Experten zweifen an Burnout-Therapien

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Kaum Belege für wirksame Burnout-Therapien

Immer mehr Berufstätige leiden: Hörsturz, Schwindel und Angstzustände - das Burnout-Syndrom kann viele Symptome haben. Experten halten jedoch viele Therapien für wirkungslos.

Weniger Arbeitsbelastung, mehr Entscheidungsspielräume und ein verbessertes Arbeitsklima führen in Verbindung mit kognitiver Verhaltenstherapie (KVT) nachweislich zu einer schnelleren Rückkehr in den Beruf.

Das bescheinigt ein Bericht des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI). Insgesamt beurteilen die Autoren die Therapie des Burnout-Syndroms allerdings als unzureichend. Sie bezweifeln stark, dass Betroffene derzeit angemessen behandelt werden.

Erschöpfte Promis: Sie litten unter Burnout

Pop-Sängerin Mariah Carey ließ sich im Sommer 2001 in eine Klinik einweisen. Der Grund: Bodenlose Erschöpfung. © dpa
Bruce Darnell hat viele schöne Momente erlebt - hier ist er bei der Verleihung der "Goldenen Kamera" 2010 für die Casting-Show "Das Supertalent" zu sehen. Aber auch Darnell hat unter Erschöpfungszuständen gelitten. © dpa
Burnout-Syndrom
Ralf Rangnick leidet unter einem Erschöpfungssyndrom. © dpa
Die Schlagersängerin Michelle, Ex-Freundin von Matthias Reim, litt unter Burnout. © dpa
Die Professorin Miriam Meckel (rechts), hier mir ihrer Lebensgefährtin Anne Will, hat ein Buch über ihr Burnout-Leiden geschrieben. © dpa
Auch der Schweizer Pop-Star Patrick Nuo litt an der Erkrankung. "Ich fühlte mich ausgebrannt und kam an einen Punkt, an dem ich körperlich und geistig an meine Grenzen stieß", sagte er einmal über die Zeit. © dpa
TV-Coach Tim Mälzer konnte nach eigenen Angaben einen Burnout durch einen Coach noch verhindern. © dpa
Die Popband Rosenstolz sagte 2009 viele Termine ab, weil ihr Sänger und Komponist Peter Plate am Burnout-Syndrom erkrankt war. © dpa
Sebastian Deisler: Nach einem Klinikaufenthalt im Herbst 2003 hieß es über den Profi-Fußballer, er sei depressiv und ausgebrannt. 2007 beendete er seine Karriere. © dpa
Sven Hannawald hat das Ende seiner Skisprung-Karriere öffentlich mit einem Burnout-Syndrom begründet. © dpa

Dem Bericht liegt die Auswertung von 17 Studien zugrunde. Dabei wurden gängige psychologische und medikamentöse Therapien, aber auch Behandlungsmethoden mit pflanzlichen Substanzen eingeschlossen. Mehrere Studien belegen demnach eine Wirksamkeit für die kognitive Verhaltenstherapie. Für andere Methoden wie Musiktherapie, Physiotherapie oder Stressmanagement fehlten jedoch eindeutige Belege, hieß es.

Qigong-Therapie zeigt keine Wirkung

Zur Qigong-Therapie konnte den Autoren zufolge keine Wirkung eindeutig nachgewiesen werden. Für die progressive Muskelentspannung lägen keine relevanten Ergebnisse vor.

Bei der medikamentösen Therapie gebe die aktuelle Forschung keine Auskunft über die Wirkung der verordneten Medikamente. Der Verbrauch von Antidepressiva erscheint den Autoren jedoch als überdurchschnittlich hoch.

Eine Wirksamkeit von pflanzlichen Substanzen finden die Wissenschaftler zumindest in einer Studie für Rosenwurz. Darin wirkt es sich günstig auf die Aufmerksamkeit, die Lebensqualität sowie auf Erschöpfungs- und Depressionssymptome aus. Insgesamt wird die aktuelle Forschungslage vom DIMDI als unzureichend und wenig vergleichbar kritisiert.

dapd

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