Schule fertig und was jetzt? Planung ist wichtig

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Viele junge Menschen haben nach dem Schulabschluss keine Lust mehr zu lernen.

München - Wer das Abi in der Tasche hat, denkt oft: "Nie wieder lernen!" Weit gefehlt, denn selbst wer sich gegen ein Studium entscheidet, muss in der Ausbildung mit anderen Belastungen zurechtkommen.

Schule kann ganz schön nerven. Da sind zehn Jahre pauken verdammt lang. Umso schöner, wenn der Abschluss naht. Dann ist erstmal Schluss mit dem Lernen. Falsch gedacht! Eltern, Freunde und Bekannte drängen zur weiteren Schullaufbahn, damit man sich alle Türen offenhält. Doch soll man sich dazu zwingen, wenn das Lernen nur noch eine Qual ist? Schließlich kann auch die Ausbildung in einem Unternehmen ihre Vorteile haben.

Wie klingt das verlockend: Nicht mehr büffeln, keine blöden

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Lehrer mehr und endlich sein eigener Herr sein. Doch ganz so einfach gestaltet sich eine Ausbildung nicht. „Viele vergessen, dass eine Ausbildung auch eine hohe körperliche und zeitliche Belastung darstellt“, gibt Ausbildungscoach Heiko Knapp zu bedenken. „Wer mit einer Null-Bock-Einstellung von der Schule abgeht, hat auch im Ausbildungsbetrieb schlechte Karten“, warnt Knapp. Trotzdem ist die finanzielle Unabhängigkeit für viele Jugendliche das ausschlaggebende Argument für eine Berufsausbildung.

„Wer die Kapazitäten mitbringt, sollte zumindest sehr stark darüber nachdenken, die Schule weiterzumachen“, rät Diplom-Pädagogin Azbiye Kokol Die Berufschancen seien danach einfach vielfältiger. Doch auch ein Schulabgang muss nicht endgültig sein. „Es gehen zwar nur wenige wieder zurück, aber es ist möglich.“ Um die wichtige Entscheidung richtig treffen zu können, müssen Schüler schon früh in die Zukunft blicken, empfiehlt Johannes Becker, Leiter der Jugendwerkstätten der Jugendhilfe in Köln.

Rangliste: Welchen Berufen wir vertrauen

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Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Mit der Studie „Reader’s Digest European Trusted Brands 2011“ hat das Magazin Reader’s Digest zum elften Mal die vertrauenswürdigsten Berufe und Marken ermittelt. Rang 20: Politikern vertrauen nur 7 Prozent in Deutschland. © dpa
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Rang 19: Autoverkäufern vertrauen 10 Prozent. © dpa
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Rang 17: Fußballspielern vertrauen 14 Prozent. © dpa
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Rang 17: Finanzberatern vertrauen 14 Prozent. © dpa
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Rang 16: Gewerkschaftsführer vertrauen 24 Prozent. © dpa
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Rang 15: Reiseveranstaltern vertrauen 28 Prozent der Deutschen. © dpa
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Rang 14: Journalisten vertrauen 29 Prozent. © dpa
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Rang 13: Priester und Pfarrer genießen das Vertrauen von 39 Prozent der Deutschen. © dpa
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Rang 12: Rechtsanwälten vertrauen 50 Prozent. © dpa
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Rang 11: Dem Beruf des Meteorologen schenken 56 Prozent der Deutschen ihr Vertrauen. © dpa
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Rang 10: Der Taxifahrer liegt im Mittelfeld. Ihm vertrauen 55 Prozent. © dpa
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Rang 9: Richter vertrauen 60 Prozent. © dpa
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Rang 8: Lehrern vertrauen 65 Prozent der Deutschen. © dpa
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Rang 7: 78 Prozent der deutschen schätzen Landwirte als vertrauenswürdige Berufsgruppe ein. © dpa
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Rang 6: Deutschlands Polizisten haben sich gut geschlagen. 79 Prozent sprechen ihnen das Vertrauen aus. © dpa
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Rang 5: Ärzten vertrauen 85 Prozent der Deutschen. © dpa
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Rang 4: Mit 86 Prozent sind die Apotheker bei den vertrauenswürdigsten Berufen auf Platz 4. © dpa
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Rang 2: Krankenschwester belegen den zweiten Platz. 92 Prozent der Deutschen schenken ihnen das Vertrauen. © dpa
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Rang 2: Mit 92 Prozent sind Piloten ebenfalls auf Platz 2. © dpa
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Rang 1: Feuerwehrmänner sind einsame spitze. Sie werden von 95 Prozent der Deutschen als vertrauenswürdig eingestuft. © dpa

„In der zehnten Klasse ist es fast schon zu spät, sich Gedanken zu machen. Wer eine Ausbildung anfangen möchte, muss ja schon in der neunten Klasse Bewerbungen schreiben.“ Die Entscheidung solle man nicht nur mit sich selbst auszumachen: „Eltern, Freunde oder ein Lehrer des Vertrauens können eine gute Hilfe sein.“ Außerdem gibt es professionelle bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur. „Doch auch an den Schulen gibt es Sozialarbeiter, die verschiedene Beratungen anbieten. Oft binden Lehrer dies schon in den Stundenplan ein“, berichtet Becker.

In Jugendzentren oder Vereinen gibt es ebenfalls kostenlose Beratungen. Der Schulbesuch ermöglicht Qualifikationen, die viele Berufe erst in Reichweite bringen. Letztendlich muss jeder Schüler die Wahl zwischen Schule und früher Berufslaufbahn selbst treffen.

Wer eine Ausbildung anstrebt, sollte den Wunschberuf jedoch genau abchecken. Welche Aussichten hat er in der Zukunft? Sind das wirklich meine Interessen? Habe ich dafür die Zugangsvoraussetzungen?

Sich die Informationen für einen guten Start nach der zehnten Klasse zu beschaffen, ist vielleicht nicht schwer. Sich bei der Vielfalt an Angeboten zu entscheiden, dagegen oft sehr. Unüberlegte Schnellschüsse können zu bitteren Enttäuschungen führen. Eine gute Beratung sollte daher immer dazugehören. Ob man am Ende abgeht oder weiter die Schulbank drückt, ist nicht so entscheidend – Hauptsache die Wahl macht glücklich. Dann stimmt auch die Motivation.

Franziska Fiedler

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