Bluthochdruck: Experten geben Antworten

Antworten auf Fragen aus dem Alltag

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Sind die Blutdruckwerte zu hoch?  Welche Nebenwirkungen hat ein Medikament? – Oder gibt es auch Alternativmöglichkeiten. Zwei Experten stellten sich Fragen aus dem Alltag und gaben Antworten.

Prof. Dr. Hartmut Zschiedrich (Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen) und der Kardiologe Dr. Andreas Schreckenberg (Weyhe) haben dabei viele nützliche und vor allem praktische Ratschläge zum Thema Bluthochdruck.

Seit einem Jahr erhöhten Blutdruck

Margarethe B. (58): Früher hatte ich niedrigen Blutdruck. Seit einem Jahr sind die Blutwerte erhöht. Ich nehme Hygroton, eine Tablette pro Tag, ein. Jetzt liegen die Werte bei 130/100 mm Hg. Der Puls beträgt 90 p/Min. Ich fühle mich unter dieser Medikation nicht wohl.

Prof. Zschiedrich: Wenn Sie dieses Medikament nicht vertragen, vor allem, weil der Puls so hoch ist, sollte ein anderes Basismedikament versucht werden, zum Beispiel ein ACE-Hemmer oder Kalzium-Antagonist oder ein Betablocker.

Monika B. (62): Ich habe Bluthochdruck, und meine Werte liegen bei 135/85 mm Hg unter einem Betablocker und einem Diuretikum. Gelegentlich habe ich Bluthochspitzen bis 170 mm Hg. Ist das gefährlich, soll ich anders behandelt werden?

Prof. Zschiedrich: Gelegentliche Bluthochspitzen in dieser Höhe können immer vorkommen und bedeuten nichts Besonderes. Sie können ihre Behandlung so fortsetzen.

Viele Medikamente, kein Erfolg

Die beiden Doktoren standen Rede und Antwort.

Helmut S. (75): Seit fünf Jahren nehme ich Blutdruckmittel ein. Mein Blutdruck liegt immer noch bei 180/80 mm Hg. Zurzeit nehme ich eine Vierfachkombination ein. Es erfolgt aber keine Besserung. Ich habe schon viele andere Medikamente ausprobiert. Ebenfalls ohne Erfolg. Prof. Zschiedrich: Wenn eine Vier- oder Fünffachkombination nicht zum Erfolg führt, ist eine stationäre Behandlung notwendig, um mögliche Ursachen zu ergründen und den Blutdruck einzustellen.

Helga H. (67): Bei der Blutdruckmessung habe ich am rechten Arm einen Blutdruck von 140/82 mm Hg, am linken Arm 132/67 mm Hg. Ist diese Seitendifferenz von Bedeutung?

Prof. Zschiedrich: Nein. Der Blutdruck darf zwischen rechts und links in einer Größenordnung von zehn bis 20 mm Hg schwanken.

Martha F. (69): Ich habe hohen Blutdruck und nehme insgesamt vier verschiedene Medikamente ein. Er liegt jetzt bei 150/100 mm Hg. Außerdem habe ich ständig „heiße Beine“. Besteht ein Zusammenhang mit diesen Beschwerden und den Medikamenten?

Prof. Zschiedrich: Ihre Beschwerden sind keine sicheren Nebenwirkungen von blutdrucksenkenden Medikamenten. Meines Erachtens sollte eine neurologische Abklärung bei ihnen erfolgen.

Gewöhnt man sich an Medikamente?

Gab ausführlich Tipps: Dr. Andreas Schreckenberg.

Bernhard L. (65): Ich habe seit 25 Jahren Bluthochdruck und habe immer Medikamente eingenommen. Früher Capuzide und Tenormin. Jetzt ist der Blutdruck deutlich gestiegen. Gibt es eine Gewöhnung an Bluthochdruckmittel? Zurzeit nehme ich vier bis fünf verschiedene Medikamente ein, und der Blutdruck ist immer noch recht hoch. Prof. Zschiedrich: Eine Gewöhnung an blutdrucksenkende Medikamente gibt es nicht. Es kann aber sein, dass der Schweregrad des Bluthochdrucks zugenommen hat. Unter Umständen sind auch Veränderungen an den Nierengefäßen daran schuld. Es ist vielleicht erforderlich, mal eine Ultraschalluntersuchung der Nierengefäße vorzunehmen.

Herr K. berichtet von einer Mehrfachkombinationstherapie mit Betablockern und Sartan; zudem nimmt er Macomar wegen einer Venenthrombose. Er hat jetzt dennoch Blutdruckwerte von 180 bis 200 mm Hg.

Dr. Schreckenberg: Ich habe ihm bei diesem anhaltend hohen Plateau empfohlen, ein Diuretikum zu kombinieren und anschließend zur Kontrolle eine Langzeitblutdruckmessung machen zu lassen. Zudem sollte wegen der schwer zu beeinflussenden Blutdrucklage eine Untersuchung der Nieren erfolgen – hier auch mit Hormonbestimmung als nephrologisches Konsil.

Herr Ö. (82) hatte noch anhaltend hohe Werte von 180 bis 210 mm Hg; allerdings nahm er nur Atacamb 8 und HCT 12,5 mg.

Dr. Schreckenberg: Das ist ein niedrig dosiertes Kombinationspräparat, was sicher nicht ausreicht. Ihm wurde eine Dosiserhöhung angeraten bzw. eine erweiterte Kombinationstherapie. Denn auch in seinem hohen Lebensalter gilt die Zieldosis von 130/80-90 mm Hg.

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