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Klimawandel macht Menschen krank: Groß angelegte Studie führt auf, welche Krankheiten häufiger werden

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Von: Juliane Gutmann

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Die Umwelt beeinflusst nicht nur unsere Stimmung, sondern auch die körperliche Verfassung. Durch den Klimawandel nehmen bestimmte Krankheiten einer Studie zufolge zu.

Sie leiden an Heuschnupfen und haben das Gefühl, es wird jedes Jahr schlimmer? Das ist nicht nur ein Gefühl: Tatsächlich beginnen bestimmte Pflanzen früher, ihre Pollen in die Winde zu streuen*. US-Forscher sehen die Ursache dafür vor allem im Klimawandel. In einer auf dem Fachportal PNAS veröffentlichten Studie kommen die Forschenden zu dem Ergebnis, dass sich die Erderwärmung stark auf den Pollenflug auswirkt.

Der globale Klimawandel habe zur Folge, dass der Pollenflug früher beginnt und länger andauert, so die Forscher um William R. L. Anderegg von der University of Utah in Salt Lake City. In ihrer Studie schreiben die Wissenschaftler: „Wir finden weit verbreitete Vorverlagerungen und Verlängerungen der Pollensaison (+20 Tage) und Erhöhungen der Pollenkonzentrationen (+21 Prozent) in ganz Nordamerika, die stark an die beobachtete Erwärmung gekoppelt sind“. Ein weiteres Ergebnis der Studie, wie das Fachportal Spektrum informiert: Verglichen mit 1990 beginne die Allergiesaison nicht nur 20 Tage früher, sondern dauere auch zehn Tage länger.

Doch nicht nur für Pollenallergiker bedeutet der Klimawandel stärkere Belastung. Eine Erhebung aus Deutschland zeigt: Auch andere Krankheiten werden negativ von den aktuellen klimatischen Veränderungen beeinflusst.

Mehr zum Thema: Klimawandel beeinflusst Allergie-Saison: Studie zeigt, um wie viele Tage sich die Heuschnupfen-Zeit verlängert*

Frau liegt in einem Schwimmring im Pool
Sonne tut gut – sollte aber wohl dosiert genossen werden. © Imago

Mehr Borreliose-Fälle aufgrund von wärmeren Temperaturen

Die Krankenkasse BKK-Nordwest hat zusammen mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und dem Helmholtz-Zentrum Hereon die Krankheitsdaten von zehn Millionen BKK-Versicherten ausgewertet, wie die Tagesschau informiert. Ziel der Erhebung war es, herauszufinden, ob und wie sich der Klimawandel auf unsere Gesundheit auswirkt. Die Forscher legten ihr Augenmerk vor allem auf Krankheiten, die unmittelbaren Bezug zu klimatischen Veränderungen haben, so die Tagesschau. Darunter Hitzschlag, Heuschnupfen und Borreliose.

Nach Auswertung der Daten, die von 2010 bis 2019 gesammelt wurden, zeigte sich: Direkt ans Klima gekoppelte Erkrankungen stiegen im Beobachtungszeitraum deutlich an – teilweise um bis zu 50 Prozent, wie die Tagesschau berichtete. Zum einen waren es Hitze-bedingte Beschwerden wie Hitzschlag und -kollaps, die zu einer messbaren Zunahme an Krankenhaus-Einweisungen geführt hatten. Die höheren Temperaturen waren den Forschern zufolge aber auch für die Zunahme von Borreliose-Fällen verantwortlich. Die Infektionskrankheit wird von Zecken* übertragen, die bei hohen Temperaturen aktiver sind als bei Kälte.

Besser vor der Sonne schützen: Hautkrebs nimmt zu

Auch das Hautkrebs-Risiko stieg innerhalb der letzten Jahre deutlich an, was auch auf ein Sonnenstunden-Plus zurückzuführen ist. Der Techniker Krankenkasse zufolge zählen intensive UV-Bestrahlung durch Sonne und Solarium sowie Sonnenbrände zu den Hauptrisikofaktoren von Hautkrebs. Wie die Tagesschau berichtete, kam es seit 2011 zu einem Anstieg der ambulanten Hautkrebs-Einweisungen um ganze 78 Prozent. „Bei einigen Erkrankungen ist nicht ausschließlich das Klima die Ursache, sondern weitere Faktoren wie Verhalten, Ernährung und Lebensweise“, zitiert Tagesschau.de Laurens Bouwer, Klimaforscher beim Helmholtz-Zentrum Hereon. So würden viele Menschen sich an sonnigen Tagen zu wenig durch Sonnencreme und andere Maßnahmen** (werblicher Link) schützen, was die Entstehung von Hautkrebs fördert. (jg) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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