Freistellungsanspruch und Kinderkrankengeld

Kind krank? Das sind Ihre Rechte

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Muss ein krankes Kind zu Hause betreut werden, gibt es für berufstätige Eltern eine gesetzliche Regelung.

In Schule oder Kita haben sich Kinder schnell angesteckt und müssen dann zu Hause betreut werden. Berufstätige Eltern können sich dafür freistellen lassen.

Ist das Kind krank, müssen Berufstätige häufig zu Hause bleiben, um den Nachwuchs zu betreuen. Dafür ist es nicht nötig, dass sie Urlaub einreichen. Beschäftigten stehen vielmehr freie Tage zu, erklärt Nathalie Oberthür, Fachanwältin für Arbeitsrecht aus Köln.

Ausschlussklausel im Vertrag? Dann gehen Sie leer aus

Ist das Kind erkrankt und die Eltern können die Betreuung nicht anders gewährleisten, haben sie einen Anspruch auf bezahlte Freistellung gegenüber dem Arbeitgeber nach Paragraf §616 Bürgerliches Gesetzbuch. Dieser Anspruch gilt für maximal fünf Tage.

Ausnahme: Wenn Ihr Arbeitsvertrag oder ein für Ihr Unternehmen gültiger Tarifvertrag eine entsprechende Ausschlussklausel enthält, gehen Sie für die Zeit der Freistellung leer aus. Leider ist dies in vielen Unternehmen der Fall.

Freistellungsanspruch bleibt trotzdem bestehen

Freistellen muss Sie Ihr Arbeitgeber aber in jedem Fall - für maximal 10 Tage im Jahr, wenn Sie ein Kind haben, für höchstens 25 Arbeitstage bei mehr als zwei Kindern. Denselben Anspruch hat auch der andere Elternteil, sofern beide sich das Sorgerecht teilen. Für Alleinerziehende gilt konsequenterweise: Der Anspruch auf Freistellung ist doppelt so hoch20 Arbeitstage im Jahr bei einem Kind, bis zu 50 Arbeitstage im Jahr bei mehr als zwei Kindern.

Ihr Arbeitgeber zahlt nicht? Dann springt die Krankenkasse ein

Ist die Entgeltfortzahlung vertraglich ausgeschlossen, springt Ihre Krankenkasse mit dem sogenannten Kinderkrankengeld ein. Voraussetzung: Das kranke Kind ist bei Ihnen in einer gesetzlichen Krankenkasse mitversichert und unter zwölf Jahre alt. Das Kinderkrankengeld beträgt 90 Prozent des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts. Sie müssen es bei Ihrer Krankenkasse beantragen. Hierfür müssen Sie einen Antrag und ein ärztliches Attest bei Ihrer Krankenkassen einreichen.

Ist Ihr Kind privat krankenversichert, stehen Ihnen in der Regel keine Leistungen zu, auch wenn Sie selbst bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind. Manche privaten Kassen bieten aber für den privat versicherten Elternteil, bei dem das Kind mitversichert ist, Ersatzleistungen an - nachfragen loht sich hier. 

jba/dpa

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