Kleider machen Leute – was die Mode mit der Psyche macht

Mode kann, muss aber natürlich nicht krankmachen. In jedem Fall wirkt sie sich auf die Psyche aus.
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Mode kann, muss aber natürlich nicht krankmachen. In jedem Fall wirkt sie sich auf die Psyche aus.

Mode ist materiell, sie ist etwas Äußerliches. Sie wird von anderen visuell wahrgenommen, sie wird – zumindest meistens – nicht direkt erfühlt oder berochen.

Und dennoch kommuniziert sie: sie kommuniziert über ihren Schnitt, über die Art und Weise, wie sie getragen wird über die Farben und über ihren ersichtlichen Wert durch, z.B. Markenlogos. Somit wirkt sie sich auf das eigene sowie das Gemüt anderer, welche die Mode anschauen müssen, aus – sie hat einen Einfluss auf die Psyche. Außerdem lässt sie sich gut dazu nutzen, Bedürfnisse zu schüren und Menschen zu „manipulieren“. Folgender Artikel nimmt den Zusammenhang zwischen Mode und Psyche näher unter die Lupe.

Kleidung: ein Spiegel der Seele

Wer morgens vor dem Kleiderschrank steht und sich nicht entscheiden kann, was er heute anzieht, hat eventuell nicht nur das Problem, dass ihm die Kleider gerade einfach nicht gefallen und er sich an ihnen sattgesehen hat und sich neue Sachen wünscht. Vielmehr spielt auch das Unterbewusstsein eine Rolle: denn wir Menschen wählen unsere Garderobe auch nach unserer Stimmung aus. Je nachdem, ob wir selbstbewusst, glücklich oder deprimiert, unsicher oder gelangweilt sind, greifen wir auch zu anderen Kleidungsstücken.

Unsere Stimmung wird dahernicht etwa nur durch die Körpersprache nach außen kommuniziert. Jeder, der einem auf der Straße begegnet, bekommt auch über die Mode der anderen etwas mitgeteilt, wodurch sich in deren Unterbewusstsein ebenfalls sofort Bilder über den psychischen Zustand des Gegenübers bilden. Häufig entscheidet sich hier schon, ob ein fremder Mensch einem selbst gegenüber eine erste Sympathie oder Antipathie empfindet. Leider gibt es keine Grundregeln à la „Mit diesen Outfits machst Du nichts falsch“. Stattdessen wird empfohlen, sich bei der Wahl der Garderobe kreativ auszutoben und Spaß an der Kleiderwahl zu haben. Nur wer das, was er trägt, selbst mag, strahlt das auch nach außen hin aus; ein erster Schritt in Richtung guter Wahl, auch für das Gegenüber.

Farbpsychologie

Farben haben seit jeher eine wichtige Bedeutung für die Menschen und daher auch für die Psychologie. Die Mode und die Farbe der einzelnen Kleidungsstücke und deren Kombination bildet hier keine Ausnahme. Jede Farbe ist auch bei T-Shirts, Jacken, Hosen oder Schuhen mit einer bestimmten Wirkung und Symbolik verbunden. Je nach Träger des jeweiligen Kleidungsstückes, bzw. nach Betrachter gibt es dabei dennoch Unterschiede; denn manche Farbbedeutungen sind auch durch Traditionen und verschiedene Kulturkreise bestimmt und festgelegt. Andere Wirkungen von Farben wiederum sind beinahe allgemeingültig und werden von Menschen weltweit ähnlich oder gleich wahrgenommen. Als warme Farben zum Beispiel gelten überall Farbtöne von Rot bis Gelb, kalt dagegen sind Farbtöne von Grün bis Blau. Der Grund dafür ist aus psychologischer Sicht die eigene menschliche Erfahrung, die Rot und Gelb mit dem warmen Feuer und Blau und Grün eher mit kälterem Wasser assoziiert. Schwarz, Weiß und Grau empfinden die meisten als neutral und dadurch als minimalistisch, elegant und schlicht, andere wiederum aber auch als langweilig.

Wer gerne mit Farben experimentiert, sollte sich zum einen ein Stück weit an aktuellen Farbtrends und Kombinationen orientieren, um nicht etwa als Paradiesvogel aufzufallen und zum anderen ein Grundwissen über die verbreiteten Bedeutungen der meisten Farben haben. Folgender Überblick sollte nicht als vollkommen allgemeingültig wahrgenommen werden, sondern als erster Einblick in die möglichen Wirkungen von Farben dienen:

  • Rot steht für Energie, Leidenschaft und Liebe, aber auch für Lebhaftigkeit und (vor allem in der Natur) für Gefahr. Rotträger sind für ein aufbrausendes Temperament und für Durchsetzungsfähigkeit bekannt.
  • Blau strahlt Ruhe aus, kann unter Umständen aber auch distanziert wirken und kalt. Wer gerne oft Blau trägt, wird als harmoniebedürftig und konfliktscheu eingestuft.
  • Wer gerne Gelb an sich sieht, gilt als intelligent, freiheitsliebend, sachlich und vernünftig. Gelb kann allerdings auch für Neid stehen.
  • Grün ist die Farbe der Hoffnung und des Lebens: Grünträger schauen in die Zukunft, beruhigen sich mit der Farbe aber auch gerne selbst. Wer grün trägt, wird außerdem als großzügig wahrgenommen.
  • Wer gerne Schwarz trägt, gilt als individuell und strahlt Stärke oder Pessimismus aus. Schwarz gilt außerdem als elegant, schlicht und als Farbe der Trauer.

Mode und die Auswirkungen auf die Gesundheit

Mode wirkt sich, abseits der Farbwirkung, noch auf eine viel direktere Art und Weise auf die Gesundheit des Menschen und damit zunächst auf die Psyche, später allerdings eventuell sogar auf den Körper des Menschen aus. Denn der Kult um das Aussehen und vor allem um Schönheit und die damit verbundenen Werte Ruhm, Macht und Reichtum besteht schon seit tausenden von Jahren in der Gesellschaft und hält bis heute an. „Kleider machen Leute“ gilt auch heute noch in vielen Gesellschaftsschichten. Diese Ansicht sorgt unter Umständen für eine ganze Reihe von Komplikationen:

  • Gerade bei Frauen besteht schon seit jeher ein Zusammenhang zwischen Mode und Körperbildern – wer ein bestimmtes Kleidungsstück tragen möchte, muss eine bestimmte Figur haben. Schließlich machen es direkte Vorbilder sowie die Werbung vor. Bestimmte Schnitte verhindern außerdem beispielsweise zu starke Rundungen, weshalb Frauen, die sich auf eine bestimmte Mode eingeschossen haben, strikt Abnehmen oder teils ungesunde Diäten machen, nur um einen bestimmten Rock oder ein Kleid tragen zu können. Dass diese Art von Wahn, dem viele nicht entkommen können, zunächst in der Psyche beginnt und dass bewusst gegen ihn angegangen werden kann, machen sich viele Menschen nicht klar.
  • Ebenfalls gefährlich kann das Verherrlichen luxuriöser und das Verachten günstiger Kleidung werden. Nicht ohne Grund entstehen an Schulen immer wieder Debatten um einheitliche Uniformen, um das Mobbing bestimmter Schüler zu verhindern, die sich beispielsweise keine teure und den Augen der anderen Kinder „schöne“ oder „normale“ Kleidung leisten können. Der Druck wirkt sich auf die Psyche der Kinder dermaßen stark aus, dass diese in Einzelfällen nicht nur psychische Krankheiten, wie Depressionen entwickeln, sondern unter Umständen ihr Leben lang einen traumatisierten Blick entwickeln, der sich auch auf das Äußerliche und ganz konkret eben die Kleidung bezieht.

Das Manipulationspotenzial von Kleidung

Der Macht der Kleidung sind sich diverse Hersteller natürlich genau bewusst. Mode wird daher in der Werbung nicht nur dazu benutzt, um auf einzelne Kleidungsstücke aufmerksam zu machen und diese besser verkaufen zu können, sondern um psychische Wirkungen bei den Betrachtern und Konsumenten zu erzeugen. Tragen bestimmte Personen ein Shirt in beispielsweise einer bestimmten Farbe, können alleine über die Kleidung des Models Prozesse beim potenziellen Konsumenten ausgelöst werden, die mit dem beworbenen Produkt eigentlich nichts zu tun haben, sich aber dennoch auf das Interesse für das Angebotene und die Kaufentscheidung auswirken.

Da wir Menschen sind, können wir dieser bewussten „Manipulation“ nicht entgehen. Die einzige Möglichkeit sich vor manipulativer Werbung, die natürlich nicht verboten ist, da sie sich keinerlei illegaler Methoden bedient, zu schützen, ist, kritisch zu schauen und die Einflüsse der Mode auf die Psyche im Hinterkopf zu behalten. Manchmal sind sie größer, als man denkt.

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