Nach Rede von Merkel

Gründonnerstag: Arbeitnehmer haben doch nicht frei – Überraschende Wende im Kanzleramt

Der Gründonnerstag 2021 sollte laut Bund-Länder-Beschluss wie ein Feiertag behandelt werden. Nun stoppt Kanzlerin Merkel die Osterruhe wieder. Haben Arbeitnehmer doch nicht frei?

Update vom 24. März, 11:48 Uhr: Der freie Gründonnerstag für Arbeitnehmer, über den seit gestern in Deutschland spekuliert wurde, ist schon wieder Geschichte: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat nach massiver Kritik beschlossen, den Bund-Länder-Entscheid zur sogenannten Osterruhe zu stoppen. Das teilte Merkel am Mittwoch in einer kurzfristig einberufenen Schalte mit den Ministerpräsidenten der Länder mit, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) meldet.

Mehr zu der aktuellen Entwicklung um die Corona-Maßnahmen lesen Sie hier*.

Ruhetage vor Ostern – arbeitsfrei oder nicht? Verunsicherung bei Arbeitnehmern und Unternehmen

Update vom 24. März, 9:37 Uhr: Der von Bund und Ländern beschlossene Oster-Lockdown* hat deutschlandweit für Verunsicherung bei Unternehmen wie auch Arbeitnehmern gesorgt. Noch immer ist unklar, was es mit den Ruhetagen genau auf sich hat: Haben Arbeitnehmer nun frei? Oder müssen sie im Homeoffice arbeiten, wo es möglich ist? Diese Frage ist auch hinsichtlich Feiertagszuschlägen, Entgeltfortzahlung und dem Kurzarbeitergeld entscheidend.

Die Beschlüsse sorgen für massive Kritik, bei vielen Wirtschaftsverbänden laufen die Telefone heiß, meldet die Deutsche Presse-Agentur. Unternehmer, Personalchefs oder Logistiker wollten nun wissen, was sie tun sollen. Konkrete Antworten gab es von der Regierung auch am Tag nach der Bund-Länder-Runde noch nicht. Wie die dpa meldet, soll das Bundesinnenministerium bis Mittwochabend eine Musterverordnung erarbeiten, um offene Fragen zu klären.

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Corona-Gipfel: Gründonnerstag und Karsamstag zu Ruhetagen erklärt

Ursprünglicher Artikel vom 23. März 2021: Angesichts der rasant wachsenden Corona-Infektionszahlen wollen Bund und Länder die Osterfeiertage dazu nutzen, die Kontakte drastisch zu reduzieren und so der 3. Welle Herr zu werden. Dazu wurden beim Bund-Länder-Treff am 22. März* sowohl der Gründonnerstag (1. April) als auch der Ostersamstag (3. April) 2021 einmalig zu Ruhetagen erklärt, mit weitgehenden Kontaktbeschränkungen und einem Ansammlungsverbot. Haben Arbeitnehmer an diesen Tagen also arbeitsfrei?

Ruhetage gelten als Feiertage: Gründonnerstag 2021 arbeitsfrei?

Laut Aussagen der Bundeskanzlerin sollen die Ruhetage analog zu Sonn- und Feiertagen behandelt werden. Auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder gab nach der Sitzung des Kabinetts am Dienstag bekannt: „Der Bund macht heute noch die Rechtsgrundlage dafür, dass sowohl der Gründonnerstag wie auch der Karsamstag wie ein Sonn- und Feiertag behandelt wird“, bestätigte Söder.

Damit werden die meisten Unternehmen am Gründonnerstag geschlossen sein, außer sie verfügen über eine Sondererlaubnis, wie etwa Tankstellen. So wie an Sonn- und Feiertagen auch bestimmte Unternehmen arbeiten können, so ähnlich soll es laut der Bundeskanzlerin auch an den ‚Ruhetagen‘ geregelt werden, heißt es in einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Damit ist klar: Sollte Angela Merkel gemeinsam mit den Bundesländern ihre Ankündigung umsetzt, dann haben Millionen Arbeitnehmer in Deutschland am Gründonnerstag frei. Allerdings muss dies erst im entsprechenden Landesgesetz verankert werden.

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Wer darf an Ruhetagen arbeiten?

Es gibt natürlich Ausnahmen, denn laut Arbeitszeitgesetz (ArbZG, §10) darf an Sonn- und Feiertagen in bestimmten Bereichen gearbeitet werden. Dazu zählen etwa:

  • Polizei und Behörden,
  • Rettungsdienste,
  • Krankenhauspersonal,
  • Feuerwehr,
  • Gaststätten- und Hotelpersonal,
  • Bäckereien und Konditoreien,
  • Presse,
  • Vereine,
  • Theater- und Filmvorführungen,
  • Kirchen,
  • Energie- und Wasserversorgung,
  • Landwirtschaft
  • und vieles mehr

(as) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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