Er wusste von nichts

„Dein Artikel hat mein Abi versaut“: Deutsche Schüler beschimpfen US-Journalist auf Twitter

Ein Journalist der New York Times dürfte nicht schlecht gestaunt haben, als er auf Twitter plötzlich von deutschen Schülern beschimpft wurde. Der Grund: Ein Artikel über Wohnbau.

Im Jahr 2020 schrieb US-Autor Farhad Manjoo in einer Kolumne für die „The New York Times“ über die kalifornische Gesetzgebung für Einfamilienhäuser. Er hielt diese Wohnweise für rückständig, da sie zu viel Platz verbrauche. Doch ohne es zu ahnen, holte ihn dieser Artikel ein Jahr später wieder ein – auf ziemlich skurrile Weise.

Abiturprüfung in NRW: Schüler stolpern über schwierige Textanalyse

Ohne sein Wissen war Manjoos Artikel für die Abiturprüfungen* in Nordrhein-Westfalen verwendet worden – im Fach Englisch. Rund 90.000 Prüflinge konnten für ihre Textanalyse zwischen drei Texten wählen. Einer davon war ebendieser Artikel von Manjoo. Doch unglücklicherweise schien seine Wortwahl für viele zu speziell zu sein. Und so ergoss sich der Frust der NRW-Abiturienten über seinen Twitter-Kanal.

„Deutsche Schüler (von dem, was ich mitbekommen habe, vielleicht sogar aus ganz Deutschland??) wurden anscheinend gebeten, eine meiner Kolumnen bei einer großen Prüfung zu analysieren, und ich bekomme viele Nachrichten, in denen ich entweder danke, dass ich ihnen geholfen habe, eine Eins zu bekommen, oder... ihr Leben zu ruinieren“, postete der Journalist.

Lesen Sie auch: „Ich weine“: Bewerberin flippt wegen gutgemeinter Jobabsage aus – Twitter-User uneins.

„Viele Wörter, die für Nicht-Muttersprachler schwerer zu verstehen sind“

Vor allem die negativen Rückmeldungen dürften den ein oder anderen zum Schmunzeln gebracht haben. „Junge, benutz doch Wörter die es im Wörterbuch gibt du hOnd“, schreib etwa ein Abiturient. Ein anderer brachte es auf den Punkt: „Dein Artikel hat mein Abi versaut - danke für Nichts“.

In der Aktuellen Stunde des WDR zeigte der Autor Verständnis für die emotionalen Redaktionen: So enthalte der Artikel tatsächlich „viele Wörter, die für Nicht-Muttersprachler schwerer zu verstehen sind“, sowie amerikanische Redewendungen. Laut tagesschau.de entschuldigte sich der Journalist sogar dafür, den Abiturienten Ärger bereitet zu haben – das habe er nicht gewollt.

Lehrerin lobt US-Journalist für seine Geduld

Obwohl die Schüler scheinbar ganz und gar schlecht auf den US-Journalisten zu sprechen waren, ergab sich doch eine relativ fruchtbare Diskussion, in der Schüler den Autor um Übersetzungshilfe baten.

Eine deutsche Lehrerin spricht ihm schließlich ihre Bewunderung aus: „Danke, dass du so geduldig mit den Kindern bist! Ich finde es faszinierend, dass sie alle hierher kommen, um zu diskutieren. Ich denke darüber nach, diesen Thread in unserer Klasse für Medien zu verwenden. Sie werden von Tag zu Tag berühmter!“ (as) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Mehr zum Thema: Test: Würden Sie das Abitur in Geschichte bestehen?

Wollen Sie über aktuelle Karriere-News auf dem Laufenden bleiben? Dann folgen Sie unserer Branchenseite auf dem Karriereportal Xing.

Zehn gut bezahlte Berufe für Leute, die keine Menschen mögen

Sie können andere Menschen nicht leiden? Teamarbeit ist Ihnen ein Graus? Dann sollten Sie einen Beruf ergreifen, der nur wenig Sozialkompetenz erfordert. Mithilfe von Daten des amerikanischen Arbeitsministeriums hat das Portal BusinessInsider ein Ranking der Jobs erstellt, die am wenigsten Freundlichkeit und Kontakt mit anderen Menschen erfordern.
Sie können andere Menschen nicht leiden? Teamarbeit ist Ihnen ein Graus? Dann sollten Sie einen Beruf ergreifen, der nur wenig Sozialkompetenz erfordert. Mithilfe von Daten des amerikanischen Arbeitsministeriums hat das Portal BusinessInsider ein Ranking der Jobs erstellt, die am wenigsten Freundlichkeit und Kontakt mit anderen Menschen erfordern. © pixabay / StartupStockPhotos
Platz 10: Statistiker - notwendige Sozialkompetenz: 64 Punkte - Gehalt: 30.000 bis 50.000 Euro
Platz 10: Statistiker - Gehalt: 30.000 bis 50.000 Euro © pixabay / stevepb
Platz 9: Biochemiker und Biophysiker - Gehalt: 35.000 bis 60.000 Euro
Platz 9: Biochemiker und Biophysiker - Gehalt: 35.000 bis 60.000 Euro © pixabay / luvgs
Platz 8: Webadministrator - Gehalt: 30.000 bis 40.000 Euro
Platz 8: Webadministrator - Gehalt: 30.000 bis 40.000 Euro © pixabay / StockSnap
Platz 7: Geoinformatiker - Gehalt: 30.000 bis 45.000 Euro
Platz 7: Geoinformatiker - Gehalt: 30.000 bis 45.000 Euro © picture alliance / Jan Woitas / dpa
Platz 6: Betriebswirt für Umweltökonomie, Umweltberater - Gehalt: ca. 40.000 Euro
Platz 6: Betriebswirt für Umweltökonomie, Umweltberater - Gehalt: ca. 40.000 Euro © picture alliance / Andreas Arnold / dpa
Platz 5: Politikwissenschaftler - Gehalt: 30.000 bis 60.000 Euro
Platz 5: Politikwissenschaftler - Gehalt: 30.000 bis 60.000 Euro © picture alliance / Christophe Gateau / dpa
Platz 4: Astronom - Gehalt: ca. 39.000 Euro
Platz 4: Astronom - Gehalt: ca. 39.000 Euro © picture alliance / dpa / Marcus Simaitis
Platz 3: Betriebswirt - Gehalt: 30.000 bis 90.000 Euro
Platz 3: Betriebswirt - Gehalt: 30.000 bis 90.000 Euro © pixabay / StockSnap
Platz 2: Hardware-Ingenieur - Gehalt: 30.000 bis 50.000 Euro
Platz 2: Hardware-Ingenieur - Gehalt: 30.000 bis 50.000 Euro © picture alliance / dpa / Fredrik von Erichsen
Platz 1: Mathematiker - Gehalt: 35.000 bis 60.000 Euro
Platz 1: Mathematiker - Gehalt: 35.000 bis 60.000 Euro © picture alliance / Roland Holschneider / dpa

Rubriklistenbild: © twitter/@fmanjoo (Screenshot)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Bin dann mal weg“: Dieses Detail darf in keiner guten Abwesenheitsnotiz fehlen
„Bin dann mal weg“: Dieses Detail darf in keiner guten Abwesenheitsnotiz fehlen

Kommentare