Tipps zum Abschluss einer privaten Krankenzusatzversicherung

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Chefarztbehandlung für gesetzlich Versicherte - das geht per Krankenzusatz. Auf die Details muss aber genau geachtet werden. Sonst bleibt man auf den Kosten sitzen. Foto: Monique Wüstenhagen

Die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung sind begrenzt. So manche teure Maßnahme wird nicht abgedeckt. Der Wunsch nach einer privaten Zusatzversicherung ist also naheliegend - doch nicht alles, was beworben wird, ist auch sinnvoll.

Berlin (dpa) - Passieren kann viel: Die Brille geht wieder Mal entzwei, Zahnersatz muss her, eine aufwendige Krankenhausbehandlung steht an. Die gesetzliche Krankenversicherung kommt nur für das Nötigste auf. Ein private Zusatzversicherung kann sich lohnen. Doch nicht alle Policen sind sinnvoll.

Die gesetzlichen Kassen beteiligen sich an den Kosten für eine Behandlung oft nur bis zu einer bestimmten Grenze. Wer die Mehrkosten nicht alleine schultern will, sollte beim Aschluss einer Zusatzversicherung diese Grundregeln beachten:

Besonnenheit zeigen: "Keine private Zusatzversicherung - mit Ausnahme der Auslandsreise-Krankenversicherung - ist unbedingt notwendig", sagt Ulrike Steckkönig von der Stiftung Warentest in Berlin.

Angebote vergleichen: "Interessenten sollten in jedem Fall mehrere Offerten von verschiedenen Privatversicherungen einholen", rät Rita Reichard von der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf. Sie verweist darauf, dass private Policen verschiedener Anbieter sich in ihren Leistungen und Tarifen stark voneinander unterscheiden.

Wahltarife abwägen:Manche gesetzliche Krankenkassen bieten ihren Versicherten Zusatzleistungen als Wahltarife an. "Wahltarife können für jene eine Chance sein, die von privaten Versicherern aus Altersgründen oder wegen Erkrankungen abgelehnt wurden", erklärt Steckkönig. Allerdings beträgt die Mindestbindungspflicht für manche Wahltarife ein Jahr, für andere drei Jahre.

Der Zusatzschutz gilt auch nicht lebenslang, und die Kasse kann Wahltarife bei Unterkalkulation jederzeit streichen. "Es kann also passieren, dass Versicherte jahrelang in einen Wahltarif einzahlen, ohne je von dessen Leistungen zu profitieren", erläutert PKV-Pressereferent Dirk Lullies.

Zahnzusatzversicherung: Mit dem Zuschuss, den Kassenpatienten für Kronen, Brücke oder Implantate bekommen, lassen sich die Unkosten oft nicht decken. Aus Sicht von Rita Reichard von der Verbraucherzentrale NRW kann eine Zusatzversicherung also sinnvoll sein. "Auch hier ist jedoch eine genaue Prüfung der angebotenen Tarife unerlässlich, da unterschiedliche Leistungen angeboten werden."

Krankenhauszusatzversicherung: Chefarztbehandlung oder Einzelzimmer im Krankenhaus gibt es nur mit privater Zusatzversicherung. Aus Sicht der Verbraucherzentrale NRW lohnt sich das allerdings nicht immer. "So übernehmen viele Versicherer keine Behandlungskosten in einer Privatklinik, wenn kein Vertragsverhältnis mit der gesetzlichen Kasse des Patienten besteht", sagt Reichard. Verbraucher sollten außerdem genau klären, bis zu welcher Höhe Chefarzthonorare erstattet werden.

Krankentagegeldversicherung: Beschäftigte erhalten nur in den ersten sechs Wochen Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber. Bei längerer Krankheit zahlt die gesetzliche Krankenversicherung Krankengeld. In aller Regel sind Betroffene damit finanziell abgesichert. Insofern lohnt sich nach Überzeugung der Verbraucherzentrale NRW für Beschäftigte der Abschluss einer Krankentagegeldversicherung oft nicht. Selbstständige und Freiberufler sollten dagegen auf jeden Fall Einkommensausfälle im Krankheitsfall absichern.

Auslandsreiseschutz: "Die Auslandsreise-Krankenversicherung ist unter den Zusatzpolicen ein Muss", erklärt Steckkönig von der Stiftung Warentest. Selbst innerhalb der Europäischen Union ist der Schutz der gesetzlichen Krankenversicherung nicht ausreichend. "Für einen medizinisch notwendigen Rücktransport kommt sie nicht auf", so Steckkönig. Gleiches gilt für manche Behandlungskosten.

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