
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Beim Kangatraining geht es nicht nur um die Bewegung: Mütter können dort auch Kontakte knüpfen. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert
Beim Kangatraining geht es nicht nur um die Bewegung: Mütter können dort auch Kontakte knüpfen.  © Klaus-Dietmar Gabbert
Trainerin Katharina Hartmann aus Berlin leitet die Mütter beim Kangatraining an. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert
Trainerin Katharina Hartmann aus Berlin leitet die Mütter beim Kangatraining an. © Klaus-Dietmar Gabbert
Der Kinderwagenkurs funktioniert wie ein Zirkeltraining: An verschiedenen Stationen trainieren die Mütter mit Kinderwagen oder ihrem eigenen Körpergewicht. Foto: Laufmamalauf/V. Mitelman
Der Kinderwagenkurs funktioniert wie ein Zirkeltraining: An verschiedenen Stationen trainieren die Mütter mit Kinderwagen oder ihrem eigenen Körpergewicht. © V. Mitelman
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