Ausgefallene Jobs für Studenten

Es muss nicht immer Kellnern sein

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Gruseln als Geldverdienst: Studentenjobs gibt es auch in der Geisterbahn.

FREIBURG/HEIDELBERG – Kellnern oder Nachhilfe geben sind die Klassiker unter den Studentenjobs. Es gibt aber auch ganz andere Wege, um sich das Studium zu finanzieren:

Als Spielkonsolen-Tester zum Beispiel oder als erotische Stimme beim Telefonsex. Die Bandbreite an exotischen Studentenjobs ist groß.

Oft muss man gar nicht lange suchen: Wer sich durch Anzeigen im Internet klickt, stößt unweigerlich auf ungewöhnliche Stellen. Selbst im Jobportal der Bundesagentur für Arbeit wird ein „Mitarbeiter m/w für textbasierten Flirt Chat“ gesucht – einen professionellen Umgang mit dem Thema Erotik setzt der Arbeitgeber voraus.

Der Traum vieler Frauen dürfte bei einem Angebot auf Jobanova.de in Erfüllung gehen. Eine Firma sucht dort Testkäufer. Den ganzen Tag lang hat man nichts anderes zu tun, als durch Boutiquen und Kaufhäuser zu ziehen. Auf der Seite Studentjob.de wird ein professioneller Party-Gänger gesucht. Für acht Euro die Stunde sollen Bewerber Touristen durch die Kneipen der Stadt führen und mit ihnen feiern.

In Freiburg hat ein Geisterbahn-Betreiber an der Universität nach lebenden Gespenstern gesucht. „Die standen dann als Geist irgendwo in der Ecke, und jedes mal, wenn eine Bahn vorbeifuhr, haben sie ‚Buh‘ gemacht“, erzählt Renate Heyberger vom Studentenwerk Freiburg. Und bei der Jobvermittlung des Studentenwerks Heidelberg war ein Unternehmer auf der Suche nach Gogo-Tänzern, erinnert sich Sprecherin Nora Gottbrath. „Auch Aktmodelle für die Heidelberger Schule für Kunst werden des Öfteren gesucht.“

Daneben gibt es kuriose Jobs, die zwar eher wenig Freude machen, aber wegen der guten Bezahlung trotzdem attraktiv klingen. Der Karriereberater Jochen Mai aus Kerpen hat ein Beispiel parat: Ein Freund habe im Studium Dosen mit abgelaufenem Hundefutter entsorgt.

Wenn das Futter vergammelt war, standen die Dosen mächtig unter Druck. In einem Ganzkörper-Kondom hätten Studenten die Dosen öffnen und entsorgen müssen, erzählt Mai. „Das ist ein Job, den eigentlich keiner machen will – aber der bringt richtig Geld.“ Er selbst hat in den Semesterferien Gasflaschen mit einer beißend stinkenden Farbe angemalt. „Spaß gemacht hat das keinen. Aber da hat man mal drei Wochen lang gearbeitet, und dann hatte man sein Studium erst mal wieder eine Zeit lang finanziert.“

Bei Tätigkeiten, mit denen Studenten ihre Gesundheit oder ihren Ruf ruinieren können, mahnen Experten aber zur Vorsicht. In Internet- Foren schwärmen einige zum Beispiel davon, wie viel Geld sich als Versuchskaninchen bei Arzneimittel-Tests verdienen lasse. Als lockerer Studentenjob eigne sich das aber nicht, sagt Ulrike Schröder von der Bayer Schering Pharma AG in Berlin. Auch die angeblich traumhaft hohe Vergütung habe mit der Realität wenig zu tun. „Die Aufwandsentschädigung variiert durch das sehr unterschiedliche Studiendesign und den damit verbundenen Zeitaufwand zum Teil sehr stark.“ Und ein gewisses Risiko für die Gesundheit besteht selbst bei seriös vorbereiteten Studien.

Zur Vorsicht rät Karriere- Berater Mai außerdem bei Stellen in der Erotik-Branche. Dort winken zwar oft hohe Stundenlöhne – aber man sollte bei solchen Jobs auch an mögliche Folgen im späteren Leben denken, warnt Mai. „Wenn man nach dem Studium in einer Bank arbeitet, und dann tauchen Lackund- Leder-Fotos von einem auf, dann kann das schon zum Problem werden.“

MARC HERWIG

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