Studie: Hilft grüner Tee gegen Darmkrebs?

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Kann grüner Tee das Krebsrisiko senken? Eine wissenschaftliche Studie soll diese Frage nun klären.

Kann grüner Tee Darmkrebs vorbeugen? Diese Frage soll nun eine Langzeitstudie der Universitäten Halle und Ulm klären. 3.000 Menschen nehmen über Jahre daran teil.

Dass grüner Tee gesund ist, wird allgemein anerkannt. Aber konkrete wissenschaftliche Untersuchungen sind bislang rar. Eine neue Studie soll jetzt zeigen, ob das Getränk Darmkrebs vorbeugen kann. Es sei die bislang größte Untersuchung dazu weltweit, sagt der Studienleiter und Direktor der Klinik für Innere Medizin des Universitätsklinikums Halle, Thomas Seufferlein. Geprüft wird die Wirkung von grünem Tee auf die Entstehung von Polypen im Darm, der möglichen Vorstufe von Darmkrebs.

Die Deutsche Krebshilfe in Bonn finanziert das komplette Projekt mit 2,1 Millionen Euro aus Spendengeldern. “Im Interesse der Betroffenen müssen wir alle Möglichkeiten zur Krebsvorsorge ausschöpfen. Dazu gehören auch Naturheilverfahren“, sagt die Pressereferentin der Deutschen Krebshilfe, Christiana Tschoepe.

Start der Studie mit 3000 Probanden ist am 26. September. “Die Studienrekrutierung läuft über drei Jahre, da die Probanden aber gestaffelt teilnehmen, sind die letzten erst sechs Jahre nach Studienstart fertig“, sagt Seufferlein. Die Teilnehmer kommen aus 30 großen medizinischen Praxen und Kliniken aus ganz Deutschland. Sie haben ein erhöhtes Darmkrebsrisiko. Die Forscher wollen auch herausfinden, ob bei Patienten, denen Polypen entfernt wurden, mit Hilfe von grünem Tee eine Neubildung vermieden werden kann.

Grüner Tee enthält neben Bitterstoffen und Koffein das Pflanzenhormon Epigallocatechin-3-gallat (EGCG). “Aus verschiedenen Forschungsarbeiten ist bekannt, dass EGCG die Entstehung von Tumoren der Prostata, Brust und Gebärmutter hemmt“, sagt Seufferlein. Weil es einfacher ist, werden bei der Studie Grüntee-Kapseln verwendet - zwei Stück täglich für jeden Teilnehmer. “Das entspricht etwa fünf bis zehn Tassen Tee, je nach Zubereitungsweise“, sagt die Studienleiterin und Ärztin für klinische Pharmakologie der Universität Ulm, Julia Stingl. Der Extrakt in den Kapseln enthält bis auf das entzogene Koffein alle wirksamen Bestandteile des grünen Tees.

Eine Probanden-Gruppe erhält Grüntee-Kapseln, die andere Placebo-Kapseln. Weder Teilnehmer noch Wissenschaftler wissen, wer tatsächlich die “richtigen“ Kapseln nimmt. “Damit ist eine objektive Beurteilung möglich“, sagt Stingl. Alle vier Monate werde den Probanden Blut abgenommen, um ihre Leber- und Blutwerte zu kontrollieren. Zudem werden sie befragt, ob sie zusätzlich grünen Tee getrunken oder andere Medikamente bekommen haben. Mit einer Darmspiegelung wird nach drei Jahren bei jedem Teilnehmer geprüft, ob und wie viele neue Polypen sich gebildet haben.

Beide Studienleiter sind sich einig: Auch wenn grüner Tee die Entwicklung von Polypen hemmt, sei es eher unwahrscheinlich, dass Europäer davon bis zu zehn Tassen täglich trinken. Schon heute sind Kapseln mit Grüntee-Extrakt im Handel erhältlich. “Im Falle eines wissenschaftlichen Wirknachweises wäre eine Ergänzung der Ernährung durch Einnahme von Extrakt in Kapselform durchaus möglich und auch erschwinglich“, sagt Stingl.

Thomas Schöne, dpa

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