Brennen in der Speiseröhre

Pantoprazol gegen Sodbrennen: Warum Sie besser auf diese Alternativen umsteigen sollten

Gegen Sodbrennen gibt es viele Medikamente – etwa Pantoprazol.
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Gegen Sodbrennen gibt es viele Medikamente – etwa Pantoprazol.

Saures Aufstoßen, Brennen hinter dem Brustbein: Sodbrennen ist ein häufiges Leiden. Viele Betroffene nehmen den Säureblocker Pantoprazol ein – doch es gibt gute Alternativen.

  • Ein kleiner Verschluss zwischen Magen und Speiseröhre sorgt normalerweise dafür, dass Magensäure im Magen bleibt. Doch manchmal versagt der Schließmechanismus: Die Säure gelangt in die Speiseröhre.
  • Infolge kommt es zum typischen Sodbrennen-Symptom: brennender Schmerz hinter dem Brustbein.
  • Viele Sodbrennen-Patienten greifen regelmäßig zum frei verkäuflichen Säureblocker Pantoprazol. Doch eine wichtige Einnahme-Regel sollten sie kennen.

Pantoprazol ist ein bewährtes Mittel gegen Sodbrennen, weil es die Produktion von Magensäure reduziert. Die Wirkstoffe im Arzneimittel hemmen die sogenannten Protonenpumpen in der Magenschleimhaut, die für die Ausschüttung von Magensäure ins Mageninnere zuständig sind. Da Sodbrennen entsteht, wenn Magensäure in die Speiseröhre aufsteigt, lindert dieser Effekt die Beschwerden. Doch Mediziner warnen: Halten Beschwerden länger als zwei Wochen an, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Denn Pantoprazol kann – obwohl es frei verkäuflich ist – eine Reihe von Nebenwirkungen entfalten, wenn das Präparat zu lange eingenommen wird. So kann eine Langzeiteinnahme erhöhte Leberwerte, Darminfekte, Magnesium- und Vitamin-B12-Mangel* und sogar Knochenbrüche zur Folge haben. Letztere sind möglich, weil Magensäure Kalzium aus der Nahrung löst, die unser Körper zum Knochenaufbau benötigt – wird die Magensäure-Produktion durch Pantoprazol gehemmt, steht dem Körper auch weniger Kalzium zur Verfügung.

Lesen Sie auch: Apfelessig: So soll das Hausmittel gegen Mundgeruch bis Sodbrennen helfen.

Pantoprazol gegen Sodbrennen – diese Alternativen sollten Sie kennen

Generell gilt: Pantoprazol darf ohne ärztlichen Rat nicht länger als acht Wochen eingenommen werden. Wer häufig und stark unter Sodbrennen leidet, sollte dies vom Arzt abklären lassen. Nur dieser kann ernste Erkrankungen ausschließen, die womöglich hinter dem sauren Aufstoßen stecken.

Sodbrennen ist Ihr ständiger Begleiter?

Das Kochbuch „Sodbrennen und Reflux: Besserung durch die richtige Ernährung“ (werblicher Inhalt) enthält viele leckere und magenschonende Rezepte und gibt gleichzeitig Hintergrundinfos zu Ursachen und effektiven Behandlungsmöglichkeiten bei Sodbrennen.

Wenn schwerwiegende Ursachen ausgeschlossen werden konnten, hilft oft bereits eine Änderung im Lebensstil: So führen Stress, fettreiches und scharfes Essen dazu, dass mehr Magensäure produziert wird. Und auch Genussmittel wie Zigaretten, Alkohol sowie Kaffee triggern Sodbrennen, da sie den Magen reizen und den Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre schwächen. Neben dem Verzicht auf diese Produkte schwören viele Betroffene auch auf Kamillen-, Melissen- oder Schafgarbentee, die den Magen beruhigen. Auch Backnatron hat sich bewährt, um die Magensäure gelegentlich zu neutralisieren, wie das Portal Spektrum informiert. Dazu einen Teelöffel Backnatron in einem großen Glas Wasser auflösen und trinken.

Häufig Magenprobleme? Umfrage zum Thema

Dem Portal Rathausapotheke zufolge können außerdem folgende Hausmittel gegen Sodbrennen versucht werden:

  • Kaugummi kauen – erhöht den Speichelfluss, was Säure aus der Speiseröhre spült
  • fettarme Milch oder Wasser trinken – verdünnen und neutralisieren die Säure
  • Kartoffelsaft trinken – die enthaltene Stärke bindet die Magensäure

(jg) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Weiterlesen: Reizdarmsyndrom: So sagen Sie Magen- und Darmproblemen den Kampf an.

Verdacht auf  Nahrungsmittelunverträglichkeit?

Gluten, Histamin, Fructose, Lactose: Bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist es nicht ganz leicht, den richtigen Auslöser zu finden. Fotos: dpa-tmn Foto: dpa-tmn
Gluten, Histamin, Fructose, Lactose: Bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist es nicht ganz leicht, den richtigen Auslöser zu finden. © dpa-tmn
Wer kein Histamin verträgt, bekommt nach dem Verzehr von Tomaten mitunter Beschwerden. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert
Wer kein Histamin verträgt, bekommt nach dem Verzehr von Tomaten mitunter Beschwerden. © Klaus-Dietmar Gabbert
Bei Zöliakie führt der Verzehr von in Getreide enthaltenem Gluten zu Entzündungen im Dünndarm. Foto: Andrea Warnecke
Bei Zöliakie führt der Verzehr von in Getreide enthaltenem Gluten zu Entzündungen im Dünndarm. © Andrea Warnecke
Wer Fructose nicht verträgt, dem ist es nicht unbedingt komplett verboten, Obst zu essen. Foto: Florian Schuh
Wer Fructose nicht verträgt, dem ist es nicht unbedingt komplett verboten, Obst zu essen. © Florian Schuh
Die Milch macht's nicht immer - manche Menschen vertragen keinen Michzucker. Foto: Franziska Gabbert
Die Milch macht's nicht immer - manche Menschen vertragen keinen Michzucker. © Franziska Gabbert
Blähungen, Durchfall, Bauchschmerzen: Wenn nach dem Essen regelmäßig Probleme auftauchen, ist schnell eine Nahrungsmittelunverträglichkeit unter Verdacht. Gewissheit verschaffen Tests beim Facharzt. Foto: Monique Wüstenhagen
Blähungen, Durchfall, Bauchschmerzen: Wenn nach dem Essen regelmäßig Probleme auftauchen, ist schnell eine Nahrungsmittelunverträglichkeit unter Verdacht. Gewissheit verschaffen Tests beim Facharzt. © Monique Wüstenhagen

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