Was läuft hier anders?

Warum in dieser Hamburger Firma seit 2010 niemand gekündigt hat

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In einem Hamburger Unternehmen gefällt es den Mitarbeitern offensichtlich so gut, dass noch niemand seit ihrer Gründung gekündigt hat. (Symbolbild)

Es klingt unglaublich: In einer Hamburger Firma soll seit ihrer Gründung im Jahr 2010 noch keiner gekündigt haben - und das bei 140 Mitarbeitern. Der Geschäftsführer verrät, warum.

Die Hamburger Softwarefirma sum.cumo wirkt auf den ersten Blick wie eine ganz normale Agentur - sie bietet Software-Lösungen für Versicherungen und Lotterieunternehmen an. Und trotzdem muss hier einiges anders laufen - oder genauer gesagt: besser. Denn seit der Gründung im Jahr 2010 soll hier noch nie ein Mitarbeiter gekündigt haben. Und das bei immerhin 140 Mitarbeitern an drei Standorten. 

Keine Kündigung in neun Jahren: Was macht diese Firma besser?

Offensichtlich schafft es die Führungsriege rund um Geschäftsführer Ingolf Putzbach, ihre Mitarbeiter mit den richtigen Mitteln im Boot zu halten - was wohl den wenigsten Unternehmen auf Dauer gelingt. Selbst auf dem Bewertungsportal kununu, in dem Mitarbeiter gerne anonym über ihren Arbeitgeber herziehen, glänzt das Unternehmen mit ausschließlich sehr guten Bewertungen

Geschäftsführer Ingolf Putzbach erklärt sich den Erfolg seiner Firma so: "Wir achten auf möglichst gute Arbeitsbedingungen. Ich glaube auch, dass wir uns als Firma spannend entwickeln, also dass es für die Mitarbeiter nicht langweilig wird. Und wir versuchen, sie in vielen Lebenslagen gut zu begleiten", verrät er der Gründerszene im Interview. Dazu gehört auch, Mitarbeitern mit Familie bei der Arbeitszeit entgegen zu kommen, was Angestellte auf kununu vielfach bestätigen. "Family first und keiner soll sich kaputt machen. So noch nie erlebt", heißt es da etwa. 

Unterstützung gibt es laut Putzbach auch, wenn sich Mitarbeiter fortbilden oder gar in eine andere Stadt umziehen wollen. Das "führt bei uns nicht dazu, dass sie sich dann einen neuen Arbeitgeber suchen müssen", erzählt er weiter.

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Mitarbeiter-Bewertungen auf Arbeitgeberportal überschlagen sich mit positivem Feedback

Was Putzbach über sum.cumo so lobt, scheinen die Mitarbeiter-Bewertungen auf kununu zu bestätigen. "Die Atmosphäre ist wirklich super. Es wird sehr viel für die Mitarbeiter getan und es ist wichtig, dass sich diese wohlfühlen... Die Firma hat erkannt, dass das wichtigste Kapital die Mitarbeiter sind", schreibt etwa ein Mitarbeiter. Und ein anderer fügt hinzu: "Jeder kann so sein wie er ist". 

Auch Team-Events, Büro-Hunde, eine gute Kommunikation und eine "Taten statt Worte"-Mentalität beim Management sorgen durchwegs für positives Feedback. Die Contra-Punkte indes scheinen allesamt verzeihbar, etwa, dass das Büro in Hamburg "etwas ab von Schuss" sei oder, "dass nicht jeden Tag gegrillt wird, sondern nur viermal in der Woche!". 

Wohfühl-Atmosphäre am Arbeitsplatz und Mitarbeiter in all ihrer Verschiedenheit anzunehmen, jeden als wertvolles Mitglied im Team zu sehen, egal wie seine Persönlichkeit oder die Lebensumstände sind - so sieht offenbar der Schlüssel zu zufriedenen Mitarbeitern aus. 

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Erfolgsgeheimnis? "Wir stellen keine Arschlöcher ein"

Dass noch niemand gekündigt hat, heißt jedoch nicht, dass noch nie jemand gefeuert wurde. "Das lässt sich nicht vermeiden, wenn man sehr stark wächst", gibt der Geschäftsführer zu. Doch selbst das seien Ausnahmen, denn: Die Firma stelle schlicht "keine Arschlöcher ein" und jeder Interview-Partner müsse einem Bewerber zustimmen. "Wenn auch nur einer von uns leise Zweifel hat, dass die neue Person nicht wirklich zu uns passt, dann sagen wir ihr lieber ab", so Putzbach.

Außerdem nutze das Software-Unternehmen die Probezeit intensiv, um herauszufinden, wer ins Team passt. "Wenn wir dann feststellen, dass die Erwartungen nicht zusammenpassen, finden wir es sinnvoll, getrennte Wege zu gehen", meint Putzbach. Doch die Regel sei dies nicht - in vier von fünf Fällen sollen neue Mitarbeiter auch nach der Probezeit noch im Team arbeiten. 

Auch andere Unternehmen versuchen, mit neuen Konzepten Ihren Mitarbeitern entgegenzukommen. So führte eine IT-Firma aus Düsseldorf die 25-Stunden-Woche ein - bei gleichem Gehalt.

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as

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