Bald mehr Diabetes-Patienten als erwartet

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Womöglich mehr Diabetes-Patienten bis 2030 als bisher erwartet.

Die Entwicklung von Diabetes in Deutschland ist womöglich dramatischer als erwartet. Mediziner warnen jetzt davor, dass immer mehr Männer ab 55 Jahren erkranken werden. 

Das sagt ein Verbund mehrerer nationaler Forschungseinrichtungen voraus, wie das Deutsche Diabetes-Zentrum (DDZ) in Düsseldorf mitteilt. Derzeit wird der Anteil der Erwachsenen mit Diabetes Typ 2 auf sieben bis acht Prozent der Bevölkerung geschätzt.

Diabetes: Das sollten Sie wissen

Mehrere Millionen Menschen in Deutschland leiden unter einer Vorstufe von Diabetes, wissen aber nichts von der Gefahr. Die Krankheitszeichen sind oft recht allgemein, doch folgende Alarmsignale können auf einen krankhaft erhöhten Blutzuckerspiegel hinweisen. © dpa/dak
1. Verschwommenes Sehen © dpa/dak
2. Taube Hände und Füße © dpa/dak
3. Heißhunger © dpa/dak
4. Übermäßiger Harndrang © dpa/dak
5. Anhaltende Müdigkeit © dpa/dak
6. Plötzlicher Gewichtsverlust © dpa/dak
7. Ständiger Durst © dpa/dak
8. Sexuelle Störungen © dpa/dak
9. Schlecht heilende Wunden © dpa/dak
Ohne Zucker geht beim Menschen gar nichts: Weder würden die Beine einen Schritt gehen, noch das Gehirn einen klaren Gedanken fassen. Wie der Automotor Benzin, so verbrennt unser Körper Traubenzucker und bezieht daraus seine Energie. Allein das Gehirn verbraucht 140 Gramm pro Tag! © dpa/dak
Der Körper holt sich die Glukose aus der Nahrung, über das Blut wird es zu den Organen transportiert und hineingeschleust. Doch dieser Glukose-Stoffwechsel ist bei jedem zehnten Menschen gestört. © dpa/dak
Eine Schlüssel- rolle spielt das Hormon Insulin, das für die Aufnahme des Zuckers in die Organe verantwortlich ist. Es verliert zunächst unbemerkt seine Wirkung. Um die gleiche Menge Zucker zu verarbeiten, wird also mehr Insulin benötigt. Der Körper produziert immer mehr Insulin, bis die dafür zuständigen Zellen in der Bauchspeicheldrüse zugrunde gehen. © dpa/dak
In Folge steigt der Blutzucker im Blut drastisch an, die Organe werden nicht mehr ausreichend mit Treibstoff und Sauerstoff versorgt. Die Folgen sind dramatisch wie Herzinfarkte, Nierenschäden oder schlecht heilendes Gewebe. © dak
Pro Jahr werden in Deutschland 28.000 Füße von Diabetikern amputiert. Mithilfe einer speziellen Stimmgabel überprüft hier der Arzt das Vibrationsempfinden des Fußes und kann davon weitere Maßnahmen ableiten. © dpa/obs
Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft empfiehlt über 45-Jährigen alle drei Jahre eine sogenannte Nüchtern-Blutglukosebestimmung beim Hausarzt. Früh erkannt, ist die Krankheit gut behandelbar. Wird Diabetes heilbar? Das Neueste von der Impfung bis zur Stammzellen-Therapie lesen Sie hier... © dak

Nach den neuen Berechungen der Wissenschaftler im Abgleich mit der Bevölkerungsprognose des Statistischen Bundesamtes müsse im Jahr 2030 in der Altersklasse der 55- bis 74-Jährigen von 3,9 Millionen Personen mit Diabetes Typ 2 ausgegangen werden, erklärte das DDZ, das zur Leibniz-Gemeinschaft gehört. Im Vergleich zu heute bedeute dies einen Anstieg um mehr als 1,5 Millionen Betroffene. Der deutlichste Zuwachs mit fast einer Million Personen werde bei den Männern zu verzeichnen sei. Bei den Frauen ergebe sich ein Anstieg um etwas mehr als 0,5 Millionen Personen.

Würde nur jede zweite Person mit Prä-Diabetes (grenzwertig erhöhte Glukosewerte) dauerhaft an Maßnahmen zur Prävention teilnehmen, ließen sich bis zum Jahr 2030 mehr als 370.000 Diabetes-Fälle vermeiden, heißt es in der Mitteilung der DDZ.

dapd

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