Gesundheit

Vitamin-D-Mangel im Herbst: So füllen Sie Ihre Speicher auf

Vitamin-D-Mangel
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Die Sonne in den Herbst- und Wintermonaten nur selten blicken, aber auch bei bewölktem Himmel kann der Körper Vitamin D aufnehmen.

Der Mensch nimmt Vitamin D vor allem durch die Strahlung der Sonne auf. In den dunklen Monaten kann das jedoch zum Problem werden.

Kassel – Im Herbst und Winter klagen viele Menschen über Antriebslosigkeit. Grund dafür ist in vielen Fällen ein Vitamin-D-Mangel. Fehlt das Vitamin dem Körper, zeigt sich das Immunsystem geschwächt. Die schützende Wirkung vor Herzerkrankungen, Diabetes, Rheuma und neuerdings auch Covid-19 ist oftmals abgeschwächt.

Die Wissenschaft diskutiert beispielsweise das Risiko von Corona-Infektionen durch einen Vitamin-D-Mangel seit geraumer Zeit. Vitamin D, was genau genommen kein Vitamin sondern ein Hormon ist, gilt in der Medizin als unerlässlich für den menschlichen Organismus: „Etwa 85 bis 90 Prozent bildet der Körper selbst, mithilfe von UV-Strahlung“, erklärt Professor Dr. Helmut Schatz, emeritierter Direktor der Medizinischen Universitätsklinik Bergmannsheil der Ruhr-Universität Bochum und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie. Das berichtet das Gesundheitsportal der deutschen Apothekerinnen und Apotheker.

Vitamin D im Herbst: Ernährung allein reicht zur Produktion nicht aus

Vitamin D kann aber auch über die Nahrung aufgenommen werden. Es steckt zum Beispiel in Lebensmitteln wie Lachs oder Hering, Hühnereiern, Champignons, Pfifferlingen, Kalbs- oder Rinderleber. „Allein über die Ernährung lässt sich jedoch keine ausreichende Versorgung mit Vitamin D erreichen. Am wichtigsten ist es, raus ins Freie zu gehen, am besten jeden Tag für etwa eine halbe Stunde mit unbedeckten Händen und Gesicht“, erklärt Schatz.

Natürlich lässt sich die Sonne in den Herbst- und Wintermonaten nur selten blicken, aber auch bei bewölktem Himmel kann der Körper Vitamin D aufnehmen. Ein durchschnittlicher Erwachsener sollte über 50 nmol/l (20 μg/l) Vitamin D im Blut haben. Von einem Mangel spricht man ab Serumwerten unter 30 nmol/l (12 μg/l).

Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts haben gewisse Gruppierungen in der Bevölkerung ein höheres Risiko einen Vitamin-D-Mangel aufzuweisen, als andere – dazu zählen:

  • Personen, die sich selten im Freien aufhalten
  • Senioren über 65, da mit dem Alter die Eigenproduktion von Vitamin D nachlässt
  • Säuglinge, die der Sonne nicht direkt ausgesetzt werden dürfen
  • Personen, die etwa aus religiösen Gründen nur mit bedeckter Haut ins Freie gehen
  • Personen mit einer dunklen Hautfarbe, da sie weniger durchlässig für UV-Strahlen ist
  • Personen mit chronischen Darm-, Leber- oder Nierenkrankheiten

Im Video: Vitamin-D-Mangel ist nicht nur ein Winterproblem

Vitamin-D-Mangel im Herbst: Experte warnt vor zu hoher Dosierung

Erwachsene, die gesund seien und regelmäßig ins Freie gehen, brauchen laut Schatz keine zusätzlichen Vitamin D-Präparate einzunehmen. Wer aber das Gefühl habe, unter einem Mangel zu leiden, sollte das dem Fachmann zufolge zunächst vom Hausarzt überprüfen lassen. Ein Bluttest auf Vitamin D wird allerdings meistens nicht von der Krankenkasse übernommen und muss in dem Falle selbst bezahlt werden – ebenso verhält es sich bei den Nahrungsergänzungsmitteln, wenn diese medizinisch nicht notwendig sind.

Bei der Einnahme von Vitamin D-Präparaten ist zudem äußerste Vorsicht geboten, denn zu viel davon kann dem Körper erhebliche Schäden zufügen. „Täglich 850 bis 1000 Internationalen Einheiten (I.E.) sind nicht bedenklich, von sehr hoch dosierten Präparaten mit 5000 oder 10000 I.E. rate ich jedoch dringend ab“, warnt Schatz. In Einzelfällen könne zu hoch dosiertes Vitamin D, das über einen langen Zeitraum eingenommen werde, der Niere schaden und sogar Herzkrankheiten begünstigen.

Wird der Körper nicht ausreichend mit Kalzium versorgt, drohen ebenfalls Beschwerden. Kribbeln in den Füßen bis hin zu Herzrhythmusstörungen können auf einen Mangel hindeuten. (Luisa Weckesser)

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