Starrsinn im Alter kann ein Zeichen von Überforderung sein

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Nicht alle Senioren werden automatisch starrsinnig. Wenn doch liegen die Gründe vielleicht in Überforderung. Foto: Oliver Berg

Meckern, alles besser wissen, sich nichts sagen lassen. Es ist ein Vorurteil, dass alle alte Menschen zum Starrsinn neigen. Zeigt sich eine solche Seite, sollte man genauer hinsehen, was sich dahinter verbirgt.

Nürnberg (dpa) - Alte Menschen sind oft starrsinnig - das wird zumindest behauptet, ist aber ein Vorurteil. "Dieses negative Altersbild ist empirisch nicht belegt, aber dennoch nicht aus der Welt zu schaffen", sagt Frieder Lang. Er ist Prof. für Alternsforschung an der Universität Erlangen-Nürnberg.

"Selbstverständlich werden Menschen, die schon als junger Mann oder junge Frau rigide und unflexibel waren, in aller Regel nicht plötzlich geschmeidige, eloquente und weltoffene Helden des Alters", sagt Lang.

Was man aber weiß: "In vielen Studien wurde gezeigt, dass beispielsweise viele Männer, die ihr Leben lang dominant, eigenwillig und durchsetzungsstark waren, im Alter auf einmal auch eine weiche, empathische und lernbegierige Haltung zeigen."

Wenn Alterserkrankungen wie Depressionen, Demenz oder körperliche Erkrankungen auftreten, verhalten sich Ältere allerdings nicht selten starrsinnig. Denn dann versuchen Betroffene, Dinge zu vermeiden, die sie überfordern oder belasten, erklärt Lang. "Das mag für die Angehörigen und die Umwelt durchaus wie Starrsinn wirken." Deshalb sei es sinnvoll, dass Betroffene bei ihren Angehörigen und Freunden um Entlastung und Geduld bitten. Man kann ihnen auch freundlich erklären, dass es gerade ungünstig ist und man nicht alles aufnehmen kann.

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