Klare Positionen beziehen: Mit Kindern über Drogen sprechen

"Du nimmst keine Drogen!" Mit dieser autoritären Ansagen kommen Eltern nicht weiter. Foto: dpa-infocom

"Das darfst du niemals!" oder "Das kommt nicht infrage!" - solche Statements kommen bei Jugendlichen nicht gut an, wenn die richtige Gesprächskultur in der Familie fehlt. Vor allem für heikle Themen wie Drogen ist die aber Voraussetzung.

Mannheim (dpa/tmn) - Eine offene Gesprächskultur ist die Grundlage dafür, später mit den Kindern auch heikle Themen zu besprechen - etwa das Thema Drogen.

Dafür ist wichtig, dass Eltern den Kindern schon früh vermitteln, dass sie sich Zeit nehmen für Gespräche und auch offen für Wünsche und Forderungen sind, ohne komplett auf Regeln zu verzichten, erklärt Bodo Reuser von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (BKE). Je früher Eltern außerdem anfangen, den Kindern zu zeigen, dass es bestimme Dinge gibt, die ihnen selbst Angst machen, desto besser.

Das funktioniert noch einmal besser, wenn die Kinder merken, dass es einige Regeln in der Familie gibt, an die sich alle halten: Das kann etwa sein, dass alle Familienmitglieder Süßigkeiten nur beschränkt naschen. Die Kinder merken so: "Da leben mir die Eltern was vor", erklärt Reuser.

Kommt es dann zu dem Gespräch über Drogen, haben Eltern ein wichtiges Fundament bereits gelegt, damit zwischen den Jugendlichen und ihnen Vertrauen herrscht. So können sie ihnen klarmachen: Drogen sind bei uns in der Familie tabu. Dazu gehört, die Sorgen zu vermitteln, die man sich bei diesem Thema um das Kind macht. Ist der Erziehungsstil dagegen autoritär und statt eines Gesprächs kommt nur die Ansage: "Du nimmst keine Drogen!" wird das von Jugendlichen eher negativ verstanden und kann mitunter sogar dazu führen, sie zu provozieren, genau das Gegenteil zu tun.

Den richtigen Zeitpunkt für solch ein Gespräch sollten Eltern von der Situation abhängig machen: Ist das jetzt ein Thema? Präventiv bei einem Achtjährigen damit anzufangen, ist verfrüht, sagt Reuser. Stattdessen könnte man auch andere Situationen zum Anlass nehmen - etwa, wenn das Kind anfängt, sehr viel Zeit am Computer zu verbringen und man über Computerabhängigkeit spricht. Oder wenn man merkt, dass es zum ersten Mal Alkohol trinkt.

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