Heimliche Videoaufnahme vor Gericht nicht verwertbar

+
Eine Videokamera zeichnet in der gestellten Szene die Arbeit in einem Büro auf.

Düsseldorf - Aufnahmen aus der heimlichen Videoaufzeichnung eines Arbeitgebers sind vor Gericht grundsätzlich nicht verwertbar. Das entschied das Arbeitsgericht Düsseldorf. es gibt aber eine Ausnahme:

Eine Ausnahme gilt nach dem Richterspruch allenfalls, wenn bereits zuvor gegen einen Mitarbeiter der konkrete Verdacht einer Straftat bestanden hat (Az.: 11 Ca 7326/10).

Das Gericht gab damit der Kündigungsschutzklage eines Arbeitnehmers statt. Der Arbeitgeber hatte den in einer Brauerei Beschäftigten mittels heimlicher Videoaufzeichnungen überführt, dass er Bier auf eigene Rechnung verkauft hatte.

Gekündigt! Diese Bagatellen können Sie den Job kosten

Gekündigt! Diese Bagatellen können Sie den Job kosten

Die Arbeitsrichter werteten die daraufhin ausgesprochene Kündigung dennoch als rechtswidrig. Denn der Arbeitgeber habe keinen Beweis für seinen Vorwurf vorgelegt. Die heimliche Videoaufnahme sei ein so gravierender Eingriff in das Persönlichkeitsrecht des Mitarbeiters, dass sie gerichtlich nicht verwertbar sei. Nur wenn er diesen Mitarbeiter schon konkret im Verdacht gehabt hätte, wäre die Videoaufnahme zulässig gewesen.

dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Personaler verraten: So sieht der perfekte Bewerber aus
Personaler verraten: So sieht der perfekte Bewerber aus
Wer diese drei Fragen beantworten kann, ist richtig intelligent
Wer diese drei Fragen beantworten kann, ist richtig intelligent
Großumzug an der Autobahn: Der Beruf des Ameisenumsiedlers
Großumzug an der Autobahn: Der Beruf des Ameisenumsiedlers
Wie werde ich Sounddesigner/in?
Wie werde ich Sounddesigner/in?

Kommentare