In Juniorfirmen sind die Azubis die Chefs

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Der kaufmännische Geschäftsführer der Leoni Junior Group, Alexander Herrmann (l.), und der technische Geschäftsführer Andreas Ellinger des Unternehmens Leoni in Roth (Mittelfranken).

Roth - Werkstatt fegen und Bier holen war gestern: Heute bekommen Lehrlinge und Auszubildende auch größere Aufgaben übertragen. Manche Großunternehmen haben gar eigene Juniorfirmen.

Im tadellos sitzenden Anzug präsentiert Alexander Herrmann den Geschäftsbericht der Leoni Junior Group. “Wir waren erfolgreicher, als wir eigentlich geplant hatten“, sagt der erst 22 Jahre alte kaufmännische Geschäftsführer stolz. Im Gründungsjahr der Firma stehen nach nur neun Monaten Geschäftsbetrieb unter dem Strich knapp 19 000 Euro - ein satter Gewinn. Dabei ist Herrmann selbst noch in der Ausbildung, genau wie alle anderen Mitarbeiter der Juniorfirma.

Doch was genau ist ein Azubi-Unternehmen? Die Leoni Junior Group könne man als “Firma in der Firma“ beschreiben, erklärt ihr technischer Geschäftsführer Andreas Ellinger. Sie sei eine Art Abteilung am Standort Roth und werde allein von den Azubis geführt. Jeweils zwölf Monate sind die Lehrlinge in den einzelnen Bereichen tätig und engagieren sich etwa zwei Stunden in der Woche für ihre “eigene Firma“ - parallel zur regulären Ausbildung.

Aufgebaut ist die Azubi-Firma wie ein richtiges Unternehmen: Neben einem kaufmännischen und einem technischen Bereich gibt es die Zentralfunktionen wie Vertrieb oder Marketing. Die Geschäftsleitung ist für die Unternehmensführung verantwortlich und untersteht dem Aufsichtsrat, der sich aus Ausbildern und den “echten“ Abteilungsleitern des Automobilzulieferers zusammensetzt.

Alles teurer geworden: So viel mehr müssen Sie in 2012 jetzt bezahlen

Hohe Energiekosten treiben die Preise an: Beispielsweise ist der Preis von Heizöl um 13,9 Prozent gestiegen. © dpa
Auch für Strom zahlt man mehr: plus 7,1 Prozent. © dpa
Butter macht dick - und wer in Zukunft nicht 10,4 Prozent mehr zahlen will, verzichtet drauf. © dpa
Molkereiprodukte sind fast alle teurer geworden: Für Sahne zahlt man jetzt 12,9 Prozent mehr. © dpa
Bei Fleisch ist die Preiserhöhung nicht ganz so schlimm: 4,3 Prozent ist es teurer. © dpa
Gemüse ist dagegen billiger geworden: Für Kopf- oder Eisbergsalat zahlt man 39,3 Prozent weniger. © dpa
Tomaten sind 24,1 Prozent billiger. © dpa
Ein deutlicher Preisanstieg bei alkoholfreien Getränken von 7,4 Prozent soll vor allem durch die... © dpa
... Verteurung von Kaffee um 21,8 Prozent verursacht sein. © dpa
Bei den Dienstleistungen macht sich die neue Luftverkehrsabgabe bemerkbar: Flugtickets sind um 19,4 Prozent teurer. © dpa
Die Preise für Tabakwaren sind um 3,3 Prozent gestiegen. © dpa
Frauen können aufatmen: Schuhe  und Bekleidung sind nur um 3,1 Prozent teurer. © dpa

Die Aufträge erhalten die Jungunternehmer aus dem eigenen Betrieb. So stellten sie Sonderanfertigungen und Ausstellungsstücke für Messen oder Marketingzwecke her. Das Ziel des Projekts: Die Azubis sollen durch die verschiedenen Aufgaben einen Einblick in den realen Geschäftsbetrieb erhalten und theoretisches Wissen in die Praxis umsetzen.

Dadurch will Leoni die Qualität der Ausbildung verbessern. “Unsere jungen Leute lernen durch die Mitarbeit in der Juniorfirma unter anderem, Verantwortung zu übernehmen, selbstständig zu arbeiten und unternehmerisch zu denken“, erläutert der Personalchef am Standort Roth, Roland Dorn.

Eine Neuheit ist das Konzept “Juniorfirma“ aber keineswegs: Viele Unternehmen wollen ihrem Nachwuchs auf diese Weise eine qualifizierte Ausbildung bieten. Vor über zwanzig Jahren bereits gründete der Nürnberger IT-Dienstleister Datev seine Juniorfirma Jubit. Sie ermöglicht es den Auszubildenden ebenfalls, in ihrem eigenen Unternehmen werksinterne Aufträge auszuführen. “Es ist sehr wichtig, dass sich die Lehrlinge für einen Auftrag in Gänze verantwortlich fühlen und diese Verantwortung auch bereitwillig übernehmen“, betont Ausbilder Uwe Ritthammer.

So viel kassierten die Bosse der Dax-Konzerne 2011

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30 Martin Blessing (Commerzbank) 500.000 € © dpa
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22 Reto Francioni (Deutsche Börse) 3.536.000 € © dpa
21 Dr. Nikolaus von Bomhard (Münchener Rück) 3.625.000 € © dpa
20 Dr. Ben Lipps (FMC) 3.628.000 € © dpa
19 Peter Bauer (Infineon) 3.680.000 € © dapd
18 Dr. Bernd Scheifele (Heidelberg Cement) 3.757.000 € © dpa
17 Karl-Ludwig Kley (Merck) 4.200.00 € © dapd
16 Michael Diekmann (Allianz) 4.386.000 € © dpa
15 Marijn Dekkers (Bayer) 4.418.000 € © dpa
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13 Kurt Bock (BASF) 4.749.000 € © dpa
12 Heinrich Hiesinger (ThyssenKrupp) 5.026.000 € © dpa
11 Dr. Frank Appel (Deutsche Post) 5.221.000 € © dpa
10 Kasper Rorsted (Henkel) 5.410.000 € © dpa
9 Herbert Hainer (Adidas) 5.940.000 € © dpa
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Auch das Pharmaunternehmen Ratiopharm hat mit seiner Juniorfirma Jupha nur positive Erfahrungen gemacht. Sie sei “eine sehr gute Möglichkeit, bereits bei unseren Auszubildenden unternehmerisches Denken, selbstständiges Handeln und Eigenverantwortung zu fördern“, erläutert Pressesprecher Markus Braun. Ähnlich ist es auch bei der Juniorfirma des Autoherstellers BMW. Der Großteil der Azubis sei von der Arbeit im Lehrlingsbetrieb begeistert, weil sie “spannender als der Azubi-Alltag“ sei, wie Firmensprecher Jochen Frey sagt.

Der Lohn für ihre Tätigkeit ist die Erfahrung, die solche Azubis in ihrer Lehrlingsfirma sammeln. Eine Extrabezahlung neben dem regulären Gehalt gibt es nicht. “Es ist natürlich auch eine Möglichkeit, sich zu präsentieren und zu zeigen, was man kann“, resümiert Leoni-Personalchef Dorn. Für seinen Schützling Andreas Ellinger hat sich das Engagement in der Geschäftsführung des Azubi-Unternehmens bereits gelohnt: Der 19-Jährige hat inzwischen ein Stipendium seines Arbeitgebers für ein geplantes Maschinenbau-Studium in der Tasche.

dpa

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