Jugendliche sollten Pöbeleien nicht ignorieren

Gerade in der U-Bahn werden Fahrgäste häufig zu Opfern von Verbalattacken. Jugendliche sollten Betroffenen umsichtig helfen. Foto: Lukas Schulze
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Gerade in der U-Bahn werden Fahrgäste häufig zu Opfern von Verbalattacken. Jugendliche sollten Betroffenen umsichtig helfen. Foto: Lukas Schulze

Einfach wegschauen, wenn jemand bedroht wird - das ist wohl die schlechteste Lösung. Sich selbst in Gefahr bringen, sollte man aber keinesfalls. Jugendliche suchen sich am besten Hilfe, wenn sie Zeuge von Pöbeleien werden.

Berlin (dpa/tmn) - Ob auf dem Schulhof oder in der Bahn: Wer mitbekommt, dass jemand bedrängt oder bepöbelt wird, sollte eingreifen. Zügig und entschlossen - aber ohne sich selbst in Gefahr zu bringen, sagt Samuel Signer vom Netzwerk für Demokratie und Courage.

«Man sollte zu dem Betroffenen stehen und ihn aus der Situation herausholen», sagt der Experte. Wer dem Betroffenen die Hand hinstreckt oder sich zwischen ihn und den Täter stellt, zeigt: Ich bin hier, um dir zu helfen. Manchmal löse sich eine brenzlige Situation, wenn man gemeinsam mit dem Betroffenen weggeht, erklärt Signer.

Jugendliche sollten sich dabei niemals selbst in Gefahr bringen. «Wenn plötzlich zwei Personen statt einer Probleme haben, ist niemandem geholfen», sagt Signer. Wer sich unwohl fühlt oder glaubt, die Täter sind gefährlich, sollte sich Hilfe holen. Am besten bittet man Umstehende direkt um Unterstützung. Spricht man jemanden an und sagt: «Sie mit dem roten Hemd, bitte helfen Sie mir», kann die Person schlecht wegsehen.

Manchmal ist es gar nicht so leicht zu erkennen, ob jemand in Not ist. Freundschaftliches Gerangel oder Gewalt, Spaß oder eine verletzende Pöbelei - Außenstehende können das nicht immer auseinanderhalten. Viele Jugendliche befürchten, in eine Situation einzugreifen, die gar nicht bedrohlich ist, erklärt der Experte. «Wer nicht sicher ist, sollte den Betroffenen einfach fragen, ob er Hilfe braucht». Am besten spielen Jugendliche so eine Situation schon einmal im Kopf durch, sagt Signer. Wenn dann tatsächlich jemand Hilfe braucht, kann man schnell reagieren.

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