Legionellenbefall: Baby trotzdem im Haus baden

Das Baby kann im Prinzip auch bei einer erhöhten Legionellenbelastung im Haus gebadet werden - am besten mit einer gut temperierten Mischung aus heißem und kaltem Wasser. Foto: dpa-infocom

Eine erhöhte Konzentration von Legionellen im Haus lässt bei vielen Eltern die Alarmglocken schrillen - trotzdem ist es eher ungefährlich, das Kind dort zu baden. Am besten wird sehr kaltes mit sehr heißem Wasser vermischt.

Reutlingen (dpa/tmn) - Werden im eigenen Haus bei Tests erhöhte Legionellenkonzentrationen gefunden, dürfen Eltern Babys trotzdem baden. Gefährlich kann es erst werden, wenn Wassertröpfchen direkt in die Lunge geraten. "Das passiert beim Duschen oder Baden aber in der Regel nicht", sagt Till Reckert.

Er ist stellvertretender Vorsitzender des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Baden-Württemberg. Legionellen vermehren sich bei Temperaturen zwischen 20 bis 45 Grad am schnellsten. Ab 60 Grad ist die Gefahr für Legionellen gering. Deshalb vermischen Eltern für das Badewasser am besten sehr heißes und kaltes Wasser, bis das Bad die richtige Temperatur hat. Wer sichergehen möchte, prüft mit einem Thermometer die Temperatur des heißen und des kalten Wassers.

Wer gerne Leitungswasser trinkt, sollte laute Reckert das kalte Wasser generell ein paar Sekunden ablaufen lassen, bevor er ein Glas darunter hält. Legionellen vermehren sich nämlich gut, wenn sie eine Zeit lang in Leitungen oder im Wasserboiler unbenutzt stehen.

Legionellen sind Bakterien, die in warmem und stehendem Süßwasser gedeihen. Atmet man sie mit dem Wasserstaub etwa in der Dusche ein, können sie die Legionärskrankheit auslösen. Das ist eine Lungenentzündung mit grippeartigen Symptomen, die tödlich verlaufen kann. Solche eine Legionellose tritt laut Reckert aber selten auf. Ein Badeverbot für Kinder auszusprechen, sei deshalb übertrieben.

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