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Helikopter-Eltern: Drei Tipps, die beim Loslassen helfen

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Von: Judith Braun

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Helikopter-Eltern können oftmals nicht loslassen. Doch Kinder brauchen auch Raum zum Atmen. Eine Expertin verrät deshalb, wie es gelingen kann.

München – Das größte Problem von sogenannten „Helikopter-Eltern“ ist das Loslassen. Wie Hubschrauber kreisen sie immerzu um ihre Kinder, um sie zu beobachten und zu behüten. Dabei meinen sie es eigentlich nur gut: Sie wollen für die Kleinen das Beste, Erfolg und Glück – und das bitte ihr gesamtes Leben lang. Dass ihr Erziehungsstil ihren Kindern jedoch auch schaden kann, wissen einige Eltern vermutlich sogar. Dennoch fällt ihnen das Loslassen schwer. Eine Expertin verrät nun drei Tipps, wie es endlich gelingen kann.

Helikopter-Eltern fällt es schwer, ihre Kinder loszulassen

Helikopter-Eltern fällt es schwer, loszulassen. Eine Expertin verrät drei Tipps, mit denen es gelingen kann.
Helikopter-Eltern fällt es schwer, loszulassen. Eine Expertin verrät drei Tipps, mit denen es gelingen kann. (Symbolbild) © Roger Richter/IMAGO

Denkt man an Helikopter-Eltern, hat man meist sofort ein negatives Bild vor Augen. Kein Wunder, schließlich warnen Experten sogar davor, der Erziehungsstil von Helikopter-Eltern könne verhaltensgestörte Kinder hervorbringen. Sogenannte Rasenmäher-Eltern, die ihren Kindern zusätzlich auch noch Hindernisse aus dem Weg räumen, seien sogar noch schädlicher für das spätere Erwachsenenleben. Beide Elterntypen haben das Problem, ihre Kinder loszulassen und sie selbständig werden zu lassen.

Die dreifache Mutter und Coachin Astrid Meinberg erklärte gegenüber dem Online-Portal „familie.de“, dass Helikopter-Eltern mit dieser Strategie die Individualität ihrer Kinder, die laut einer neuen Studie gegenüber anderen Kindern meist klüger sind, aus dem Blick verlieren. Anstatt das Kind zu sehen, fokussiert man auf die Umgebung und mögliche „Hindernisse“. So fällt es den Eltern schwer, zu erkennen, welche Bedürfnisse das einzelne Kind wirklich hat und was es tatsächlich braucht. Für Eltern ist es ein Balance-Akt: Einerseits brauchen Kinder Nähe und Wärme, andererseits aber auch genügend Raum und Luft zum Atmen – und für Eltern gilt es, dies zu erkennen.

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Helikopter-Eltern: Drei Tipps, die beim Loslassen helfen

Was widersprüchlich klingen mag, stellt für Meinberg die Lösung des Problems dar: Um zu erkennen, was das Kind braucht, muss echte Nähe hergestellt werden. Nur so schaffen es Eltern irgendwann auch loszulassen. Dafür empfiehlt sie drei Schritte.

1. Flughöhe verringern und sich neben das Kind stellen anstatt darüber

Neben dem Überblick, den Eltern durchaus auch bei der Erziehung ihrer Kinder benötigen, ist jedoch der Einblick in die Lebenswelt des Kindes von großer Bedeutung. Diesen erhält man nur, wenn man auch mal die Perspektive des Kindes einnimmt und versucht, sich in seine Lage und Sichtweise hineinzuversetzen. So kann es Eltern auch besser gelingen, zu erkennen, was das Kind in der jeweiligen Situation gerade braucht. Gleichzeitig sollen Elternteile auch ihre Sicht der Dinge miteinbringen und wie Puzzle-Teile in die persönliche Wahrnehmung des Kindes einflechten.

2. Beschützen oder unterstützen: Unterscheiden, wo und wann das Kind Schutz und Hilfe braucht

Die Aufgabe von Eltern ist es einerseits, ihre Kinder zu beschützen und sie andererseits zu unterstützen. Loslassen bedeutet deshalb nicht, die Kinder gefährlichen Situationen auszusetzen und sie alleine zu lassen. In riskanten Situationen, die das Kind nicht selbst bewältigen kann oder von denen sie erheblichen Schaden davon tragen würden, müssen Eltern ihre Kinder selbstverständlich beschützen.

Die Kunst ist es also, zu unterscheiden, wann brauchen Kinder Schutz und wann benötigen sie „lediglich“ Unterstützung von den Eltern. Unterstützen können Sie, indem Sie Ihr Kind altersgemäß versuchen lassen, die Situation selbst zu lösen und hilfreiche Impulse geben, falls es die Situation erfordert. Manchmal kann es sein, dass Sie je nach Situation auch ins Beschützen übergehen müssen. Je nachdem, wo das Kind in der Entwicklung gerade steht, beschützt oder unterstützt man.

3. Dem Kind Orientierung beibringen, damit es Probleme erkennt und selbst lösen kann

Damit Ihr Kind für Situationen, in denen es irgendwann einmal auf sich selbst gestellt ist, gut gerüstet ist, braucht es Orientierung und eine Art „eigenen Radar“. Das können am besten die eigenen Gefühle des Kindes leisten, indem sie anstelle der elterlichen Fürsorge Hinweise darauf geben, wann eine Situation gefährlich wird. Eltern sollten deshalb ihre Kinder darin schulen, auf ihre Gefühle zu hören. Das gelingt wiederum am besten, wenn Sie die richtige Nähe zu Ihrem Kind herstellen und sich in seine Wahrnehmung einfühlen. Kinder lernen dann beispielsweise, unangenehme Gefühle als Warnhinweise zu verstehen und Handlungsmöglichkeiten für sich selbst zu entwickeln.

Helikopter-Eltern müssen Loslassen lernen

Oft fällt es selbst Erwachsenen schwer, in sich hineinzuhorchen und zu erforschen, was man braucht, um eine Situation zu verbessern. Deshalb sollten Eltern erst einmal selbst für sich üben, Gefühle wahrzunehmen, Ursachen zu klären und sich für sich Handlungsalternativen zu überlegen. Dann können Sie diese Strategie auch Ihrem Kind beibringen und lernen, besser loszulassen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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