Arbeitsrecht

Arbeitszeugnis verschwunden: Habe ich Anspruch auf ein neues?

  • Andrea Stettner
    VonAndrea Stettner
    schließen

Arbeitszeugnisse gehören in jede Bewerbung. Doch was tun, wenn sie verloren gehen oder vernichtet werden? Kann ich sie beim Arbeitgeber neu anfordern?

Arbeitszeugnisse gehören zu jenen Dokumenten, auf die Beschäftigte gut achtgeben sollten. Schließlich werden sie bei jeder Bewerbung benötigt, um vergangene Jobs, Aufgaben und Kenntnisse nachweisen zu können. Doch was tun, wenn Arbeitszeugnisse* etwa bei einem Umzug verloren gehen oder etwa einem Hochwasser oder Brand zum Opfer fallen?

Auch interessant: Wie lange muss ich meine Arbeitszeugnisse aufbewahren?

Arbeitszeugnis: Arbeitnehmer haben Anspruch auf Neuausstellung

Tatsächlich haben Arbeitnehmer in der Regel einen gesetzlichen Anspruch darauf, dass ehemalige Arbeitgeber bei Verlust oder Beschädigung ein neues Arbeitszeugnis ausstellen. Das gilt jedenfalls dann, wenn die Ersatzausstellung nur mit einem geringem Aufwand verbunden ist und auch der Inhalt bzw. Wortlaut unstrittig ist. Dieser Anspruch ergibt sich aus einer nachvertraglichen Nebenpflicht des Arbeitsvertrages, wie die Rechtsanwaltskanzlei Wißmann aus Lingen auf ihrer Internetseite informiert.

Dabei spielt es auch keine Rolle, ob der Arbeitnehmer Schuld am Verlust oder der Beschädigung des Originalzeugnisses hat. Entscheidend ist lediglich die Frage, ob dem bisherigen Arbeitgeber eine Ersatzausstellung zugemutet werden kann. Muss der Ex-Chef das Arbeitszeugnis etwa lediglich ausdrucken und neu unterschreiben, dürfte einer Neuausstellung nichts im Wege stehen. Liegt die Personalakte dem Unternehmen jedoch nicht mehr vor, sieht es dagegen schlecht aus.

Lesen Sie auch: Schlechtes Arbeitszeugnis erhalten? Dann sollten Sie unbedingt handeln.

Soll ich ein fehlendes Arbeitszeugnis bei der Bewerbung verschweigen?

Wenn das ehemalige Unternehmen nicht mehr existiert oder Ihnen ein Arbeitszeugnis aus anderen Gründen (noch) nicht vorliegt, sollten Sie dies bei einer Bewerbung keinesfalls unter den Tisch fallen lassen. Das könnte den Anschein erwecken, als ob Sie schlichtweg ein schlechtes Arbeitszeugnis verheimlichen wollen.

Fügen Sie stattdessen eine Extraseite in Ihre Bewerbungsunterlagen ein, und zwar an der Stelle, an der sich das verloren gegangene Arbeitszeugnis chronologisch einreihen würde. Notieren Sie darauf Firma, Position, Beschäftigungsdauer und eine kurze Begründung, warum Ihnen das Arbeitszeugnis nicht vorliegt.

Übrigens, alle Beschäftigten haben einen rechtlichen Anspruch auf ein „wohlwollendes“ Arbeitszeugnis. Welche Noten jedoch tatsächlich hinter scheinbar positiven Formulierungen stecken, lesen Sie hier.(as) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Wollen Sie über aktuelle Karriere-News auf dem Laufenden bleiben? Dann folgen Sie unserer Branchenseite auf dem Karriereportal Xing.

Quelle: rae-lingen.de, dpa, arbeitszeugnisportal.de

Zehn Dinge, die Sie im Bewerbungsgespräch sofort disqualifizieren

Sind Sie in Sachen Styling unsicher, was beim Bewerbungsgespräch angebracht ist? Wichtig ist natürlich, dass Bewerber ordentlich und gepflegt wirken.
Sind Sie in Sachen Styling unsicher, was für das Bewerbungsgespräch angebracht ist? Wichtig ist, dass Bewerber ordentlich und gepflegt wirken. Bleiben Sie zudem authentisch. Was allzu übertrieben wirkt, sollten Sie im Zweifel besser vermeiden. © IMAGO / Westend61
Also lieber noch einmal duschen, Haare waschen und ein Deo benutzen, bevor Sie sich auf den Weg machen.
Vor dem Bewerbungsgespräch sollten Sie zudem genügend Zeit für die Körperpflege einplanen. Also lieber noch einmal duschen, Haare waschen und ein Deo benutzen, bevor Sie sich auf den Weg machen.  © IMAGO / YAY Images
Sie bewerben sich für einen Job in der Bank, erscheinen aber in Jeans und T-Shirt? Zu lässige Kleidung könnte Sie bei so manchem Personalchef disqualifizieren. Kleiden Sie sich also lieber etwas zu schick als zu bequem – damit macht man nichts falsch.
Sie bewerben sich für einen Job in der Bank, erscheinen aber in Jeans und T-Shirt? Zu lässige Kleidung könnte Sie bei so manchem Personalchef disqualifizieren. Kleiden Sie sich also lieber etwas zu schick als zu bequem – damit macht man nichts falsch. © IMAGO / Westend61
Wer mit einem Coffee-to-go in der Hand beim Vorstellungsgespräch erscheint, könnte bei Recruitern durchaus für Stirnrunzeln sorgen.
Wer mit einem Coffee-to-go in der Hand zum Vorstellungsgespräch erscheint, könnte bei Recruitern durchaus für Stirnrunzeln sorgen. Wenn Ihnen zur Begrüßung hingegen jemand ein Mineralwasser oder einen Kaffee anbietet, dürfen Sie das gerne annehmen. Vergessen Sie dabei niemals, sich höflich zu bedanken.  © IMAGO / Westend61
Gegen einen kleinen Snack vor dem Job-Interview ist nichts einzuwenden – aber bitte lassen Sie Ihr Essen in der Tasche verschwinden, bevor es ernst wird. Personaler könnten es ziemlich unhöflich finden, wenn das belegte Brötchen daraus hervorschaut.
Gegen einen kleinen Snack vor dem Job-Interview ist nichts einzuwenden – aber bitte lassen Sie Ihr Essen in der Tasche verschwinden, bevor es ernst wird. Personaler könnten es ziemlich unhöflich finden, wenn das belegte Brötchen daraus hervorschaut. © IMAGO / Westend61
Oft ist der erste persönliche Eindruck entscheidend. Sie sollten beim ersten Kennenlernen nicht zu sehr vorpreschen, aber trotzdem höflich und freundlich sein.
Oft ist der erste persönliche Eindruck entscheidend. Sie sollten beim ersten Kennenlernen nicht zu sehr vorpreschen, aber trotzdem höflich und freundlich sein. Schließlich geht es darum, dass die künftigen Kollegen Sie besser kennenlernen. Und auch Sie sollten sich natürlich einen Eindruck verschaffen können, ob die neue Stelle zu Ihnen passt. © IMAGO / Westend61
Fallen Sie Ihrem Gegenüber besser nicht ins Wort: Für 39 Prozent der Recruiter ist das ein absolutes No-Go und disqualifiziert Sie auf der Stelle.
Fallen Sie Ihrem Gegenüber besser nicht ins Wort: Für viele Recruiter ist das ein No-Go und disqualifiziert Sie auf der Stelle.  © IMAGO / YAY Images
Wer zu spät kommt, „den betraft das Leben“ - oder der Personalchef. Denn wer beim Vorstellungsgespräch zu spät erscheint, disqualifiziert sich bei vielen Personalern. Planen Sie sich also genügend Puffer für die Anfahrt ein.
Wer zu spät kommt, „den betraft das Leben“ - oder der Personalchef. Denn wer beim Vorstellungsgespräch zu spät erscheint, disqualifiziert sich bei vielen Personalern. Planen Sie sich also genügend Puffer für die Anfahrt ein. Sollten Sie trotzdem verspätet sein, brauchen Sie dafür eine sehr plausible Erklärung.  © IMAGO / Westend61
Finger weg vom Handy – das gilt nicht nur beim Familienessen, sondern auch fürs Vorstellungsgespräch. Wenn Sie im Gespräch Ihr Telefon zücken, könnte das durchaus unangenehm auffallen.
Finger weg vom Handy – das gilt nicht nur beim Familienessen, sondern auch fürs Vorstellungsgespräch. Wenn Sie im Gespräch Ihr Telefon zücken, könnte das durchaus unangenehm auffallen.  © IMAGO / Westend61
Das größte No-Go für Personalchefs ist aber unhöfliches Verhalten gegenüber Mitarbeitern. Wer die Empfangsdame anzickt oder andere Mitarbeiter herumkommandiert, dürfte bei vielen Personalern von der Bewerberliste gestrichen werden.
Das größte No-Go für Personalchefs ist aber unhöfliches Verhalten gegenüber Mitarbeitern. Wer die Empfangsdame anzickt oder andere Mitarbeiter herumkommandiert, dürfte bei vielen Personalern von der Bewerberliste gestrichen werden.  © IMAGO / YAY Images

Rubriklistenbild: © Thomas Trutschel/imago-images

Meistgelesene Artikel

Aufgepasst: Ab sofort können Sie das Anschreiben bei der Bewerbung getrost weglassen
Karriere
Aufgepasst: Ab sofort können Sie das Anschreiben bei der Bewerbung getrost weglassen
Aufgepasst: Ab sofort können Sie das Anschreiben bei der Bewerbung getrost weglassen
Neue Masterstudiengänge in Eichstätt, Esslingen und Köln
Karriere
Neue Masterstudiengänge in Eichstätt, Esslingen und Köln
Neue Masterstudiengänge in Eichstätt, Esslingen und Köln
Ehrliche Stellenanzeige amüsiert - doch der Hintergrund ist traurig
Karriere
Ehrliche Stellenanzeige amüsiert - doch der Hintergrund ist traurig
Ehrliche Stellenanzeige amüsiert - doch der Hintergrund ist traurig

Kommentare