Implantiertes Schirmchen soll Schlaganfall verhindern

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Winzig ist der neue Schirmverschluss, der in das Patientenherz eingesetzt vor einem Schlaganfall bei Vorhofflimmern schützen soll.

Hannover - Ein kleines Schirmchen am Herzen soll Patienten besser vor Schlaganfällen schützen. Ärzte der Medizinische Hochschule Hannover (MHH) stellten die neue Methode am Dienstag vor.

Die Mediziner implantieren dabei ein Schirmchen von drei Zentimetern Durchmesser in das sogenannte linke Vorhofohr, das wie eine kleine Tasche auf dem oberen Teil des Herzens liegt. Das soll Blutgerinnseln den Weg in die Blutbahn versperren, erläuterte MHH-Oberarzt Prof. Gunnar Klein. Denn eine häufige Ursache für einen Schlaganfall bei Vorhofflimmern sei eine Ansammlung von Blutgerinnseln im Vorhofohr. Die Gerinnsel können ins Gehirn gelangen und dort Blutgefäße verstopfen. Die Methode ist seit Frühjahr weltweit zugelassen.

„Durch den Verschluss des linken Vorhofohres mit einer Art Schirmchen können Schlaganfälle ebenso effektiv verhindert werden wie mit Medikamenten“, sagte Klein. Fünf Patienten wurden bereits in Hannover mit dem Verschlussimplantat behandelt, das aus einem mit Kunststoff überzogenen Stahlgeflecht besteht. Damit soll das ganze eine gute Stütze für das Gewebe sein. Das Gewebe soll das Implantat umschließen. Der 71 Jahre alte Helmut Diederich war der erste Patient, bei dem die Mediziner das Schirmchen implantierten. Sieben Jahre litt der Rentner an Herzrhythmusstörungen und Herzbeschwerden.

Die Ärzte stellten bei dem Senior ein Vorhofflimmern fest, das einen Schlaganfall verursachen kann. Diederich musste Blutverdünnungsmittel einnehmen, aber es traten Komplikationen auf. „Ich habe über längere Zeit eine höhere Dosis genommen. Dabei hat sich das Blut so verdünnt, dass es durch den ganzen Körper gegangen ist. Ich hatte zweieinhalb Liter Blut im Gewebe“, erzählt Diederich. Mit schweren Einblutungen in die Brusthöhle wurde er in die MHHeingeliefert. Seit der Implantation des Schirmchens gehe es ihm „sehr gut“.

Der Eingriff dauert etwa 45 Minuten. Die Operation wird unter lokaler Betäubung durchgeführt. Dabei wird das Schirmchen mit einem Herzkatheter, der über die Leiste eingeführt wird, in den Vorhof implantiert. Bereits einen Tag nach der Operation kann der Patient das Krankenhaus verlassen. Nach sechs Wochen umhüllt das Gewebe das Schirmchen, so dass der Körper es nicht als Fremdkörper wahrnimmt, erläuterte Klein.

Häufige Ursache für einen Schlaganfall ist das Verklumpen von Blut in den Gefäßen. Das Blut fließt zum Beispiel im Vorhof langsamer. Je langsamer es fließt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, das es verklumpt. Diese Gerinnsel können sich ablösen und über das Herz in den Blutkreislauf gepumpt werden. Wenn sie - etwa im Gehirn - auf eine kleine Ader treffen, können sie diese verstopfen. So kann ein Schlaganfall entstehen. Bis zu 25 Prozent der Schlaganfälle werden durch Vorhofflimmern verursacht.

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