Zerrung, Prellung oder Verstauchung

Erste Hilfe bei Sport-Verletzungen

+
Beim Sport holt man sich immer mal wieder Blessuren. Meist hilft die PECH-Regel: Pause, Eis, Compression und hochlagern. 

Zwar ist Sport kein Mord. Aber immer wieder holt man sich Blessuren. Welche Verletzungen beim Training am häufigsten passieren - und was dann zu tun ist.

Zerrung, Prellung oder Verstauchung - eine solche Verletzung holen sich Sportler beim Training schnell. Das schmerzt, und in aller Regel kommen an der betroffenen Körperpartie auch noch Schwellung und Bluterguss hinzu.

"Je eher in einem Akut-Fall mit Erste-Hilfe-Maßnahmen begonnen wird, desto günstiger wirkt sich das auf den Heilungsprozess aus", sagt Rüdiger Reer vom Deutschen Sportärztebund (DGSP).

PECH-Regel

In 95 Prozent aller Fälle hilft die sogenannte PECH-Regel, erklärt der Professor am Institut für Bewegungswissenschaft der Universität Hamburg. 

  • Das P steht für Pause
  • E für Eis
  • C für Compression - ein Verband mit schmerzstillender Creme
  • H für Hochlagern. 

    "Auch Mittel aus der Naturheilkunde können helfen", sagt der auf die Behandlung von Sportlern spezialisierte Heilpraktiker Thomas Sokollik. So kann etwa eine hochdosierte Salbe aus Arnikablüten, entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken.

Zerrung

Bei einer Zerrung ist ein Muskel schmerzhaft überdehnt, es treten kleine Risse in der Muskelfaser auf. "Ursache ist oft ein unzureichendes Aufwärmen vor der sportlichen Betätigung", erklärt Ute Repschläger, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten. Auch die zu starke Belastung eines Muskels zum Beispiel aus Selbstüberschätzung kann eine Zerrung zur Folge haben.

Betroffene haben Schmerzen bei der Muskelanspannung und bei Belastung oder Bewegung. Zudem ist die Beweglichkeit eingeschränkt. An der betroffenen Stelle zeigen sich in aller Regel ein Bluterguss und eine Schwellung. Bei einer Zerrung sollte das Sporttraining für mindestens eine Woche ausgesetzt werden. "In der zweiten Woche sollte das verletzte Gewebe mit dosierten Übungen im schmerzfreien Bereich gezielt belastet werden", erklärt Repschläger.

Prellung

Eine Prellung kann Folge eines Sturzes oder Aufpralls sein. Dabei werden das Unterhautfettgewebe und die Muskulatur gequetscht. Blut sowie Lymphflüssigkeit fließen aus den verletzten Gefäßen. "In der Muskulatur bilden sich Ödeme", erläutert Reer. Charakteristisch für eine Prellung sind neben Bluterguss und Schwellung sowohl Druck- als auch Belastungsschmerzen. Oft ist zudem die Beweglichkeit der verletzten Körperpartie eingeschränkt.

Auch bei einer Prellung sollte man mindestens eine Woche auf Sport verzichten. Anschließend können Betroffene das Gelenk beziehungsweise den Muskel langsam wieder bis zur Schmerzgrenze beanspruchen.

Verstauchungen

Bei Verstauchungen kommt es zu kleinen Faserrissen an der Gelenkkapsel. Hinweise auf eine Verstauchung sind neben Schmerzen eine Bewegungseinschränkung an der betroffenen Stelle. Auch kann es zu einer Schwellung und einem Bluterguss kommen. Sind im Zuge der Verstauchung Bänder an- oder durchgerissen oder sind Kapseln am Sprunggelenk verletzt, dann muss die Körperpartie für längere Zeit ruhig gestellt werden. Mit einer speziellen Schiene wird das Sprunggelenk stabilisiert. "Dann darf für circa sechs Wochen kein Sport getrieben werden", erklärt Sokollik.

Eine solche Verletzung sollte keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden, betont Repschläger: "Ansonsten droht langfristig ein Gelenkverschleiß."

Wenn Sport schmerzt: So fies kann Training sein

Sportverletzung Hautaufschürung Platzwunde
Radfahrer ziehen sich bei einem Sturz oft schlimme Schürf- oder Platzwunden zu. Reinigen und desinfizieren Sie die Hautabschürfung umgehend. Ist die Verletzung tiefer als zwei Zentimeter, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Eventuell muss die Wunde genäht werden. © AFP
Sportverletzung
Wenn Bänder überspannt werden, können sie reißen. Dabei ist ein kurzer, stechender Schmerz spürbar. Besonders schmerzhaft ist ein Kreuzbandriss. Die Kreuzbänder verbinden das Knie mit dem Oberschenkelknochen. Reißen sie, ist eine Operation nicht zu vermeiden. Suchen Sie deshalb umgehend einen Arzt auf. © AFP
Sportverletzung Prellung
Donnert ein Ball gegen Ihren Körper oder stoßen Sie mit einem anderen Spieler zusammen, können Sie sich eine Prellung zuziehen. Die entsprechende Körperstelle schwillt an. Oft bleibt ein blauer Fleck zurück. Kühlen Sie den Bluterguss und schonen Sie sich, bis er abgeklungen ist. © AFP
Sportler sind besonders anfällig für Fußpilz.
Sportler sind besonders anfällig für Fußpilz. Die Pilze lauern im Schwimmbad oder unter den Duschen. Haben Sie sich infiziert, juckt es zwischen den Zehen, die Haut schuppt sich und teilweise bilden sich Bläschen. Das feuchtwarme Klima im Sportschuh begünstigt außerdem Fußschweiß und Fußgeruch.   © obs-Reckitt-Benckiser-Scholl
Sportverletzung Tennisarm
Ein Tennisarm tritt meist durch eine Fehlbelastung ein, zum Beispiel wenn Sie den Ball aus dem Handgelenk schlagen. Durch die einseitige Belastung wird die Streckmuskulatur des Unterarms überfordert. Dadurch schmerzt die Außenseite des Ellenbogens. Hier setzen die Sehnen des Muskels an. Schonen Sie Ihren Arm. Zudem kann eine Ellenbogenbandage die gereizten Sehnenansätze entlasten. © AFP
Sportverletzung: Gehirnerschütterung
Ein heftiger Schlag gegen den Kopf kann eine Gehirnerschütterung verursachen. Erste Anzeichen sind Gleichgewichtsstörungen, Benommenheit und Übelkeit. Durch den Zusammenprall funktionieren die Nervenzellen zeitweise nicht mehr oder werden irreversible zerstört. Das Gehirn kann die Schäden normalerweise schnell wieder beheben. Trotzdem ist ein Besuch beim Arzt unumgänglich. © AFP
Blasen
Tragen Sie beim Sport die falschen Socken oder reibt der Turnschuh, entstehen schnell unangenehme Blasen. Ein Blasenpflaster lindert den Schmerz. © obs-hansaplast
Vorbeugen können Sie Blasen, indem Sie ein Blasen-Gel auftragen. Es verringert die Reibung. © obs-hansaplast
Sonnenbrand
Gehen Sie im Sommer nie ohne Sonnenschutz joggen. Sonst drohen fiese Verbrennungen. © dpa
Radfahrer
Radfahrer scheuern sich häufig den Po wund, zum Beispiel, wenn der Sattel nicht passt oder sie die falsche Kleidung tragen. Vor allem bei Männern entzünden sich die Härchen am Po leicht. Dagegen hilft eine Rasur und Sitzcreme. © dpa

dpa/tmn

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Mysteriöses Phänomen: Mann ist ständig betrunken - obwohl er keinen Alkohol trinkt
Mysteriöses Phänomen: Mann ist ständig betrunken - obwohl er keinen Alkohol trinkt
So bekommen Sie sofort eine Krankschreibung - Das verrät ein Hausarzt
So bekommen Sie sofort eine Krankschreibung - Das verrät ein Hausarzt
So purzeln die Pfunde: Mit Intervallfasten in einer Woche fünf Kilo abnehmen
So purzeln die Pfunde: Mit Intervallfasten in einer Woche fünf Kilo abnehmen
Horoskop: So stehen Ihre Sterne - alles zum Thema Sternzeichen
Horoskop: So stehen Ihre Sterne - alles zum Thema Sternzeichen

Kommentare